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| 16:22 Uhr

Weihnachtsbaum-Recycling
Zum Wegwerfen zu schade

Mike und Anke Grandke haben sich dieses Jahr einen kleinen Baum ausgesucht. Weihnachtsbaumverkäufer Werner Petzold gibt dem Paar Tipps, wie die Tanne nach dem Fest wieder eingepflanzt werden kann.
Mike und Anke Grandke haben sich dieses Jahr einen kleinen Baum ausgesucht. Weihnachtsbaumverkäufer Werner Petzold gibt dem Paar Tipps, wie die Tanne nach dem Fest wieder eingepflanzt werden kann. FOTO: Stephan Meyer / LR
Cottbus. Bis Heiligabend werden Weihnachtsbäume verkauft. Manche Tanne findet aber kein Zuhause. Von Stephan Meyer

Nicht nur Geschenke werden in der Vorweihnachtszeit bis auf den letzten Drücker gekauft. Das trifft auch auf Weihnachtsbäume zu. Heute erhält die Verkaufsstelle des Werderaner Tannenhofs am Lausitz Park seine letzte Lieferung vor dem Fest, wie Geschäftsführer Gerald Mai erläutert. Mehrere Tausend Stück wurden in den vergangenen fünf Wochen geliefert. Heute erwartet er auch in Cottbus noch mal eine starke Nachfrage nach Weihnachtsbäumen. „Das ist alle Jahre sehr ähnlich“, so die Erfahrung des Werderaners.

Heiligabend können Cottbuser ebenfalls noch bis 14 Uhr einen Baum ergattern. Dabei müssen sie sich keine Sorgen machen, nur noch vermeintlich unansehnliche Bäume vorzufinden. „Bis zum letzten Tag bieten wir das volle Sortiment an“, erzählt Weihnachtsbaumverkäufer Werner Petzold. Zwar erwartet der 78-Jährige an der Verkaufsstelle am Lausitz Park für heute noch einen großen Zulauf, Heiligabend selbst kämen jedoch nur die Nachzügler. Diese seien aber nicht weniger anspruchsvoll, wie jene Kunden, die sich bereits früh einen Baum zugelegt haben. Üblicherweise würden die meisten Tannen zwischen dem zweiten und vierten Advent verkauft.

Doch was geschieht mit jenen, die über die Feiertage kein neues Zuhause finden?

Nicht jeder Baum wird verkauft. Für die Weihnachtsbäume vom Werderaner Tannenhof gäbe es laut dem Geschäftsführer zwei Varianten, wie mit den Restexemplaren verfahren wird.

Einige würden vor Ort schlichtweg entsorgt. Doch dieses Schicksal würde nur die wenigsten Bäume ereilen. Er zieht es vor, seine Tannen nach Werder zurückholen. „Wir führen sie dann wieder dem natürlichen Kreislauf zu.“ Auf seiner Plantage werden sie zu Mulchgut zerkleinert und dienen den nachfolgenden Weihnachtsbaum-Generationen als Humus. Gelegentlich würden die Werderaner Tannen auch an Tierparks gespendet. Die Cottbuser Bäume gingen jedoch, Werner Petzold zu folge, wieder nach Werder.

Auch Simone Radatz, Inhaberin der Dubrauer Baumschule, verkauft bis Heiligabend ihre Tannen. Die unverkauften Exemplare erfahren bei ihr ebenfalls eine Zweitverwertung. Diese werden dann von ihren Ästen befreit, mit denen sie während des Winters ihre Heideflächen abdeckt. Der Rest ginge an ihren Nachbarn, der damit seine schottischen Hochlandrinder versorgt.

Während die meisten Cottbuser ihre Weihnachtsbäume erst nach dem Fest entsorgen, haben die Tannen, die auf dem Weihnachtsmarkt stehen, spätestens heute ihren Dienst erfüllt. Doch für die Veranstaltungsagentur Coex sind diese zum Wegwerfen zu schade.

Wie schon in den vergangenen Jahren konnten Weihnachtsmarktbesucher wenige Tage vor dem Fest sich gratis einen der Bäume mitnehmen. Die Nachfrage nach den Tannen aus zweiter Hand, sei laut Coex-Geschäftsführer Eberhard Heieck enorm. Über die Hälfte wären bereits Freitagmittag weg gewesen. Er ist froh, dass die Bäume genutzt werden.

Sowohl Simone Radatz, als auch Werner Petzold fällen ihre Entscheidung für einen Weihnachtsbaum ebenfalls in letzter Minute. Petzold weiß aber schon, welche Art Baum es werden soll: eine Nobilistanne. „Die gehört zu den Nordmanntannen und hat einen ganz charakteristischen Duft.“ Simone Radatz ist hingegen noch unentschlossen. Sie favorisiert Bäume, die einen natürlicheren Eindruck machen. „Ein Jahr hatte ich einen perfekten Baum, der stand aber nicht lange. Er sah einfach zu künstlich aus.“