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| 17:55 Uhr

Komasaufen
Zahl jugendlicher Komasäufer hatin Cottbus und SPN zugenommen

Cottbus. Rauschtrinken bleibt ein Problem unter Lausitzer Jugendlichen. Aus diesem Anlass hat die DAK-Gesundheit Schüler am Mittwoch zu einem Aktionstag in den Weltspiegel eingeladen. Von Stephan Meyer

Immer mehr Jugendliche aus Cottbus und Spree-Neiße betrinken sich bis zur Besinnungslosigkeit. Das belegen die Zahlen des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg aus dem vergangenen Jahr. Um dem anhaltenden Problem Herr zu werden, engagiert sich die DAK-Gesundheit vorbeugend mit ihrem Plakatwettbewerb „bunt statt blau - Kunst gegen Komasaufen“.

Im Rahmen dieser Kampagne sucht die Krankenkasse den direkten Dialog mit Jugendlichen und lud aus diesem Anlass am Mittwoch mehr als 300 Cottbuser Schüler zur Filmvorführung im Weltspiegel ein. Gezeigt wurde das TV-Drama „Komasaufen“, in dem der 15-jährige Lukas versucht, seine familiären und schulischen Probleme mit exzessiven Alkoholkonsum zu kompensieren. Doch die negativen Folgen lassen nicht lange auf sich warten.

Trotz des ernsten Themas schienen einige Darstellungen im Film die jugendlichen Zuschauer sehr zu amüsieren. Während der Vorführung war einiges Gelächter zu hören. Der Achtklässler Max gibt anschließend jedoch preis, dass er das Szenario um Lukas und seine Freunde für durchaus realistisch hält. Die Schülerin Caro ist jedoch skeptisch. „Ich halte den Film für ein wenig überspitzt“, sagt sie. Für sie und ihre 13- bis 14-jährigen Mitschüler Jasmin, Emelie, Lee Ann und Max spielt Alkohol noch keine Rolle. Einige von ihnen reizen Bier und Alkopops gar nicht. Und Max glaubt zu wissen, nie Alkohol trinken zu wollen. Auch in anderen Klassenstufen ihrer Schule sei das kein Problem, so der Eindruck der Achtklässler „Die rauchen eher“, wie Max zu berichten weiß.

Im Film macht Protagonist Lukas seine erste Alkoholerfahrungen im Familienkreis. Bei einem Geburtstagsessen darf er ein Glas Wein trinken und nach einem Tag in der Kfz-Werkstatt seines Vaters eine Flasche Bier. Im Elternhaus der sechs Cottbuser Schüler spiele Alkohol jedoch eine untergeordnete Rolle. Bei einigen komme zu Hause sogar überhaupt kein Alkohol auf den Tisch.

Nach dem Film diskutierten unter anderem Ines Jesse (Staatssekretärin des Brandenburger Infrastrukturministeriums), Thomas Lembcke (Arzt am Carl-Thiem-Klinikum), Lutz List von Lebenswege e.V. und Elisabeth Fischer (Schülersprecherin einer 10. Klasse am Ludwig-Leichhardt-Gymnasium) mit den Schülern über das Thema Rauschtrinken. „Die Podiumsdiskussion war dann doch besser, als der Eindruck während des Films es hätte vermuten lassen“, so die Einschätzung von DAK-Gesundheit-Mitarbeiter Andreas Preuss. Die Schüler hätten das Angebot gut angenommen und seien viele Fragen losgeworden.