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Zooschule und neue Schilder
Tierpark wird internationaler

Dr. Jens Kämmerling präsentiert die erst neue Informationstafel.
Dr. Jens Kämmerling präsentiert die erst neue Informationstafel. FOTO: Elsner / LR
Cottbus. Zooschule und neues Informationssystem machen Bildungsstätte im Grünen noch attraktiver. Von Ulrike Elsner

Das Zooschul-Projekt des Cottbuser Tierparks ist in trockenen Tüchern. „Der Begleitausschuss hat zugestimmt“, berichtet Tierparkdirektor Dr. Jens Kämmerling. Demnach sind die Vorplanungen weitgehend abgeschlossen. Im April wird der Förderantrag gestellt. Die Stadtverwaltung rechnet im Frühjahr 2019 mit dem Baubeginn.  „Im Herbst könnte die Zooschule fertig sein“, sagt der Tierparkchef.

Das von der Europäischen Union geförderte Interreg-Projekt, das gemeinsam mit dem Botanischen Garten Zielona Góra geplant wurde, läuft über drei Jahre und kostet rund 477 000 Euro, die zu 85 Prozent gefördert werden. Die Stadt steuert lediglich 15 Prozent bei.

Die reinen Baukosten liegen bei 364 000 Euro. Hinzu kommen  eine Halbtagsstelle für einen polnischsprachigen Zooschullehrer sowie die Finanzierung von jeweils
42 Bus-Touren inklusive Eintritt und Mittagessen für Schüler aus der polnischen Partnerregion nach Cottbus sowie aus Cottbus in den Minizoo, der dem Botanischen Garten Zielona Gora angegliedert ist.  Ziel ist laut Kämmerling neben naturwissenschaftlicher und Umwelt-Bildung der  Ausbau der Kontakte zwischen deutschen und polnischen Kindern und Jugendlichen. „Uns liegt viel daran, dass diese Kontakte zur Normalität werden“, betont der Tierparkchef.

Der Neubau soll in unmittelbarer Nähe des Verwaltungstrakts errichtet werden und über einen Klassenraum, einen Umkleidebereich, Toiletten und einen Vorbereitungsraum für die Zooschullehrerin verfügen. Das Gebäude mit einer Grundfläche von 15 mal 13 Metern ist über einen Weg vom  Raubtierhaus aus gut zu erreichen.

Unterricht unter freiem Himmel soll es künftig trotzdem geben. In der Zooschule aber bestehen beste Bedingungen, um den Tierpark-
rundgang vor- und nachzubereiten.  Auch Naturschutz-Gruppen sollen das Gebäude künftig nutzen können. „30 bis 35 Leute haben im Klassenzimmer  bequem Platz“, ist sich der Tierparkdirektor sicher. Die Bestuhlung ist variabel.

Mit der Sanierung des im Jahr 1968 errichteten Raubtierhauses steuert der Cottbuser Tierpark schon das nächste Großvorhaben an. Dort sollen das Dach eine neue Isolierung erhalten, die gesamte Haustechnik erneuert und der Eingangsbereich erweitert werden.  Derzeit haben in dem Altbau neben einer Leopardin Kapuzineraffen, Fische und Schlangen ihr Domizil. „Es wird in Zukunft wieder einen neuen Leopardenkater geben“, verspricht Dr. Kämmerling. Jedoch erst nach Abschluss der Bauarbeiten. Das wird aber noch eine Weile dauern. „Baubeginn ist nicht vor 2019“, stellt der Tierparkchef klar.

Bereits im Gange sind die Arbeiten an der künftigen Flamingo-Lagune, einem Projekt des Tierparkfördervereins. Die Fertigstellung ist für Mai/Juni 2018 geplant. Die besonders wegen  der Rosafärbung ihres Gefieders so beliebten Wasservögel haben im Cottbuser Tierpark einen besonderen Stellenwert. Immerhin ist hier im Jahr 1977 die DDR-weit erste Flamingo-Zucht gelungen.

In der entstehenden Lagune sollen die Exoten mit Netzen vor Greifvögeln geschützt werden. Aber auch Füchse, Marder und Waschbären stellen für Flamingos eine Gefahr dar. Allerdings sollen die Stelzvögel künftig vor Raubtieren sicher  sein. Doch die Lagune bietet noch einen weiteren Vorteil. Sie macht das Beschneiden der Flügel überflüssig. Zudem schafft sie eine größere Nähe zwischen Wasservögeln und Menschen.  „Es entsteht eine begehbare Volière. Die Besucher gehen mitten hindurch“, verspricht Dr. Jens Kämmerling.

Den zahlreichen polnischen Besuchern soll die Orientierung im Cottbuser Tierpark künftig erleichtert werden. Dafür sorgt eine neue Beschilderung.  Bei den possierlichen Silberäffchen ist das erste derartige Schild aufgestellt worden, auf dem neben einem Erklärtext in Deutsch und Polnisch auch der sorbische Name des Äffchens Slobrana nalpicka verzeichnet ist.

Die possierlichen Silberäffchen haben es im frisch sanierten Hexenhaus im Tierpark schön warm. Von ein wenig Sonne lassen sie sich aber auch im Winter ins Außengehege locken.
Die possierlichen Silberäffchen haben es im frisch sanierten Hexenhaus im Tierpark schön warm. Von ein wenig Sonne lassen sie sich aber auch im Winter ins Außengehege locken. FOTO: Elsner / LR