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Bahnstörungen nach Sturmtief „Xavier“
Züge nach Berlin und Falkenberg fallen weiter aus

Umgestürzte Bäume, abgeknickte Masten und mehr erschweren den Bahnarbeitern die Aufräumarbeiten nach „Xavier“.
Umgestürzte Bäume, abgeknickte Masten und mehr erschweren den Bahnarbeitern die Aufräumarbeiten nach „Xavier“. FOTO: Daniel Bockwoldt / dpa
Cottbus. Der Zugverkehr in der Lausitz leidet weiter unter den Sturmfolgen von „Xavier“. Neben der wichtigen RE2-Strecke von Cottbus nach Berlin fällt auch die Direktverbindung nach Falkenberg weiter aus. Ein Ende ist noch nicht in Sicht. Von Bodo Baumert

Schäden beseitigen, Risiken für Reisende ausschließen, Strecken freigeben: So nähert sich die Deutsche Bahn nach den Zerstörungen durch den massiven Herbststurm „Xavier“ Stück für Stück dem Normalzustand. Während es auf den Fernstrecken Fortschritte gibt, sind vor allem Regionalstrecken wie der RE2 weiter unterbrochen. Mindestens für den heutigen Montag ist ein Ende der Sperrung auch nicht absehbar.

Am Morgen will die DB Netz die Strecke untersuchen und dann am Mittag eine Prognose abgeben, wie lange die Bauarbeiten dauern werden. Das Problem: Auf diesem Streckenabschnitt haben es die Arbeiter nicht nur mit umgestürzten Bäumen zu tun, ganze Strommasten wurden zerstört. Ob diese provisorisch ersetzt oder komplett neu aufgebaut werden müssen, soll sich im Lauf des Tages entscheiden.

„Die durch den Sturm ‚Xavier’ verursachten Schäden sind erheblich. Nachdem umgestürzte Bäume, Gebüsch und Unrat entfernt wurden, zeigte sich das ganze Ausmaß. Dutzende umgeknickte Signal- und Oberleitungsmasten einschließlich der Fundamente sind neu zu bauen. Gerissene und herabhängende Oberleitungen werden durch die Fachleute für Leit- und Sicherungstechnik repariert“, berichtet die Bahn am Morgen. Spezial-Teams aus dem ganzen Bundesgebiet seien am Wochenende Tag und Nacht mit schwerem Gerät und Hebebühnen im Einsatz gewesen. „Allein zwischen Berlin und Hamburg gibt es auf einer Länge von über 40 Kilometern massive Beschädigungen. Insgesamt zeigten sich auf einer Strecke von rund 1000 Kilometern an der Bahninfrastruktur Schäden durch den Sturm“, so ein Bahnsprecher.

Zwischen Hamburg und Berlin konnte der Verkehr am Montagmorgen langsam wieder aufgenommen werden. Die Bahn warnte aber davor, dass es weiter zu Verspätungen von bis zu einer Stunde kommen könne.

Anders sieht es beim RE2 in der Lausitz aus. Voraussichtlich noch bis Dienstag, 10. Oktober, werden auf der Bahnstrecke Cottbus-Berlin keine Züge verkehren. Das sagte Odeg-Eisenbahnbereichsleiter Jörg Kiehn am Sonntag der RUNDSCHAU. „Es wird definitiv keinen Zugverkehr am Montag geben. Ich persönlich gehe davon aus, dass das auch am Dienstag so bleibt“, sagte Kiehn. Er rät Pendlern ab Cottbus, auf den RE11 Richtung Frankfurt/Oder auszuweichen und ab Frankfurt den RE1 nach Berlin zu nehmen. Fahrkarten für die RE2-Strecke seien auch für diesen Umweg gültig. Die Odeg hat außerdem Busse für den Ersatzverkehr eingerichtet. die Busse verkehren entweder als Expressbus direkt zwischen Cottbus und Königs Wusterhausen oder fahren mit Zwischenhalten an den RE2-Bahnhöfen.

Auch die Regionalexpress-Linie zwischen Cottbus und Falkenberg (Elster) ist weiter gesperrt. „Aufgrund der Unwetterauswirkungen verkehren die Züge dieser Linie momentan gar nicht. Wir arbeiten an der Einrichtung eines Ersatzverkehrs zwischen Cottbus und Leipzig Hbf“, teilt die Deutsche Bahn auf ihrer Internetseite mit.

Kunden, die wegen des Sturms Xavier ihre Reise nicht antreten konnten, haben laut DB die Möglichkeit, ihr Zugticket mit Gültigkeit ab Donnerstag, 5. Oktober, bis einschließlich Sonntag, 15. Oktober, zu nutzen. „Diese Regelung gilt auch für Tickets mit Zugbindung“, heißt es von der Pressestelle. Bei Reiseverzicht können Tickets ohne Gebühr zurückgegeben werden.

„Xavier“ war nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) einer der schlimmsten Stürme der vergangenen Jahrzehnte. Er war am Donnerstag vor allem über den Norden und Osten Deutschlands hinweggefegt. In Brandenburgstürmte er mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 122 Stundenkilometern am heftigsten.

Bei dem Sturm sind im Land Brandenburg vier Menschen ums Leben gekommen. Drei wurden von umgestürzten Bäumen und herumfliegenden Ästen in ihren Autos getötet. Ein Mann wurde am Donnerstag von einem Baum erschlagen, als er gerade Äste von einer Straße wegräumen wollte.