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| 15:38 Uhr

Brief an die Kanzlerin
Woidke fordert Fraunhofer-Institut für die Lausitz

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke FOTO: Maurizio Gambarini / dpa
Cottbus/Potsdam. Leipzig hat eine Bundesbehörde bekommen. Jetzt will Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) auch etwas für die Lausitz bekommen. Sein Wunsch: ein Fraunhofer-Institut für Speichertechnologien. Von Bodo Baumert

In einem Brief an die Bundeskanzlerin hat Woidke seine Wunsch in den vergangenen tagen direkt an die Bundeskanzlerin geschrieben. „Ich wende mich an Sie mit der Bitte um Unterstützung zur Errichtung eines Fraunhofer-Instituts für Speichertechnologien in der Lausitz“, schreibt Woidke. Er bezieht sich dabei auf eine Aussage im Koalitionsvertrag, dass Deutschland wieder Standort für Batteriezellproduktion werden soll und beabsichtigt ist, ein solches Fraunhofer-Institut für Speichertechnologien zu gründen.

„Von diesem Fraunhofer-Institut können neue wegweisende und technologische Impulse ausgehen und es könnte einen Beitrag zum Strukturwandel und zur wirtschaftlichen Entwicklung der Lausitz leisten“, findet Woidke. Bisher seien die außeruniversitären Forschungseinrichtungen zwischen Ost und West sehr ungleich verteilt. „Die Landesregierung wird alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um neue regionale Wirtschaftsformen und die für diese Region wichtigen Hochschulen und Forschungseinrichtungen auszubauen beziehungsweise neue entstehen zu lassen“, verspricht Woidke seinen Anteil. Ein Fraunhofer-Institut könne an die bestehenden Expertisen und energiebezogenen Kompetenzen der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) anknüpfen. „Mit der industrienahen Forschung des Fraunhofer-Instituts besteht die Chance, wissenschaftliches Potenzial mit der Wirtschaft zu vernetzen und neue Wirtschaftsansiedlungen zu befördern, um eine nachhaltige Verbesserung der Forschungsinfrastruktur mit wirtschaftlichen und sichtbaren arbeitsmarkt­politischen Auswirkungen zu erreichen“, so Woidke weiter.

Die Ministerpräsidenten der neuen Bundesländer hatten zuletzt auf einer gemeinsamen Tagung in Bad Schmiedeberg (Sachsen-Anhalt) ihre Forderung nach Ansiedlung von neuen Bundesbehörden und Forschungsinstituten im Osten erneuert. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte bei dem Treffen zugesagt, dass sich die Bundesregierung auch verpflichtet fühle, die neuen Länder in angemessener Weise bei der Vergabe von neuen Institutionen zu betrachten.

Am Freitag wurde bekannt, dass das neue Fernstraßen-Bundesamt nach Leipzig kommen soll. Cottbus bekommt eine Außenstelle. Woidke erklärte am Nachmittag: „Das ist ein insgesamt guter Erfolg. Dennoch bleiben die ostdeutschen Länder bei Bundeseinrichtungen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen strukturell benachteiligt.“ Gerade die Lausitz brauche Unterstützung. „Uns muss klar sein: Jede staatliche Einrichtung – ob nun mit Bundesadler oder Brandenburger Wappen an der Haustür – schafft Stabilität und gibt den Menschen Sicherheit. Es geht nicht nur um Arbeitsplätze, es geht auch um unsere Demokratie“, so Woidke.