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Sicher durch die Nacht
Zahlreiche Cottbuser bei der Nacht der kreativen Köpfe auf Entdeckungsreise

Im Foyer des Carl-Thiem-Klinikums konnten Neugierige Blicke durch die Mikroskope werfen. „You are not alone – der Mensch und seine Mikroben“ lautete der Titel der Mitmachstation.
Im Foyer des Carl-Thiem-Klinikums konnten Neugierige Blicke durch die Mikroskope werfen. „You are not alone – der Mensch und seine Mikroben“ lautete der Titel der Mitmachstation. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Cottbus Sicherheit geht vor war das credo der diesjährigen Nacht der kreativen Köpfe (NdkK). Rund 5700 neugierige Entdecker machten am Sonnabend die Nacht zum Tage und nutzen die Gelegenheit, Neues zu erleben und zu erforschen. Von Stefan Meyer und Bodo Baumert

Neben den lokalen Sicherheitsnetzwerken standen die Helden des Alltags im Fokus. Das Thema wurde in den 20 teilnehmenden Institutionen in unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Angefangen bei Tipps zur Ersten Hilfe, über Vorführungen von Sprengstoffspürhunden und Führungen über die Arbeitsweise des Katastrophenschutzes, bis hin zu Darbietungen über Strafverfolgung und Forensik.

Ralf Borrmann (54) und seine Frau Ingrid (48) fühlen sich nach der Nacht ein Stück sicherer. „Dadurch, dass wir zum Beispiel hinter die Kulissen des Amtsgerichtes gucken konnten, ist die Arbeit der Strafvollzugsbehörden etwas transparenter für uns geworden. Ich habe jetzt mehr Vertrauen in deren Arbeit.“

Darüber hinaus animierten einige Angebote die Besucher, auch selber etwas für ihre Sicherheit zu tun. Der Studiengang Cyber Security zeigte den Gästen der BTU worauf es bei einem schwer zu knackenden Passwort ankommt. Im Stadthaus zeigte die Bundespolizeiinspektion, wie man sich gegen Taschendiebe schützen kann, und ein Überschlagsimulator bei der IHK demonstrierte, wie wichtig Verkehrssicherheit ist.

Einen krassen Beitrag leistete das Menschenrechtszentrum. Hier machten Aktivisten der Falun-Gong-Bewegung auf den Organraub in China aufmerksam. Darsteller schlüpften in die Rolle eines Operationsteams und „plünderten“ einen Gefangenen aus. „Das geschieht jeden Tag in China“, erklärte ein Sprecher.

Erstmals öffneten sich die Türen bei der NdkK in diesem Jahr bereits um 18 Uhr. Doch trotz der etwas mehr zur Verfügung stehenden Zeit, war bei einigen Einrichtungen der Andrang am Anfang groß. So mussten sich Besucher unter anderem bei der Kammerbühne, dem Amtsgericht oder der Justizvollzugsanstalt Cottbus-Dissenchen gedulden und auf längere Wartezeiten einstellen.

Simone Jansen (32) hatte jedoch Verständnis dafür. „Das gehört halt dazu. Bei zu vielen Leuten könne man ja sonst die Angebote nicht richtig wahrnehmen."

Das Fazit der Organisatoren fällt positiv aus. „Es hat alles sehr gut funktioniert. Das Konzept ist aufgegangen“, sagt Jörg Ackermann, einer der Geschäftsführer der veranstaltenden Pool Production GmbH.

Besonders auffällig war der große Kinder- und Jugendanteil unter den Besuchern. „Das war noch mehr bemerkbarer als in den Vorjahren schon.“