ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 16:04 Uhr

Interview
Wohin Cottbuser mit ihren gelben Tüten reisen

Eberhard Nahly zeigt auf ein Foto von Fußballfans, das derzeit noch im Rathaus ausgestellt ist.
Eberhard Nahly zeigt auf ein Foto von Fußballfans, das derzeit noch im Rathaus ausgestellt ist. FOTO: Georg Zielonkowski
COTTBUS. Bei Eberhard Nahly in der Stadtverwaltung werden die aktuellen Fotos gesammelt. Die Sieger werden am 30. November gekürt.

Alljährlich werden zum Geburtstag der Stadt Cottbus am 30. November im Rathaus die Sieger des Wettbewerbes „Cottbus weltweit“ prämiert. Bis zum 30. Oktober konnten Fotos eingesandt werden, auf denen die inzwischen berühmte gelbe Cottbus-Tüte zu sehen ist. Dabei ist es egal, ob das Foto in der eigenen Stadt oder fernab der Lausitz „geschossen“ wurde. Bei Eberhard Nahly, Sachbearbeiter für internationale Beziehungen im Cottbuser Rathaus, wurden die Fotos gesammelt. Georg Zielonkowski sprach vorab mit dem Rathausmitarbeiter.

Können Sie sich daran erinnern, wie es vor zwölf Jahren zu diesem Wettbewerb kam?

Nahly Irgendwoher hatten Wieland Eschenburg und ich erfahren, dass vor 100 Jahren die Leute aus Cottbus in der Fremde ungern positiv über ihre Heimatstadt sprechen. Das wollten wir ändern und ein Zeichen setzen, indem die Leute mit der gelben Tasche auf Reisen gehen und auf die neugierigen Fragen zu Cottbus gescheite Antworten geben. Wie unsere Einsender erzählen, ist das tatsächlich so.

Gibt es Teilnehmer, die sich regelmäßig beteiligen?

Nahly Oh doch, die gibt es, einige sind in jedem Jahr dabei, wie die Familien Geisler, Schäfer und die Belgers, unter denen sich auch Preisträger befanden.

Der Einsendeschluss ist vorbei, wie viel Werke wurden in diesem Jahr eingeschickt?

Nahly Konkrete Zahlen will ich noch nicht nennen, aber wir werden am 30. November zur Anzahl der Motive und zur Zahl der Mitmacher neue Rekorde vermelden.

Überwiegen die regionalen Schauplätze, auf denen die gelbe Tüte positioniert wurde oder sind die Weltreisen in der Mehrzahl?

Nahly Tatsächlich sind Fotos, die in der Ferne geschossen werden, deutlich in der Überzahl. Was uns ein wenig enttäuscht hat, ist die sehr überschaubare Resonanz zu unserem neuen Thema „Der Ostsee kommt“, das erstmals ausgerufen wurde.

Welche verschiedenen Kategorien der Bewertung gibt es?

Nahly Es geht um aussagekräftige und originelle Fotos, aber auch um Fotos, die an einem Ort geknipst wurden, der am weitesten von Cottbus entfernt ist. Neuseeland und Australien sind da alljährlich die Favoriten.

Haben Sie ein Lieblingsfoto, das Ihnen in Erinnerung geblieben ist?

Nahly Es gab in diesem Jahr eine Einsendung, die hat mich regelrecht umgehauen. Gefreut habe ich mich, dass die Jury, der ich nicht angehöre, genau dieses Foto auch belobigt hat. Mehr will ich im Moment zu dem Thema nicht sagen.

Wie aufwändig ist die Arbeit der Jury, die so viele Motive sichten und bewerten muss?

Nahly Es stehen ja alle Einsendungen gleich nach Eingang bei uns im Netz. Da machen sich die Jury-Mitglieder, die auch die Sponsoren der Preise sind, vorab ein Bild. Deshalb genügt ein gemeinsamer Treff, bei dem entschieden wird, welche vier Bilder als Sieger gekürt werden und anschließend ein Jahr lang zentral am Treppenhaus in unserer ersten Rathaus-Etage hängen werden. Zugleich wird festgelegt, welche Bilder für zwölf Monate auf dem Wandelgang präsentiert werden.

Mit Eberhard Nahly sprach
Wolfgang Zielonkowski