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Modellprojekt von Reha Vita
„Zentrum für Kindergesundheit“ soll in Cottbus entstehen

Christian Seifert, Geschäftsführer der Reha Vita, hofft, dass die neue Kinder-Reha im Mai 2019 bezugsfertig ist.
Christian Seifert, Geschäftsführer der Reha Vita, hofft, dass die neue Kinder-Reha im Mai 2019 bezugsfertig ist. FOTO: Hilscher Andrea / LR
Cottbus. Die Reha Vita plant ein „Zentrum für Kindergesundheit“ und will damit bundesweit Modellprojekt werden. Geplante Kosten: 4,2 Millionen Euro.

Vor 20 Jahren haben es sich Annett und Christian Seifert  zur Aufgabe gemacht, kranken Menschen in der Region zu helfen: Damals gründeten die Geschäftsführer der heutigen Reha Vita ihre erste Physiotherapie in Cottbus. Jetzt stehen sie vor einer neuen Herausforderung. Mit einem „Zentrum für Kindergesundheit“ wollen sie ein völlig neues Angebot schaffen, damit bundesweit Modellprojekt werden.

„Wir hatten ohnehin das Problem, dass wir mit der Reha Vita langsam an die Grenzen unserer Kapazität stoßen“, sagt Geschäftsführer Christian Seifert. Als dann die Bundesregierung beschlossen hat, den Bereich der Kinder-Rehabilitation deutlich zu stärken, nahm bei Seiferts eine Idee immer konkretere Formen an: Warum sollte man nicht etwas ganz Neues schaffen? Bauen, um mehr Platz für die traditionellen Reha-Patienten zu schaffen und gleichzeitig ein Angebot zu entwickeln, dass den Bedürfnissen von kranken Kindern und Jugendlichen gerecht wird?

Aus der Idee ist längst greifbare Realität geworden: Auf einem firmeneigenen, 1800 Quadratmeter großen Grundstück zwischen der jetzigen Reha Vita und dem Ostrower Platz klafft eine gigantische Baugrube. Bis zum Mai 2019 soll hier nach Entwürfen des Architekten Martin Stauß ein „Zentrum für Kindergesundheit“ entstehen: 2600 Quadratmeter Nutzfläche, verteilt auf vier Ebenen, mit allem, was das Patienten- und Therapeutenherz begehrt.

Im Erdgeschoss wird es einen Raum für die Medizinische Trainingstherapie (MTT) geben, ein Bewegungsbad mit verschiedenen Wassertiefen für Patienten aller Altersgruppen. Darüber ist Platz für eine Gemeinschaftspraxis dreier Kinderärzte, die aus Sachsendorf an den neuen Standort wechseln. Umfangreiche Räumlichkeiten für die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den hauseigenen Physiotherapeuten, einem Arzt, einer Kinderkrankenschwester und einem Psychologe sowie Therapiezimmer für mehrere Logopäden und Ergotherapeuten runden das Konzept ab. Christian Seifert: „Wir freuen uns sehr, dass wir auch einen Snoezelraum anbieten können, Hirnleistungstraining und einen Psychomotorikraum.“ Sogar an werdende Mütter und Neugeborene ist gedacht: Die Hebamme Carmen Gennermann will ebenfalls in das neue Kinder-Zentrum ziehen. Seminar- und Gymnastikräume und eine große Lehrküche ergänzen das Angebot. Kosten des Projektes: voraussichtlich insgesamt rund 4,2 Millionen Euro.

Die Pläne sind abgestimmt auf das Vorhaben der Rententräger, den Bereich Kinder- und Jugend-Reha in den kommenden Jahren attraktiver zu gestalten. In der Vergangenheit war die Zahl der Anträge bei Kindern und Jugendlichen auf medizinische Reha-Leistungen um rund 37 Prozent gesunken. Einer der Hauptgründe: Eltern und Kinder wollten lange Fehlzeiten in Schule oder Ausbildung vermeiden.

Neue Gesetze aber machen erstmals auch ambulante Reha-Angebote für Kinder und Jugendliche möglich. Christian Seifert: „Die Rententräger wollen damit sicherstellen, dass nicht schon die Jüngsten durch gesundheitliche Defizite davon abgehalten werden, Schule oder Ausbildung erfolgreich zu absolvieren.“ Sein Plan: Die neue Kinder-Reha in Cottbus soll Modellprojekt werden, mit der Deutschen Rentenversicherung laufen derzeit intensive Gespräche. Christian Seifert: „Die Rückmeldungen aus dem Carl-Thiem-Klinikum, von Kinderärzten und -Psychologen sind sehr positiv.“ Die jungen Patienten sollen künftig im Rahmen ambulanter Reha-Maßnahmen in Cottbus ganzheitlich versorgt werden, können – ähnlich wie Erwachsene – an langfristigen Nachsorgeprogrammen teilnehmen, um Reha-Erfolge zu festigen.

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