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| 17:59 Uhr

Umwelt
Wolf soll Damwild bei Gulben gerissen haben

Der Gulbener Jagdpächter Martin Bobowk betrachtet und untersucht das durch Wolfsbiss verendete Damwild.
Der Gulbener Jagdpächter Martin Bobowk betrachtet und untersucht das durch Wolfsbiss verendete Damwild. FOTO: Rudolf Fischer
Gulben. Totes Tier wurde am Mittwochmorgen unweit eines Kinderspielplatzes gefunden. Von Rudolf Fischer

In der Nacht von Dienstag zu Mittwoch hat ein Wolf etwa 100 Meter entfernt vom Spielplatz in Gulben in dem angrenzenden Wald ein Damwild-Tier gerissen. Die etwa 30 Meter langen Schleifspuren bis zum endgültigen Liegeplatz des verendeten Tieres deuten darauf hin, dass ein erbitterter Kampf stattgefunden haben muss, bis das Damwild seinen Verletzungen erlag. „Das Indiz für den Tod durch den Wolf ist der klar ersichtliche Kehlbiss. Weiterhin der Fraß beginnend vom hinteren Körperteil“, bemerkt der Gulbener Jagdpächter Martin Bobowk. Er wurde von Passanten, die zuerst das tote Tier am Mittwoch gegen 6.30 Uhr entdeckten, von dem Ereignis informiert. Martin Bobowk sah sich sofort das Damwild an und informierte darauf hin den Wolfsbeauftragten des Landes Brandenburg.

„Die Wölfe haben längst ihre Scheu abgelegt und trauen sich bis an die Ortsgrundstücke heran. Es ist nicht auszudenken, wenn Kinder, deren Weg zum Spielplatz in unmittelbarer Nähe von dem Tatort vorbeiführt, durch Wölfe in Gefahr gebracht würden. Die Wildtiere durchstreifen nicht nur nachts unsere Kolkwitzer Gegend. Es wird höchste Zeit, entsprechend wirksame Maßnahmen zum Schutz unserer Bürger und Nutztiere einzuleiten“, so der Jagdpächter.

Der Wolf ist seit knapp 20 Jahren wieder in Deutschland heimisch. Derzeit sollen Schätzungen zufolge 60 Rudel (davon 22 in Brandenburg) hier leben. Es gibt bislang keinen nachgewiesenen Angriff auf Menschen.

Indiz für die Tötung durch den Wolf ist der hier ersichtliche Kehlbiss:
Indiz für die Tötung durch den Wolf ist der hier ersichtliche Kehlbiss: FOTO: Rudolf Fischer