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| 17:04 Uhr

Europa
Geförderte Grenznähe

Stefan Ludwig besucht die Elefanten im Cottbuser Tierpark. Die sind nicht Interreg-gefördert, Raubtierhaus und Zooschule allerdings schon.
Stefan Ludwig besucht die Elefanten im Cottbuser Tierpark. Die sind nicht Interreg-gefördert, Raubtierhaus und Zooschule allerdings schon. FOTO: LR / Daniel Schauff
Cottbus. Zooschule, Tigergehege, Branitzer Park: Europas Interreg-Mittel schärfen Cottbuser Charakter. Von Daniel Schauff

Es sind wohl die schönen Stunden als Minister in der Landesregierung – ein Besuch im Tierpark. Stefan Ludwig (Linke), Minister für Justiz und für Europa und Verbraucherschutz im Land Brandenburg, füttert am Donnerstagmittag die beiden Cottbuser Elefanten Karla und Sundali. Und das nennt sich Arbeitsbesuch ...

Ludwig ist nicht umsonst im Tierpark. Sein Ziel ist die Zooschule, in die gerade erst die letzten Türen eingebaut wurden. Der Boden im Unterrichtsraum fehlt noch, aber wenn alles gut geht, kann das erste echte Gebäude der bereits seit knapp 30 Jahren bestehenden Zooschule Anfang des kommenden Jahres in Betrieb gehen. Rund 370 000 Euro hat der Bau allein gekostet, ein Großteil kommt aus der Geldbörse der Europäischen Union, genauer: dem Topf, aus dem die Interreg Va-Mittel kommen. Hinter dem sperrigen Begriff steckt im Grunde Fördergeld, das für deutsch-polnische Partnerprojekte in Grenznähe fließt. Cottbus gehört zur Euroregion Spree-Neiße-Bober und damit in die Förderkulisse.

Eine Zooschule als deutsch-polnisches Partnerprojekt? Insgesamt knapp 478 000 Euro stecken in dem Projekt, das der Tierpark mit dem Botanischen Garten in Zielona Góra angehen will. Dazu gehören zwei Halbzeitkräfte, darunter Bartosz Lysakowski, polnischstämmiger Zooschullehrer im Tierpark. Rund 2100 Kinder werden in den kommenden Jahren mit Fahrten von und nach Zielona Góra und Besuchen in Tierpark und Botanischem Garten profitieren und unter anderem das Tigergehege besuchen, ebenfalls ein Interreg-Projekt. 1,4 Millionen Euro stecken in dem Neubau der Wildkatzenanlage. Ein Großteil kommt aus dem Europäischen Fördertopf.

Stefan Ludwig ist als Europaminister der Landesregierung unter anderem zuständig für das Interreg-Programm, das in der Euroregion Spree-Neiße-Bober die Stadt Cottbus, den Landkreis Spree-Neiße und die südliche Woiwodschaft Lubuskie (Lebus) als Förderkulisse umfasst. Ludwigs Reise entlang der aktuellen Förderprojekte in Cottbus ist mit dem Besuch beim Tierpark längst nicht zu Ende. Gestartet war sie am Morgen bereits im Planetarium, wo Ludwig den Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) zu einem Gespräch über die Partnerschaft zwischen Cottbus und Zielona Góra getroffen hatte. Das Planetarium trägt den Namen „Europa-Planetarium“, die Zusammenarbeit mit dem Astronomischen Institut der Universität Zielona Góra ist Teil der mit Interreg-Mitteln geförderten engeren Zusammenarbeit der beiden Partnerstädte Cottbus und Zielona Góra. Letztere, das betont Euroregion-Geschäftsführer Carsten Jacob, sei eine besondere im Euroregion-Raum. Während etwa Guben und Gubin oder Forst und Brody als Interreg-Partner nur jeweils einen Steinwurf voneinander entfernt sind, liege zwischen Cottbus und seiner polnischen Partnerstadt eine große Distanz. Trotzdem sei die Partnerschaft eine besonders intensive, in der viele Partner-Projekte mit Interreg-Mitteln realisiert würden.

Ludwig wird nach dem Tierpark-Besuch auch noch einen Spaziergang durch den Branitzer Park unternehmen. Dort hinterlässt das europäische Förderprogramm ebenfalls deutliche Spuren. In der aktuellen Förderperiode werden etwa das Venusbeet am Schloss und der Hardenbergplatz neu gestaltet und damit näher an ihren Ursprung gebracht. Bereits in der Vergangenheit ist viel Geld aus europäischen Mitteln in den Branitzer Park geflossen – in der aktuellen Förderperiode werden die „Erhaltung und Nutzung der historischen Parkanlagen Branitz und Zatonie“ bezuschusst. 4 703 086 Euro Fördermittel aus dem Interreg Va-Programm sind dafür bestätigt. Gut angelegtes Geld, wie Europaminister Stefan Ludwig bestätigt.