Für die geplante Erweiterung des Blechen-Carrés sind noch nicht die nötigen Millionen zusammen. Das erklärt René Becker, Geschäftsführer der EKZ Stadtpromenade Cottbus GmbH, gegenüber der RUNDSCHAU. Damit ist für den Bauherrn eine wichtige Frist abgelaufen. Stichtag war der 31. Dezember 2013. Nun bereitet die Stadt die Aufhebung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes für die Erweiterung des größten Lausitzer Einkaufszentrums vor.

Am Mittwochabend ist das druckfrische Papier an die Abgeordneten des Wirtschaftsausschusses verteilt worden. Denn das Stadtparlament entscheidet über den Start der Rückabwicklung. Allerdings fehlt noch die Unterschrift des Oberbürgermeisters, um das Papier in die Abstimmung zu schicken. Baudezernentin Marietta Tzschoppe (SPD) erklärt dazu: "Wir wollen den 23. Januar abwarten." An diesem Tag wird der Bauherr nach eigener Auskunft die Abgeordneten und die Verwaltung detailliert über den Stand der Finanzierungsgespräche informieren. Danach soll die Entscheidung fallen, ob der Beschluss für das Aufhebungsverfahren ins Stadtparlament eingebracht wird. Das sei auch kurzfristig noch im Januar möglich. Die nächste Sitzung ist für den 29. des Monats angesetzt.

Der Geduldsfaden ist bei vielen Abgeordneten längst gerissen. So fragt Hagen Strese (CDU) ungehalten: "Was wollen die uns denn erzählen, was sie nicht schon im Dezember hätten sagen können?" Denis Kettlitz (SPD) sagt: "Wir hoffen alle darauf, dass am 23. etwas kommt, glauben aber nicht daran. Da sind wir uns doch alle einig." Die SPD/Grüne-Fraktion vor vier Wochen angekündigt, das Aufhebungsverfahren in Gang setzen zu wollen.

In einem Brief an das Baudezernat von Mitte Dezember schreibt René Becker: "Derzeit lässt sich prognostizieren, dass die Verhandlungen zur Gesamtfinanzierung bis zum 30. März 2014 abgeschlossen sein sollten. Wir werden dazu im Januar 2014 einen detaillierten Zeitplan erarbeiten." Die EKZ GmbH kooperiert demnach seit Oktober 2013 mit einer Finanzierungsagentur. Das hat nach Worten von René Becker das Fortkommen der Verhandlungen mit Geldgebern beschleunigt.

Der Geschäftsführer betont im Gespräch mit der RUNDSCHAU: "Das Aufhebungsverfahren interessiert uns nicht. Deshalb haben wir auch nicht den Termin in der nächsten Woche gemacht." René Becker versichert, dass die Erweiterung des Einkaufszentrums damit nicht gefährdet sei. Im Gegenteil: "Wir wollten nie einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan. Ohne sind wir viel freier." Tatsächlich macht dieser Plan dem Bauherrn ziemlich genaue Vorschriften - bis hin zur Anordnung von Schaufenstern im Anbau. Doch auch das erklärt Becker: "Ein solches Aufhebungsverfahren verursacht Unruhe bei den Mietern und macht die Verhandlungen holpriger." Die Baudezernentin stellt klar: "Ohne den vorhabenbezogenen Bebauungsplan besteht auf dem Grundstück zwar Baurecht, aber der zweite Bauabschnitt könnte so nicht gebaut werden."