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| 17:12 Uhr

Am Tag der deutschen Einheit
Oktoberfest eint die Kolkwitzer

O‘zapft is – Frank Schreiber (li.) und Jürgen Türk eröffnen das Oktoberfest in Kolkwitz.
O‘zapft is – Frank Schreiber (li.) und Jürgen Türk eröffnen das Oktoberfest in Kolkwitz. FOTO: Marion Hirche
Kolkwitz. Seit 25 Jahren feiern die 17 Ortsteile der Großgemeinde zusammen eine bayerische Tradition. Von Marion Hirche

Beim 1. Oktoberfest sollte es ein Zeichen der Kolkwitzer für das Zusammenwachsen der beiden deutschen Staaten sein. „Wir haben damals bewusst das Oktoberfest als Form unserer Geburtstagsfeier zum Tag der Deutschen Einheit gewählt. Wir wählten das größte Volksfest der westlichen Bundesländer, um ein Zeichen für Zusammenwachsen zu setzen, ohne dabei unsere hiesige Tradition der Kirmes zu vernachlässigen“, erinnert sich Jürgen Türk, damaliger FDP-Bundestagsabgeordneter und Kolkwitzer.

In diesem Jahr wurde nun schon das 25. Oktoberfest gefeiert. Die Veranstaltung hat wesentlich zum Zusammenwachsen nicht nur von Ost und West, öfter waren Freunde aus dem bayrischen Großmehring zu Gast, sondern auch zum Miteinander der Ortsteile der Groß Gemeinde beigetragen. Die 17 Ortsteile sind sich so nah wie nie. Auch dieses Jahr wurde das wieder beim Oktoberfest am KolkwitzCenter demonstriert. Dadurch wurde die Geburtstagsfete der Kolkwitzer auch so regional wie nie zuvor.

Chöre aus Limberg, Kunersdorf, Hänchen und Kolkwitz, sowie die Musikschule Fröhlich bestritten in der Kolkwitzer Kirche eine Benefizkonzert zugunsten der Papitzer Orgel, die Hänchener schickten ihre Juniormotorsportler mit kleinen Motorrädern ins Rennen, die Krieschower begeisterten mit einer trendigen Recyclingmodenschau, die Kolkwitzer ließen ihre Funken vom Karnevalsclub und die Kinder vom Happy Bibo-Verein tanzen. Die Limberger Lindenmusikanten machten den musikalischen Auftakt nach dem Bierfassanstich durch Bürgermeister Karsten Schreiber. „Mut und Flexibilität der Menschen machten vieles möglich. Diesen Mut und den Gemeinschaftssinn sollten wir uns bewahren“, sagte der neue Kommunalchef, der sich mit einem großen Präsentkorb bei Jürgen Türk für dessen Initiative vor 25 Jahren bedankte und dann mit ihm gemeinsam den Fassbieranstich übernahm. Acht Schläge brauchten sie und hatten dabei wieder die Unterstützung der Kolkwitzer Feuerwehr.

Zahlreiche Oktoberfestbesucher radelten viele Kilometer im Rahmen des enviaM und Mitgas-Städtewettbewerbs und bewarben sich damit um Geld für Projekte von Vereinen in der Gemeinde. Spielplätze in Kolkwitz und Kunersdorf, sowie eine Lesestube in der Schule sollen entstehen im Falle eines vorderen Platzes bei diesem Wettbewerb. Die Schlange der Mitradler riss bis zum Abend nicht ab.

Die kleinen Besucher freuten sich über das Reiten auf den Ponys vom Kolkwitzer Reiterhof „Forest Hill“ und die Seifenblasenwerkstatt. Zusammen mit jungen Leuten vom Jugendklub Kolkwitz bastelten sie Laternen, die dann beim Lampion­umzug mit der Bläsergruppe der evangelischen Kirchengemeinde Kolkwitz zum Einsatz kamen. Und die Kolkwitzer machten sich selber ein Geburtstagsgeschenk: „Kolkwitzer Geschichten“ – ein Kalender für 2019 mit Anekdoten hatte Premiere. Das Werk von fünf Autoren konnte jeder für 8 Euro kaufen. In Zukunft ist es in der Gemeindeverwaltung erhältlich. Nächstes Jahr soll es eine neue Auflage dann für 2020 geben.

Zum Höhepunkt wurde einmal mehr der gemeinsame Auftritt des Traditionsvereins Papitz und des Dorfclubs Gulben. Sie bewiesen überzeugend, dass es auch in Kolkwitz wendische Wurzeln gibt. Die Mädels hatten ihre schönsten wendischen Trachten angezogen. Musikalisch ging’s zu und zu Lachen gab es bei der verrückten Truppe mehr als genug: Schminken wie die schönen Städterinnen, nur mit Mehl und Ketchup war angesagt.

„Ich bin hier, weil ich die Musik mag und weil ich selbst schon bei den Lindenmusikanten ausgeholfen habe“, erklärte Wilfried Balzke aus Kolkwitz. Kristin Böhm kam mit Mann und den drei Kindern: „Das ist doch Tradition, dass man hier dabei ist.“