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| 02:33 Uhr

Woidke will mehr Anerkennung für die Übungsleiter

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (l.) am Rande des Sportforums im Gespräch mit der Cottbuser Radsportlegende Eberhard Pöschke.
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (l.) am Rande des Sportforums im Gespräch mit der Cottbuser Radsportlegende Eberhard Pöschke. FOTO: rur1
Cottbus. Probleme und Perspektiven des Sports im Land war am Freitag ein Forum der SPD-Landtagsfraktion gewidmet. In der Lausitzer Sportschule diskutierten Landes- und Kommunalpolitiker, Vereinsvorsitzende und Trainer. Ronald Ufer / rur1

Auf fast 324 000 Mitglieder in über 3000 Vereinen ist der Landessportbund angewachsen. Diese Zahl verkündete LSB-Präsident Wolfgang Neubert. 13 Prozent der Brandenburger gehörten einem Sportverein an. "Das diese Zahl entgegen dem demografischen Trend wächst, ist vor allem das Verdienst der ehrenamtlichen Trainer, Übungsleiter und Vereinsvorstände", betonte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). Dieses Wirken müsse auf allen Ebenen von der Kommune bis zu den Ministerien noch besser gewürdigt werden. Eine Idee dazu steuerte Holger Rupprecht, sportpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, bei. "Bei Medaillengewinnern Olympischer Spiele, Welt-, Europa- und Deutscher Meisterschaften sollten auch immer der Verein und der Trainer genannt werden, die sie bei den ersten Schritten begleitet haben."

Doch der Blick wurde von einstigen Siegen und der Beschwörung der identitätsstiftenden Rolle des Sports und der erfolgreichen Athleten in den 90er Jahren, als es Brandenburg und vielen Bürgern wirtschaftlich nicht gut ging, rasch in die Gegenwart und Zukunft gerichtet.

Die Sportförderung von 16 Millionen Euro pro Jahr werde beibehalten, versprach Rupprecht. Der Goldene Plan Brandenburg laufe mit zwei Millionen Euro pro Jahr aus EU-Mitteln für Projekte im ländlichen Raum wieder an.

Doch moderne und effektiv genutzte Stadien, Sportplätze und Hallen allein garantieren keine weiteren Erfolge, waren sich alle Teilnehmer einig. Siegreiche Athleten müssten stärker als Vorbilder für die nachrückende Generation genutzt werden. Diese brauche auch klare Perspektiven über das "Hochrisikogeschäft Sport" hinaus. Ein Baustein sei das gute Bildungsangebot der Lausitzer Sportschule. "Die Bedingungen in Kooperation mit dem FC Energie sind ausgezeichnet. Da staunen auch Nachwuchsnationalspieler aus großen Klubs wie Schalke und VfB Stuttgart, sagte Fritz Pflug, Torhüter des U-19-Fußballnationalteams. "Wichtig sind die Studienangebote an der Universität Potsdam, die Ausbildung bei Bundespolizei, Bundeswehr und Landesfeuerwehrschule. Mit Vattenfall gibt es eine enge Kooperation, wie wir sie uns mit mehr Firmen wünschen", sagte Bildungsministerin Martina Münch (SPD).

Wenn in Calau ein Sportplatz zu Bauland werden solle, Hallenmieten im Elbe-Elster- und anderen Kreisen zu hoch seien oder der Aufbau der Außenstelle Forst der Turntalentschule lange nicht vorankomme, könnten Landesregierung und LSB kaum helfen. Die Vereine müssten gegenüber Bürgermeistern und Abgeordneten ihre Anliegen vertreten, notfalls vor Rathäuser und Kommunalparlamente zur Durchsetzung ihrer Interessen ziehen, machten Woidke und Neubert gemeinsam deutlich.