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| 17:40 Uhr

Wildtier
Angst vor Wölfen nahe Cottbus

In Papitz griffen Wölfe drei Schafe eines Hobbyzüchters an. Eines wurde getötet. Ob die zwei anderen überleben fraglich.
In Papitz griffen Wölfe drei Schafe eines Hobbyzüchters an. Eines wurde getötet. Ob die zwei anderen überleben fraglich. FOTO: Privat / LR
Kolkwitz. Nach Wolfssichtungen bei Kolkwitz wurden nun in der Nacht zu Mittwoch Schafe angegriffen. Von Stephan Meyer

Wölfe scheinen sich zunehmend in der Nähe von Kolkwitz aufzuhalten. Bereits am Dienstag wurden zwischen Cottbus und Zahsow mehrere junge Wölfe gesichtet. In der Nacht zu Mittwoch haben in Papitz Wölfe drei Schafe angegriffen.

„Es ist der erste Vorfall dieser Art in der Gegend“, erzählt Hobbyschafzüchter Bernhard Grabia. Anfang der Woche zählte seine Herde noch neun Tiere. Nun wurde eines getötet. Dass Wölfe die Schuldigen sind, wurde bereits von einem Wolfsberater bestätigt, sagt er. Die Raubtiere hätten Pfotenabdrücke auf Maulwurfshügeln hinterlassen. Zwei weitere Schafe sind laut Grabia verletzt. „Ein Tier wurde am Genick und am Bauch angefressen“, erklärt er. Das andere lahme aufgrund des Angriffs. Ob sie überleben, sei fraglich.

Grabias Schafe sind bei seinem Schwager untergebracht, circa 100 Meter entfernt vom Gehöft seines Schwagers und umgeben von einem Elektrozaun. Nur an einer kleinen Stelle fehlte Zaun. Diese grenzt an ein ebenfalls umzäuntes Nachbargrundstück auf dem sich Rinder aufhalten. „Das war anscheinend kein Hindernis für die Tiere“, sagt Grabia.

Die Situation gerate außer Kontrolle, so die Überzeugung des Tierzüchters über das Wolfsaufkommen in der Lausitz. Er und andere Landwirte gehen davon aus, dass sich diese Fälle in naher Zukunft häufen werden. „Den Schaden werden wir irgendwann nicht mehr beziffern können.“ Der Kunersdorfer Landwirt Lutz Göttert ist ebenfalls der Meinung, dass es so nicht weiter gehen könne. So wie er würden viele über den Wolf denken, sagt er. Das Problem seien zu viele Wölfe, die immer weniger Respekt vor dem Menschen hätten und sich immer näher in die Dörfer trauen würden. „Die Lausitz ist eben nicht wie Sibirien, wo die Wölfe Hunderte Hektar unbewohnte Fläche zur Verfügung haben.“

Laut Einschätzungen des Brandenburger Ministeriums für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz meiden Wölfe in der Regel die Begegnung mit Menschen. In die Nähe von Ortschaften kämen sie nur, wenn sie Beutetieren folgen. Meist seien es nur junge Wölfe, die neugierig und unbedarft die Nähe zu Ortschaften suchen. Wenn sie feststellen, wie belebt diese tagsüber sind, würden sie sich ein anderes Revier suchen.

Wolfssichtung in der Nähe von Kolkwitz
Wolfssichtung in der Nähe von Kolkwitz FOTO: Anderlik Markus