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Zuckerwatte statt Asylkritik an der Cottbuser Bahnhofstraße

Mit dem Herbstfest hat das Piccolo-Theater ein kleines aber wirkungsvolles Zeichen gegen den Spaziergang der Patrioten gesetzt.
Mit dem Herbstfest hat das Piccolo-Theater ein kleines aber wirkungsvolles Zeichen gegen den Spaziergang der Patrioten gesetzt. FOTO: lsc1
Cottbus. Konzentriert wählen Henning und Justus die Kastanien zum Basteln aus. Am Zuckerwatte-Stand versüßen sich groß wie klein den trüben Herbsttag mit der fluffigen Leckerei. Lydia Schauff/lsc1

Am Samstag hat das Cottbuser Piccolo-Theater unter dem Motto "Der Kästner-Platz ist bunt" zum Herbstfest eingeladen. Luftballons in allen Farben wehen im Wind. "Wir haben das Herbstfest spontan organisiert, weil wir sowieso noch eins machen wollten. Und um zu zeigen, dass unser Platz ein friedlicher, demokratischer Platz ist", sagt Reinhard Drogla, Leiter des Piccolo-Theaters, mit einem Seitenblick auf den Parkplatz auf der gegenüberliegenden Straßenseite.

Dort steht eine kleine Menschengruppe, die "gegen Asylmissbrauch" demonstriert. "Es sind bei Weitem nicht so viele da, wie angemeldet", sagt Ines Filohn, Sprecherin der Polizeidirektion Süd. So hätte der aus dem Havelland stammende Anmelder der Demo mehrere Hundert Demonstranten angemeldet - gekommen sind um die 30. Ursprünglich wollten sich die Asylkritiker auf dem Kästnerplatz sammeln. Zahlreiche Polizisten haben sie auf den Parkplatz umgeleitet.

Ein Grund fürs kurzfristige Herbstfest war auch, dass dafür in den nächsten Wochen keine Zeit mehr sein wird. Bis Ende des Jahres stehen noch drei Premieren ins Piccolo-Haus. Im Dezember starten das Puppenspiel "Rotkäppchen" und das Theaterstück "Peter Pan". Am 3. November feiert das Klassenzimmerstück "Kiwi on the Rocks" Premiere, das Alkoholmissbrauch und dessen Folgen thematisiert. Nächster Höhepunkt ist das 17. Cottbuser Puppenspielfest am kommenden Wochenende. Reinhard Drogla steht hinterm Grill, verteilt Bratwurst an die Besucher.

Die können an diesem Tag auch etwas für die Sicherheit ihres Zweirades tun und es vor Ort von der Verkehrswacht codieren lassen. Auch in die Jahre gekommene Drahtesel mit dem Code zu versehen, ist laut Martina Döring von der Verkehrswacht sinnvoll: "Die alten Räder werden wieder verstärkt gestohlen. Besonders gefragt sind Fahrräder von Pegasus und Diamant."

Bis zum Abend wird vorm Piccolo-Theater gebastelt, geschlemmt, gespielt. Die Demo der Asylkritiker, die 14 Uhr begonnen hatte, löste sich nach anderthalb Stunden auf. Der geplante Spaziergang über Bahnhofstraße und Karl-Liebknecht-Straße lohnte sich mit so wenigen Teilnehmern nicht.