ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 14:54 Uhr

Cottbus
Zoll geht gegen Schwarzarbeit vor

Der Bau gehört zu den Branchen, die der Zoll gezielt unter die Lupe nimmt.
Der Bau gehört zu den Branchen, die der Zoll gezielt unter die Lupe nimmt. FOTO: IG Bau
Cottbus/Berlin. Die Beamten erhöhen den Fahndungsdruck auch von Cottbus und Dresden aus. Von Bodo Baumert

Im Kampf gegen Schwarzarbeit in Deutschland hat der Zoll seine Anstrengungen erhöht. Arbeitgeber auf dem Bau, im Gastgewerbe und in anderen Branchen haben im vergangenen Jahr deutlich häufiger Besuch von Zollfahndern bekommen. Mehr als 52 000 Unternehmer wurden deutschlandweit überprüft.

In diesem Jahr sollen die Kontrollen weiter ausgebaut werden. 1400 zusätzliche Stellen hat die Bundesregierung dem Zoll Ende Juni bewilligt, zur Bekämpfung von Schmuggel und Schwarzarbeit.

Auch in Cottbus, wo die zuständige Finanzkontrolle des Zolls für Südbrandenburg sitzt, wird der Fahndungsdruck erhöht. Der neue Leiter der Gruppe, Guido Eßer, hat im März seine Arbeit aufgenommen. Er will den Fokus verstärkt auf organisierte Kriminelle im Bereich der Schwarzarbeit legen. „Schwarzarbeit ist kein Kavaliersdelikt“, sagt Eßer. Dem Fiskus sind allein im vergangenen Jahr durch Schwarzarbeit rund einer Milliarde Euro entgangen. Ein Zweig der organisierten Kriminalität habe sich darauf spezialisiert, billige, illegale Arbeitskräfte nach Deutschland zu bringen, sie hier auszubeuten und das Ganze über falsche Rechnungen, Firmengeflechte und Aufträge zu vertuschen.

In Cottbus haben die Zollbeamten im vergangenen Jahr bei 482 Kontrollen 141 Verfahren eingeleitet und abgeschlossen. Hinzu kamen 70 Ordnungswidrigkeiten. Das für Ostsachsen zuständige Hauptzollamt Dresden hat 2017 ebenfalls die Zahl der kontrollierten Personen deutlich erhöht, um rund 400 auf 1715.