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| 19:22 Uhr

Kleingärtner
Trübe Aussichten für die Sparte Sonnenschein

Für diesen Teil der Kleingartenanlage Sonnenschein ist die Pacht zum 31. November 2018 gekündigt worden. 
Für diesen Teil der Kleingartenanlage Sonnenschein ist die Pacht zum 31. November 2018 gekündigt worden.  FOTO: Peggy Kompalla / LR
Groß Gaglow. Für einen Teil der Kleingartenanlage in Groß Gaglow wurden die Pachtverträge gekündigt. Der Verein will das nicht hinnehmen. Das Autohaus Schulze beansprucht aber den Platz. Von Peggy Kompalla

Matthias Schulze will in sein Unternehmen, das Autohaus Schulze, investieren. Doch für die Erweiterung müssen Kleingärten der Anlage Sonnenschein in Groß Gaglow weichen. Für sie ist das möglicherweise die letzte Saison. Es ist nicht das erste Mal, dass Obst und Gemüse Unternehmensplänen im Weg stehen. In Cottbus befinden sich laut Kleingartenentwicklungskonzept rund 30 Prozent der Kleingärten auf Privatbesitz – wie in diesem Fall. Die Grundstücke hat das Autohaus nach eigenen Angaben erworben.

Der Autohauschef erklärt: „Wir wollen unsere Werkstatt erweitern.“ Im Grunde soll sie verdoppelt werden, erklärt er. Derzeit wird dort im Zwei-Schicht-Betrieb gearbeitet. „Wir brauchen den zusätzlichen Platz für den Karosseriebau, die Mechanik, aber auch für Lagerkapazitäten für Räder und Reifen“, sagt der Geschäftsmann. Perspektivisch rechnet er im Zuge der Investition mit einem Plus von 15 Arbeitsplätzen. Derzeit beschäftigt das Unternehmen nach eigenen Angaben 150 Menschen – inklusive 25 Azubis.

Der Kleingartenverein Sonnenschein besteht aus drei Teilen. Von der Schließung bedroht sind rund 60 Parzellen neben dem Autohaus.
Der Kleingartenverein Sonnenschein besteht aus drei Teilen. Von der Schließung bedroht sind rund 60 Parzellen neben dem Autohaus. FOTO: Grafik/Elisabeth Wrobel / LR

Das Problem: der Platz. „Uns bleibt nur die Möglichkeit, in Richtung Westen zu wachsen“, sagt Matthias Schulze. Das Gelände steht aber nicht leer. Dort hat der Kleingartenverein Sonnenschein sein Zuhause. Die Pacht ist nun zum 30. November 2018 gekündigt worden. Betroffen sind rund 60 Kleingärtner in der Anlage II des Vereins – und damit gut ein Drittel.

Der Verein Sonnenschein will das nicht ohne Gegenwehr hinnehmen. Das betont der Vorsitzende Roland Kummer. „Die Gärten sollen Ende November beräumt übergeben werden. Das geht gar nicht“, sagt er. „Nach dem Bundeskleingartengesetz steht den Betroffenen eine Entschädigung zu oder ihnen muss eine erschlossene Austauschfläche angeboten werden.“ Der Verein werde sich deshalb Rechtsbeistand holen. Dabei weiß er die Unterstützung des Regionalverbandes der Kleingärtner Cottbus und Umgebung auf seiner Seite. Verbandschef Horst Langer erklärt: „Aus unserer Sicht sollten die Gärten erhalten werden. Das ist eine stadtnahe und gut entwickelte Anlage.“ Nicht nur das, wie Vereinschef Kummer ergänzt: „Es gibt derzeit nur eine leere Parzelle.“

Der Unternehmer Matthias Schulze hat nach eigenen Angaben zeitig den Kontakt zum verantwortlichen Verband gesucht. „Wir wollen das verträglich lösen“, versichert er. Doch dafür seien Sondierungen nötig, um zu wissen, wer weitermachen, sich aus Altersgründen zurückziehen oder vielleicht sogar bauen will. Denn die Fläche solle nicht komplett zum Betriebsgelände werden. „Wir wollen dort auch Platz für Eigenheime schaffen. Ein ganz klassisches Mischgebiet soll das werden“, sagt Schulze. Das unterstütze auch der Ortsbeirat von Groß Gaglow. Auf die Gesprächsangebote habe das Unternehmen vom Verband bislang keine Reaktion erhalten.

Das Autohaus Schulze will laut Geschäftsführer Ende 2019 mit der Erweiterung der Werkstatt beginnen.

FOTO: Elisabeth Wrobel / LR