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| 17:31 Uhr

Spezialitäten zum Tag der Deutschen Einheit
Cottbuser Baumkuchen in London

   Konditorin Nicole Nitschke  „versiegelt“ die Schnittflächen der beiden großen konischen Baumkuchen  mit feinster Schokolade.  Fotos: Michael Helbig
Konditorin Nicole Nitschke „versiegelt“ die Schnittflächen der beiden großen konischen Baumkuchen mit feinster Schokolade. Fotos: Michael Helbig FOTO: Michael Helbig
Cottbus . Großeinsatz in Cottbuser Baumkuchen Manufaktur. Zum Tag der Deutschen Einheit kommen Brandenburger Spezialitäten auf den Tisch in London. Von Beate Möschl

So viel Schleifen auf einmal haben Carsten und Petra Hajek an einem Nachmittag im September noch nicht gebunden. 750 Minibaumkuchen haben die Inhaber der Cottbuser Baumkuchen Manufaktur gemeinsam mit ihren Mitarbeiterinnen verpackt. Erst in Tüten, dann mit Anhänger und Plombe versehen in kleine weiße Kartons mit dem Logo der Cottbuser Baumkuchen Manufaktur. Sie sind als Mitbringsel gedacht, die den Gästen der Auslandspräsentation des Landes Brandenburg in der Deutschen Botschaft in London am 3. Oktober als „Goodie Bags“ zur Erinnerung mit auf den Heimweg gegeben werden.

Kulinarischer Botschafter der Stadt Cottbus

 Die Minis gut verpackt in der Tüte  mit dem Logo der Cottbuser Baumkuchen Manufaktur als Anhänger, der auf das anschließend verplombte Schleifenband gefädelt wurde.
Die Minis gut verpackt in der Tüte mit dem Logo der Cottbuser Baumkuchen Manufaktur als Anhänger, der auf das anschließend verplombte Schleifenband gefädelt wurde. FOTO: Michael Helbig

„Das war anstrengend und sehr aufwendig, weil es sehr viele kleine Sachen sind, die wir verpackt haben. Aber es war auch eine sehr schöne Aufgabe, weil sie uns einmal mehr zum kulinarischen Botschafter der Stadt Cottbus macht und den Ruf Cottbuser Baumkuchen international weiter trägt“, sagt Carsten Hajek. Er führt zusammen mit seiner Frau Petra seit 30 Jahren das Café „Lauterbach“ in Cottbus und bäckt den Cottbuser Baumkuchen noch nach historischer Tradition und Originalrezept - mit einer kleinen Abwandlung: „Wir fügen noch eine Kleinigkeit Marzipan dazu für die Feuchtigkeit und Schwere des Teigs.“

 Konditorin Petra Nitschke beim Backen der Baumkuchen für London.
Konditorin Petra Nitschke beim Backen der Baumkuchen für London. FOTO: Michael Helbig

Tradition wiederbelebt mit eigenständiger Manufaktur

 Fertig gebacken: So  kommen die Mini-Baumkuchen von der Walze nach dem Backen. Wenn Sie abgekühlt sind, können sie in einzelne Ringe geschnitten und schokoliert werden.
Fertig gebacken: So kommen die Mini-Baumkuchen von der Walze nach dem Backen. Wenn Sie abgekühlt sind, können sie in einzelne Ringe geschnitten und schokoliert werden. FOTO: Michael Helbig

Die Mini-Baumkuchen sind nicht die einzigen kulinarischen Botschafter und Offerten aus der Cottbuser Baumkuchen Manufaktur für den historischen Abend in London. Es sind auch mehr als 750 Baumkuchenspitzen mit auf die Reise gegangen und zwei besondere Schaustücke: Große Baumkuchen in Pyramidenform, auf einer konischen Holzwalze gebacken - fast wie in alten Zeiten, vor 200 Jahren, als die Kochfrau Maria Groch historischen Unterlagen zufolge in Cottbus den ersten Baumkuchen backte. Die Familie Hajek hat sich intensiv mit der Tradition beschäftigt und sie auf eigene Weise neu belebt als sie 2006 in der Mühlenstraße 45 ihre Cottbuser Baumkuchen Manufaktur als eigenständiges Unternehmen mit Schauwerkstatt eröffnete.

 750 Mini-Baumkuchen wurden maschinell schokoliert und anschließend aufwändig verpackt als „Goodie Bags“ für die Gäste des Empfangs.
750 Mini-Baumkuchen wurden maschinell schokoliert und anschließend aufwändig verpackt als „Goodie Bags“ für die Gäste des Empfangs. FOTO: Michael Helbig

Kunden in Europa und Übersee

„Mehr als 35 Prozent unserer Produktion geht in diesem Jahr nach draußen“, schildert Carsten Hajek. Nach draußen meint über Cottbus hinaus, nach Europa und nach Übersee.

 Nach dem liebevollen „Eintüten“ kommen die Baumkuchen-Minis in die schützende Umverpackung.
Nach dem liebevollen „Eintüten“ kommen die Baumkuchen-Minis in die schützende Umverpackung. FOTO: Michael Helbig

Für die exklusive Lieferung nach London haben die Hajeks einen besonderen Weg gewählt. Sie wurde sorgfältig auf Paletten gepackt und von einer internationalen Spedition statt einem Paketdienst ans Ziel gebracht, damit alles heil ankommt und Eindruck macht auf dem Spezialitätentisch.

Erster Auslandsauftrag in diesem Umfang

„Es ist unser erster Auslandsauftrag in diesem Umfang“, so Carsten Hajek. „Der Arbeitsumfang an sich ist für uns nicht ungewöhnlich, insbesondere zur Weihnachtszeit“, fügt er an. Die Cottbuser Baumkuchen Manufaktur backt die Spezialität und eigene Neuentwicklungen wie den Matcha-Baumkuchen inzwischen das ganze Jahr. Hochkonjunktur aber hat das Backen klassisch in der Weihnachtszeit. „Da kommen wir langsam an die Grenze unsere Kapazitäten. Deshalb wird am 15. November auch unsere Schaubäckerei für dieses Jahr geschlossen. Wir brauchen den Platz fürs Backen.“

Hajek zufolge werden in diesem Jahr in der Cottbuser Baumkuchen Manufaktur voraussichtlich 7,5 Tonnen Baumkuchen gebacken. „Bei einem Durchschnittsgewicht von 230 Gramm sind das circa 32 000 Baumkuchenringe.“

Klassisch oder mit Matcha-Tee oder Aronia

Die meisten Kunden bevorzugen den Baumkuchen ganz klassisch. Aber auch die von der Cottbuser Baumkuchen Manufaktur kreierten Neuheiten sind in vieler Munde und deshalb auf mancher Weihnachtsbestellung zu finden. Dazu gehören mit Matcha-Tee oder Kakao und Orange oder Aronia und Holunder aromatisierte Baumkuchen.

„Wir beliefern viele private Stammkunden, jedes Jahr kommen neue Kunden hinzu. Auch bei Firmen ist unser Cottbuser Baumkuchen beliebt als Präsent und Dankeschön für Geschäftspartner und Mitarbeiter“, schildert Hajek. Ein großes Unternehmen der Region habe in diesem Jahr bereits Mitte Juli den Hut in den Ring geworfen, um seine alljährliche Weihnachtsbestellung abzugeben. Wohl um sicher zu gehen, dass es angesichts des wachsenden Ansturms nicht leer ausgeht.