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| 21:56 Uhr

Video und Fotos zur WM der Zweispänner in Drebkau
Drebkauer Sandro Koalick ist Vize-Weltmeister

Drebkau. Ein spannender Wettbewerb ist zu Ende gegangen. Die Weltmeisterschaft der Zweispänner in Drebkau hat Teilnehmer, Zuschauer und Offizielle begeistert. Große Freude herrscht bei den Ausrichtern - sie haben den Vizeweltmeister in ihren Reihen.

Die Spannung war mit Händen zu greifen. Schon am frühen Sonntagmorgen diskutierten die Besucher im Schlosspark Raakow nur über diese eine Frage: Schafft es der Lokalmatador Sandro Koalick, seinen zweiten Platz aus den ersten beiden Wertungsprüfungen auch beim Kegelfahren zu halten?

Dass der Ungar Martin Hölle kaum zu schlagen sein dürfte und seinen Titel verteidigen würde, schien klar. Hölle und sein Gespann zeigten sich in der Dressur wie im Marathon in Top-Form. Das Feld danach war es, was den Beobachtern Kopfzerbrechen bereitete. Die Plätze zwei bis sechs lagen derart dicht beieinander, dass schon ein einziger gefallener Kegel oder eine winzige Zeitüberschreitung das Klassement völlig durcheinanderwirbeln konnte.

 Den Sieg in Drebkau holte sich Martin Hölle.
Den Sieg in Drebkau holte sich Martin Hölle. FOTO: LR / Andrea Hilscher

Das Edelmetall fest im Visier

Bundestrainer Karl-Heinz Geiger tüftelte bis zu letzten Minute an seiner Strategie. Mit Anna Sandmann, Sebastian Warneck, Lars Schwitte und eben Sandro Koalick hatte er zwar schon vor dem letzten Wettbewerbstag vier Fahrer unter den besten zehn Startern, das Ziel aber waren zwei Medaillen für Deutschland. Das Team hatte sich einen Platz unter den ersten Drei vorgenommen. Sandro Koalick wollte ebenfalls nicht auf Edelmetall verzichten. „Wir haben daher mit Sandro alle Optionen durchgespielt und seine Pferde nochmal einem letzten Test unterzogen“, sagte der Cheftrainer Fahren vor dem Wettbewerb. „Sandro war im Marathon mit Hertog Jan und Fasco gestartet, entschied sich dann aber zu einem Wechsel“, so Geiger. In das Hindernisfahren nahm er neben dem bewährten Fasco auch seinen Don Qui Chot mit ins Rennen.

Spektakulärer Wettkampf bei der WM der Zweispänner in Drebkau FOTO: LR / Jürgen Scholz

Hoffen bis zum Schluss

Bevor er ins Fahrviereck ziehen konnte, hieß es warten: Die Fahrer starteten in umgekehrter Rangfolge: Die Letztplatzierten in Dressur und Marathon gingen zuerst ins Rennen, Sandro Koalick musste als Vorletzter ins Viereck. Die Spannung wuchs. Anna Sandmann lieferte souverän ab. Der Brandenburger Sebastian Warneck leistete sich kleine Fehler, war dennoch superzufrieden mit der Leistung seiner Pferde. Nach ihm geht Joszef Dibak (Italien) an den Start.

Der sonst so routinierte Fahrer patzt, Warneck rutscht in der Platzierung nach oben. Auch die nächsten Starter sammeln Strafpunkte, der Niederländer Stan van Eijk überfährt sogar ein komplettes Hindernis. Trotzdem bleibt er in der erlaubten Zeit und kann sich so seinen dritten Platz sichern. Warneck liegt zu dieser Zeit in der Gesamtwertung auf Rang vier.

Favorit Martin Hölle patzt am Schlusstag

Dann startet Sandro Koalick. Seine Pferde in Topform, beide zu einhundert Prozent auf den Fahrer fokussiert. Gleich zu Beginn greift der Drebkauer an, drückt aufs Tempo. Das Publikum fiebert atemlos mit – er schafft es. Alle Kegel bleiben liegen, Koalick legt eine Superzeit vor. Dann kommt Hölle und für einen Moment scheint sogar Gold für Koalick möglich. Denn Hölle patzt. Drei Kegel fallen, die Zeit reicht ebenfalls nicht. Doch sein Vorsprung aus Dressur und Marathon ist uneinholbar. Der Ungar holt in der Gesamtwertung Gold, bejubelt von seinen mitgereisten Fans.

Nach der WM ist vor der WM

Turnierchef Torsten Koalick, der selbst auf Rang 34 abschloss, sagte zum Einzelergebnis des Kegelfahrens trocken: „Ich hätte mich ja gefreut, wenn Sandro gewonnen hätte. Aber in zwei Jahren ist wieder eine Weltmeisterschaft. Dann sehen wir weiter.“ Bei der Siegerehrung standen ihm dann doch die Tränen der Rührung in den Augen, auch Sandros Mutter Kerstin Koalick war sichtlich bewegt. Spree-Neiße-Landrat Harald Altekrüger freute sich ebenfalls: „Drebkau hat durch die WM gewonnen, es waren fantastische Tage für unsere Besucher aus aller Welt.“

FOTO: LR / Hilscher Andrea
(hil/sm)