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Wirtschaftsförderung wird weiblich

Tina Reiche (40) hat die Geschäfte der EGC übernommen.
Tina Reiche (40) hat die Geschäfte der EGC übernommen. FOTO: EGC
Cottbus. Die Betriebswirtin Tina Reiche hat am Freitag die Geschäftsführung der Entwicklungsgesellschaft Cottbus (EGC) GmbH übernommen. Damit steht eine Cottbuserin aus Überzeugung an der Spitze der Wirtschaftsförderung der Stadt, die sich seit gut einem Jahr in einem radikalen Umbau befindet und den sie nun vollenden soll. Peggy Kompalla

Nicht weniger als Erfolg wird erwartet. Diesen Anspruch stellt die Gesellschaft mit der neuen Chefin an der Spitze auch an sich selbst. "Wir wollen im Schulterschluss von Braunkohle und erneuerbaren Energien die Region weiter voranbringen", sagt sie. Die EGC solle nicht nur dazu beitragen, den Verlust von Arbeitsplätzen durch den Strukturwandel zu kompensieren, sondern darüber hinaus die Zahl der Arbeitslosen weiter zu senken. "Dazu muss die EGC ihre Erfolgsquote bei der Ansiedlung von Arbeitsplätzen, vor allem im verarbeitenden Gewerbe, in den nächsten Jahren weiter steigern."

Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) sagt über die neue Chefin: "Ich bin froh, dass wir jemanden aus der Region gefunden haben. Sie kennt die Stadt und ist gut vernetzt." Das Stadtoberhaupt macht aber auch klar, was er erwartet: "Wir haben reichlich Gewerbegebiet mit viel Platz. Da kann sie sich einbringen. Aber auch eine ordentliche Bestandspflege ist wichtig." Wirtschaftsförderung funktioniere nicht mit einem Fingerschnippen. "Das sind lange, zähe Wege." Gewerbeflächen-Management und Standortmarketing seien darüber hinaus wichtige Aufgaben der Wirtschaftsförderer.

Um beste Startvoraussetzungen zu schaffen, wird die Wirtschaftsfördergesellschaft derzeit personell und strukturell neu aufgestellt. Nachdem Interimschef Torsten Kunze das Grobkonzept erstellte, fallen jetzt Tina Reiche die weiteren Entscheidungen zu. "Bis Ende des Jahres wird unser Team vollständig sein", sagt sie. Im Oktober folgen zwei neue Mitarbeiter - für Akquise und Bestandspflege. Ihr Hauptaugenmerk liege zunächst in der Neuausrichtung der Gesellschaft.

Die 40-Jährige Chefin sieht sich für die neuen Aufgaben gut gerüstet. Sie kommt direkt vom Windparkplaner UKA und erklärt: "Bei den Projekten sind wir immer auch auf Gegenwind gestoßen und mussten die Interessen bündeln, um dann einen gemeinsamen Weg zu gehen." Ihr Rüstzeug hat sie an der BTU Cottbus bekommen als Betriebswirtin mit Schwerpunkt Wirtschaftsrecht. Sie sagt mit Überzeugung: "Cottbus hat Potenzial. Wir brauchen Dynamik und Optimismus."

Dazu beitragen soll künftig das Gründerzentrum am Campus, das unter der Regie der Gebäudewirtschaft Cottbus (GWC) errichtet wird. GWC-Chef Torsten Kunze sagt: "Wir stehen in den Startlöchern." Für neun Millionen Euro soll die leer stehende Schule an der Werbener Straße so umgebaut werden, dass sie für Jungunternehmer ein ideales und kreatives Umfeld bildet. Das Gründerzentrum wird dann auch der neue Sitz der EGC.