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| 16:09 Uhr

Wirtschaftskolumne
Zeit für ein echtes Lausitzer

Beate Möschl
Beate Möschl FOTO: Sebastian Schubert / Medienhaus Lausitzer Rundschau
Beim letzten Schnee- und Dauerfrost-Wochenende mit eisig-böigem Wind wurde das Lausitzer Land mal wieder vorgeführt. Was knirschte da der Sand zwischen den Zähnen! Und wie bizarr sahen die scharfkantigen Canyons gleichenden Schneewehen in den Kurven viel befahrener Bundesstraßen aus! Überzogen von gelb-braunem Staub, der nicht aus der Wüste oder dem Sand-Streusalzwagen stammte, sondern von den Äckern gleich nebenan. Unbarmherzig stetig trug der Eis-Wind die Ackerkrume ab, blies sie fahnengleich wie einen Teppich über die Fahrbahn. Ein Bild, das pendelnde Autofahrer unabhängig von der Jahreszeit bei stürmischen Winden in der brandenburgischen und sächsischen Lausitz öfter beobachten.

Fast elf Millionen Quadratmeter Landoberfläche weltweit sind bereits durch Erosionen gefährdet, haben Forscher ermittelt. Das ist eine Fläche, fast dreimal so groß wie die Europäische Union. Fernseh-Kieker und Biertrinker wissen so etwas. Haben doch Promis wie Günther Jauch schon für ein kühles Blondes geworben – am besten kastenweise – im Interesse des Regenwaldes. Davon sind wir hier zwar weit entfernt, allerdings rückt das Erosionsproblem offensichtlich näher heran. Es wird also Zeit. Zeit für ein echtes Bier aus der Lausitz mit Grüner-Daumen-Nachwirkung – zum Schutz des Lausitzer Ackerlands. Das verspräche sogar überraschende Vielfalt bei inzwischen immerhin knapp 130 Brauereien in Brandenburg und Sachsen und mindestens 400 verschiedenen Sorten Bier. Die träfen hier obendrein auf viel Heimatliebe, und die ließe sich bei Verkostung am Feldrand nach gemeinschaftlicher Pflanzaktion auf dem Acker durchaus nützlich kanalisieren. Mit dem Ergebnis blühender Landschaften und gesunden Lausitzer Bodens, der sich nicht einfach bei jedem harscheren Gegenwind wegblasen lässt und vom Acker macht.