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Wo schon Weltmeister das Fahren lernten

Der Freizeitpark Löschen hat Angebote für die ganze Familie. Neuestes Angebot ist das Doppelsitzerkart, in dem auch jüngere und Kinder mit Handicap mitfahren können.
Der Freizeitpark Löschen hat Angebote für die ganze Familie. Neuestes Angebot ist das Doppelsitzerkart, in dem auch jüngere und Kinder mit Handicap mitfahren können. FOTO: Hirche/jul1
Löschen. Der Freizeitpark in Löschen erlebt jetzt seine 20. Saison. Und blickt auf eine bewegte Geschichte zurück Auf der 920 Meter langen Kartbahn drehten schon spätere Weltmeister ihre Runden. Marion Hirche / jul1

Im September vor 20 Jahren war die Eröffnung. "Damals hatten wir zum Auftakt den bekannten Fernsehnachrichtensprecher Klaus Feldmann als Moderator. Er hat seine Sache richtig gut gemacht. Die Eröffnungsparty ist unvergessen", erinnert sich Fanny Andrey, die die Anlage zusammen mit Ludwig Steinmetz aufgebaut hat. "Im November 1994 war Michael Schumacher als erster Deutscher Weltmeister in der Formel I geworden. Der Motorsport legte danach ungeheuer an Popularität zu. Schumacher baute eine Kartstrecke und wir haben uns auch entschlossen, eine anzulegen. Denn hier bei uns in der Region gab es nur auf dem Pressefestgelände eine Möglichkeit Kart zu fahren. Die Erfahrungen von Ludwig als Motorsportler kamen uns dabei zugute", erzählt die heutige Inhaberin von den Anfängen. Ludwig Steinmetz sammelte seit Mitte der Siebziger Motorsporterfahrungen. Als Schüler begann er mit dem Kartfahren, wechselte in die Formel III, war Mitglied der DDR-Tourenwagen-Nationalmannschaft. Später fuhr er noch Motorboot. Der Rennfahrer nutzte sein Wissen beim Anlegen der Kartstrecke in Löschen. Ein 920 Meter langer Schlängelkurs, acht Meter breit, wurde angelegt. Dank der Verbindungen zur Motorsportszene gab es hier bis 2006 offizielle Läufe im Rahmen der Deutschen Meisterschaften im Kart- und Minibikesport. "Sogar Sandro Cortese, der 2012 Motorrad-Weltmeister geworden ist, hat sich die ersten Lorbeeren hier auf unserer Bahn verdient", berichtet Ludwig Steinmetz mit Stolz und erklärt, warum so viele Motorsportgrößen auf Kartbahnen gemacht werden: "Hier gibt es beste Bedingungen, Fahr- und Teamverhalten zu lernen, das Reaktionsvermögen zu trainieren. Bis 14/15 Jahren wird im Kartgeschehen trainiert und dann wechseln die Erfolgreichen in die Formel-Klassen. Aktuellstes Beispiel ist der Schumacher-Sohn Mick, der im Kart bereits WM-Ehren geholt hat und jetzt zur Formel IV geht."

Ab 2006 wandelte sich der Charakter des Freizeitparks Löschen. "Die Zeit des großen Motorsportaufschwungs war da erstmal wieder vorbei. Die Startfelder bei Meisterschaftsläufen dezimierten sich drastisch und irgendwann gab es für uns keine Angebote mehr, weil hier im Osten Deutschland nur sehr wenig Kartsport betrieben wird. Da die Mehrheit westlich der Elbe trainiert, finden nun auch mehr Wettkämpfe dort statt", erläutert Fanny Andrey die Veränderung des Freizeitpark-Profils. Seit 2006 ist die Anlage konsequent zum Erlebnisort für die ganze Familie umgestaltet worden. Neben der Kart-Strecke, wo ja Kinder erst ab 8 Jahren fahren dürfen, gibt es heute auch Rennangebote für die Jüngeren mit Elektroautos, Quad und Bobbycar.

Seit kurzem gibt es hier auch ein Doppelsitzerkart. Papa Hermann musste lenken und die Fünfjährige durfte das benachbarte Lenkrad halten, allerdings nicht steuern. "Das Doppelsitzerkart ist sehr beliebt, die Kinder freuen sich, dass sie beim Fahren zumindest durch Handzeichen mitbestimmen dürfen. Das ist nicht nur für die Jüngeren toll, sondern auch für Kinder und Jugendliche mit Handicap ein sehr schönes Angebot", meint die Parkchefin. Im September soll der Geburtstag der Anlage mit einer Party gefeiert werden