| 18:43 Uhr

Polizei
Zahl der Verbrechen nimmt ab

FOTO: LR
Cottbus . Weniger Delikte, mehr aufgeklärte Straftaten – die Entwicklung ist positiv. Von Andrea Hilscher

Bettina Groß, Leiterin der Polizeiinspektion Cottbus/Spree-Neiße kann bei der Vorstellung der Kriminalstatistik 2017  viele gute Ergebnisse vermelden, die sich kurz auf einen Nenner bringen lassen: Die Lage ist besser als ihr Ruf.

Im Bereich der Inspektion wurden im vergangenen Jahr 16 400 Straftaten erfasst, 8132 davon wurden aufgeklärt.  2016 lag die Zahl der Straftaten noch bei knapp 20 000 (aufgeklärt: 9571). Bettina Groß: „Eine positive Entwicklung, auch im Vergleich mit den langjährigen Mittelwerten.“ Der Kriminalitätsschwerpunkt lag im Stadtgebiet (9439 Delikte, minus 16,3 Prozent). Im Gebiet des Landkreises wurden 6961 Straftaten erfasst (minus 19,6 Prozent). In allen Gemeinden des Kreises ist der Rückgang an Straftaten deutlich spürbar. Eine Ausnahme macht Welzow mit einem Anstieg um 6,7 Prozent. Bettina Groß: „Hier haben wir eine Gruppe von jungen Serientätern, die versuchen, sich mit kleineren Einbrüchen Geld zu verschaffen.“ Ein Teil der Straftaten sei bereits juristisch abgeurteilt.

Rund 45 Prozent aller Delikte im Bereich der Polizeiinspektion fallen unter die Rubrik Diebstahl. Hier sank die Zahl von 9894 auf 7497. Allein im Bereich Fahrraddiebstahl wurden 700 Fälle weniger registriert als 2016. Allerdings, so Große, gebe es eine große Dunkelziffer, längst nicht jeder Diebstahl werden angezeigt. „Dabei sind wir angewiesen auf diese Anzeigen, um ein realistisches Bild der Lage zu bekommen“, sagt sie. Dennoch sei es erfreulich, dass gerade auch in Städten wie Guben oder Forst bei Diebstählen insgesamt ein Rückgang von über 27 Prozent zu verzeichnen ist.

Zurückgegangen ist auch die Zahl der Rauschgiftdelikte (von 683 auf 583). Aber, so Groß: „Wir haben wegen der Verschiebung unserer Schwerpunkte auch etwas weniger kontrolliert als 2016.“ Konsumiert wird nach wie vor am häufigsten Canabis, die Zahl der Crystal-Abhängigen wächst.

Die Polizeistatistik nimmt traditionell nicht nur die Täter ins Visier, auch die Opfer werden erfasst. Die Kriminalisten haben für ausgewählte Deliktgruppen untersucht, welche Altersgruppen besonders gefährdet sind, Opfer einer Straftat zu werden. Überraschend: Senioren, die sich häufig von Raubdelikten fürchten, wurden im vergangenen Jahr nur fünf Mal beraubt – bei insgesamt 94 Delikten. Opfer von Körperverletzungen wurden schwerpunktmäßig Erwachsene zwischen 21 und 60 Jahren (890 von 1385 Delikten). Die Gefahr, Opfer eines Sexualdelikts zu werden, ist bei Kindern unter 14 Jahren erschreckend hoch (31 von 90 Fällen).

Seit Cottbus im Zentrum der Auseinandersetzungen rund um das Thema Zuwanderung steht, steht auch die Kriminalitätslage unter den ausländischen Einwohnern  im Fokus. Bei aktuell 100 945 Einwohnern liegt der Ausländeranteil bei 8,3 Prozent, der Anteil von Ausländern aus Asylstaaten liegt bei vier Prozent. Von 9439 Straftaten im Stadtgebiet gehen acht Prozent auf das Konto von Ausländern, 4,1 Prozent sind Zuwanderer. Bettina Groß: „Der Anteil der Straftaten entspricht also dem an der Gesamtbevölkerung.“ Das Bild verschiebt sich leicht beim Blick auf die ermittelten Tatverdächtigen. Hier nehmen die Ausländer 18,7 Prozent ein, die Zuwanderer 9,4 Prozent – unter den deutschen Verdächtigen gibt es offenbar häufig Mehrfachtäter. Die Zahlen für Spree-Neiße sind wenig aussagekräftig, da der Kreis der Polizei keine Angaben über die Zahl der ausländischen Einwohner geliefert hat.

Die Zahl der politisch motivierten Straftaten lag 2017 bei 271, 81 Prozent davon waren rechtsgerichtet. In 25 Fällen wurden Menschen Opfer politisch motivierter Gewalt, auch hier kamen 80 Prozent der Angriffe aus dem rechten Lager.

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