| 02:34 Uhr

Zeitreise auch künftig mit Tiefgang

Kornelius Kusch macht den Besuch von Stary lud in Dissen zum Erlebnis mit Bildungsanspruch.
Kornelius Kusch macht den Besuch von Stary lud in Dissen zum Erlebnis mit Bildungsanspruch. FOTO: Gerd Rattei
Dissen-Striesow. Seit knapp zwei Jahren lädt der slawische Siedlungsausschnitt Stary lud Besucher aus der Region und Touristen zu einer Zeitreise ein. Jetzt haben Förderverein, Gemeinde, Amt und Stiftung für das sorbische Volk eine Möglichkeit gefunden, die museumspädagogische Arbeit in diesem Teil des Heimatmuseums Dissen für die nächsten Jahre zu sichern. Ulrike Elsner

12 000 Besucher zählte das Heimatmuseum Dissen im Jahr 2014. Und der Aufwärtstrend hält an. Es handle sich um eines der erfolgreichsten Museen im Landkreis Spree-Neiße, betonte Hauptamtsleiter Christoph Neumann im jüngsten Burger Finanz- und Planungsausschuss. Doch mit dem Wegfall von zwei geförderten Stellen im vergangenen Jahr klafft eine große Lücke bei der Absicherung des täglichen Museumsbetriebes. Das Land habe sich aus der Förderung des Museumspädagogen zurückgezogen, erklärte Christoph Neumann.

Deshalb wollen die Gemeinde Dissen-Striesow, das Amt Burg und der Förderverein Heimatmuseum Dissen neue Wege gehen. Die Abgeordneten hatten über einen Antrag des Fördervereins auf einen jährlichen Zuschuss in Höhe von 6000 Euro zu den Personalkosten des Museumspädagogen zu befinden. Am Ende votierten sie einstimmig mit Ja. Damit wurde der Weg freigemacht für eine gemeinsame Finanzierung der Personalstelle durch den Förderverein, die Gemeinde Dissen-Striesow, das Amt und die Stiftung für das sorbische Volk für die nächsten drei Jahre.

Das Votum bedeutet eine klare Ankerkennung für die Arbeit des Museums, das sich nach den Worten von Fred Kaiser als Ergänzung zu den Angeboten des Kurorts Burg etabliert hat. "Wenn die Gäste Stary lud oder die Spreeaue besuchen, erhöht sich die Verweildauer", stellte der Bürgermeister von Dissen-Striesow fest. Davon profitiere auch der Kurort.

Hinzu kommt das wachsende Interesse von Bewohnern des Amtsbereiches. Der neue Museumskomplex sei ein echtes Alleinstellungsmerkmal und erweise sich als Anziehungspunkt für Kindergarten-, Schüler- und Seniorengruppen, betonte Museumsleiterin Babette Zenker. Auch Sport- oder Feuerwehrgruppen wählen Stary lud häufig als Ziel gemeinsamer Unternehmungen. Für sie wie für Vertreter wissenschaftlicher Institutionen müsse eine Führung durch Stary lud auf korrekten Informationen über den dargestellten Zeitabschnitt slawischer Siedlungsgeschichte basieren.

Für diese Genauigkeit steht Kornelius Kusch. Wie kaum jemand sonst verbindet der Museumspädagoge historisches Wissen mit Begeisterung für die Lebensweise der Menschen in der damaligen Zeit. "Wir versuchen Vieles über ehrenamtliche Arbeit abzusichern", sagte Babette Zenker. "Aber an bestimmten Punkten funktioniert Museumsarbeit nur mit qualifiziertem Personal."