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| 02:33 Uhr

Ministerium segnet Bau am 14. Januar 1954 ab
Die Wohnhäuser in der Sielower Landstraße 84 bis 90

FOTO: Heute: Peggy Kompalla - Damals: Sammlung Hans Krause
Cottbus. Der prächtige Roteichenbestand in der Sielower Landstraße im Norden von Cottbus verdeckt fast vollständig die schlichte Wohnbebauung aus der Mitte der 1950er-Jahre. In dieser Zeit werden in Cottbus in verschiedenen Stadtteilen Wohnhäuser errichtet, die sich sehr ähnlich sehen.

Es sind schlichte Mauerwerksbauten mit Keller, meist dreigeschossig, verputzt und sparsam mit neoklassizistischen Elementen verziert. Je nach Anordnung, ob einzeln oder in Reihe gebaut, ist die Dachgestaltung mit einem Steildach, zum Teil abgewalmt. Diese Wohnhäuser, auch mit Ladeneinbauten, findet man zum Beispiel in der Willy-Brandt-Straße, Am Doll, Franz-Mehring- /Zuschkestraße und eben auch in der Sielower Landstraße. Die Entwürfe zu diesen Bauten stammen alle aus dem Staatlichen Entwurfsbüro für die Stadt- und Dorfplanung Potsdam (Zweigstelle Cottbus) unter der Leitung des Cottbuser Architekten Wilhelm Flemming.

Eine Besonderheit weisen die Bauten in der Sielower Landstraße auf. Der ganze Komplex umfasst die Häuser Nummer 81 bis 90. Sie sind in drei Wohnblöcke geteilt. Die Blöcke A und C sind jeweils dreiteilig und fasst straßenbegleitend errichtet worden, während der Block B vierteilig und zurückgesetzt gebaut wurde. Auf der Ansichtspostkarte sind nur die Blöcke B und C zu sehen. Diese Wohnhäuser waren speziell für die Familien von Mitarbeitern des Cottbuser Flugplatzes gedacht. Geplant waren weiterhin auch Ledigenwohnheime für Frauen und Offiziere, die nur zum Teil gebaut wurden. Wenn auch die Nationale Volksarmee offiziell erst im Jahr 1956 entstand, gab es zuvor die Kasernierte Volkspolizei, zu der unter anderem auch Aeroklubs gehörten, aus denen später die Luftstreitkräfte entstanden.

Interessant ist der Weg der Baugenehmigung für diese speziellen Wohnbauten: In Cottbus werden die Bauunterlagen am 17. Oktober 1953 fertiggestellt, anschließend wird der Plan vom zuständigen Stadtrat des Rates der Stadt Cottbus genehmigt.

Der nächste, der zu genehmigen hatte, ist der Vorsitzende des Rates des Kreises. Am 3. Januar 1953 erfolgte die Bestätigung vom Abteilungsleiter der Abteilung Aufbau, Referat Architektur der Stadt- und Dorfplanung beim Rat des Bezirkes Cottbus. Die letzte Unterschrift leistet der Hauptabteilungsleiter vom Ministerium für Aufbau in Berlin am 14. Januar 1954. Danach darf endlich gebaut werden. Im Jahre 1957 heißt es in einem Bericht über das Baugeschehen in Cottbus unter anderem:

"In der Sielower Landstraße wurden 150 Wohnungen und zwei Ladeneinheiten auf-, beziehungsweise wieder aufgebaut unter der Trägerschaft der Kasernierten Volkspolizei, bzw. der Nationalen Volksarmee."

Dazu gehören die beschriebenen Wohnhäuser der Sielower Landstraße 81 bis 90 und auch Gebäude auf der gegenüberliegenden Südwestseite dieser Straße.