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| 02:33 Uhr

Worrack, Engler und Turner holen den Titel

Cottbus. Die beiden Radsportler Trixi Worrack und Eric Engler sowie die Turner des SCC sind am Freitag zu den Cottbuser Sportlern des Jahres 2016 gekürt worden. Mehr als 2000 Stimmen waren abgegeben worden, dazu ging auch das Urteil einer Fachjury in die Wertung ein. Sven Hering

Die Sportprominenz gab sich am Freitagabend in den Räumen der Sparkasse Spree-Neiße in Cottbus die Klinke in die Hand. Lothar Thoms, Rudi Fink oder Gunhild Hoffmeister waren - nur stellvertretend für viele andere genannt - da, um bei der Auflösung der diesjährigen Sportlerwahl live mit dabei zu sein. Veranstaltet wurde die Umfrage vom Stadtsportbund Cottbus, der Deutschen Olympischen Gesellschaft (Ortsgruppe Cottbus) und der Sparkasse Spree-Neiße zusammen mit den Medienpartnern Antenne Brandenburg und LAUSITZER RUNDSCHAU. Gesucht waren die Nachfolger der 2015er-Sieger Stephanie Pohl, Christopher Jursch und Energie Cottbus (U19).

Mit einer besonderen Idee startete die Gala in diesem Jahr. Erfolgreiche Olympiateilnehmer wie Gloria Siebert, Lutz Heßlich oder Stephan Freigang marschierten - begleitet von Kindern - zu Beginn der Veranstaltung in das Foyer ein. Anschließend bekamen sie von Sparkassen-Vorstand Ralf Braun, der auch Vorsitzender der DOG-Stadtgruppe Cottbus ist, eine Erinnerungsplakette überreicht. "Wir wollen unseren Medaillengewinnern anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Einweihung des Weg des Ruhmes ihre eigene Miniaturmedaille feierlich im Beisein der gesamten Sportfamilie übergeben", sagte Braun. Der Cottbuser Sozialdezernent Berndt Weiße (parteilos), der den erkrankten Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) vertrat, sprach von einer "Cottbuser Erfolgsgeschichte." Und er verkündete einen neuen Rekord. Mehr als 23 000 Mitglieder sind in 147 Sportvereinen in der Stadt organisiert - so viele wie noch nie.

Nach der Auszeichnung von verdienstvollen Trainern, Sportlehrern oder Vereinsvorständen - Weiße sprach von "ehrenamtlichen Motoren der Cottbuser Sportfamilie" - wurde dann das Geheimnis um die Sportler des Jahres 2016 gelüftet.

Bei den Frauen holte sich Radsportlerin Trixi Worrack den Titel. Und damit eine Athletin, für die 2016 ein ganz besonderes Jahr war. Nach einem schweren Sturz in Italien hing das Leben dieser Lausitzer Vorzeigesportlerin am seidenen Faden. RUNDSCHAU-Chefredakteur Oliver Haustein-Teßmer sagte in seiner Laudatio: "Doch die Athletin aus der Nachwuchsschule des RK Endspurt Cottbus machte das, was sie schon immer am besten konnte: Sie kämpfte sich durch, überwand die Schmerzen und blickte mutig nach vorn." Nur wenige Tage nach der Operation, bei der ihr unter anderem die linke Niere entfernt wurde, hatte sie im RUNDSCHAU-Interview erklärt, dass sie trotz aller Schmerzen schnell wieder zurück aufs Rennrad wolle. Und drei Monate später saß die Frau aus Dissen tatsächlich wieder im Sattel. Die große Narbe am Bauch war noch nicht einmal richtig verheilt, da wurde sie Deutsche Meisterin im Zeitfahren. Drei Monate nach der Not-Operation fuhr sie mit 42,7 Stundenkilometern allen anderen davon. Das Rio-Ticket war der Lohn dieser außergewöhnlichen Leistung. Die Ehrung konnte Trixi Worrack am Freitagabend nicht persönlich entgegennehmen. Das übernahm Radsport-Urgestein Eberhard Pöschke. "Trixi hat alles dem Radsport untergeordnet", verriet er ihr Erfolgsgeheimnis.

Ebenfalls ein Radsportler holte sich bei den Männern den Titel. Eric Engler vom RSC Cottbus zeigte bei den Bahnradsport-Europameisterschaften sein großes Potenzial. Bei den Titelkämpfen nahe Paris gewann er Silber im 1000-Meter-Zeitfahren und Bronze im Teamsprint. Bei den deutschen Meisterschaften stand er dreimal auf dem Podium. "Ein europäischer Spitzenradsportler", nannte ihn RBB-Studioleiterin Angelika Jordan. Und wie bewertete Engler selbst die Auszeichnung? "Das Gefühl, hier zu stehen vor den ganzen Olympiateilnehmern, ist schon was Besonderes." Seine Ziele für das Jahr 2017 beschrieb er kurz und knapp: "Erst einmal so weitermachen, es lief ja ganz gut."

Den Mannschaftstitel holten sich die Turner des SC Cottbus. "Sie messen sich mit den Besten in Deutschland", erklärte RUNDSCHAU-Chefredakteur Oliver Haustein-Teßmer in seiner Laudatio. Das Team zeichne eine absolut vorbildliche Nachwuchsarbeit aus.

Christopher Jursch freute sich stellvertretend für seine Teamkollegen über den Titel. "Bisher mussten wir uns ja immer knapp geschlagen geben. Dass wir es in diesem Jahr geschafft haben, ist schon stark."

Zum Thema:
Frauen: 1. Trixi Worrack (RK Endspurt 09), 2. Francés Herrmann (BPRSV), 3. Jana Majunke (BPRSV)Männer: 1. Eric Engler (RSC Cottbus), 2. Christian Diener (PSV Cottbus), 3. Maximilian Levy (RSC Cottbus)Mannschaften: 1. SCC Turnen, 2. LHC A-Jugend (Handball), 3. Energie Cottbus (A-Jugend)Seniorensportlerin: Gisela Kaps (Schützengilde 1471 Cottbus)Seniorensportler: Reinhard Drogla (TSV Cottbus)Nachwuchssportlerin: Lena Holm (HSV/Karate)Nachwuchssportler: Jan Vasco Bringmann (LC Cottbus/Leichtathletik)