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| 16:11 Uhr

Die Februar-Daten der Agentur für Arbeit
Winter hält den Arbeitsmarkt in der Lausitz im Griff

Der Arbeitsmarkt im Februar.
Der Arbeitsmarkt im Februar. FOTO: LR
Cottbus.. Vorbereitung auf die Saison in den klassischen Branchen beginnt: Firmen melden mehr freie Stellen, müssen aber auch mehr bieten für eine Punktlandung. Von Beate Möschl

Der Winter hält den Arbeitsmarkt in der Lausitz im Griff. Nach dem saisonbedingten Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Januar gab es im Februar kaum Veränderung. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Cottbus waren 23 958 Menschen arbeitslos gemeldet, 90 weniger als im Januar und 3296 weniger als im Februar 2017. Insgesamt waren 31 816 erwerbsfähige Männer und Frauen ohne Arbeit. In der Statistik wird die tatsächliche Zahl der Arbeitslosen unter dem Begriff Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) geführt. Auch hier ist der Rückgang durch die Winterstarre am Arbeitsmarkt gebremst. Die Aussichten auf Besserung werden jedoch als gut beurteilt. Denn allein im Februar sind der Agentur für Arbeit Cottbus 1663 neue Stellenangebote gemeldet worden. „Damit haben wir erstmals die 6000er-Marke geknackt. Aktuell stehen 6081 freie Arbeitsstellen zur Verfügung, so viele wie noch nie. Das zeigt wie groß der Bedarf an Fachkräften ist“, so Marion Richter, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Cottbus, gestern bei der Vorstellung der aktuellen Arbeitsmarktstatistik.

„Gesucht werden vor allem Fachkräfte im Verkauf und Fachkräfte in der Gastronomie. Da merkt man, dass in den Betrieben der Region der Saisonstart vorbereitet wird“, so Richter. Immer sehr gefragt sind auch Berufskraftfahrer, Altenpfleger und Altenpflegehelfer, Fachkräfte für Dialogmarketing, Köche, Bauelektriker sowie Fachkräfte für Kraftfahrzeugtechnik und für Sanitär-, Heizungs-, Klimatechnik. „Die Stellen zu besetzen dauert seine Zeit, das wird sich noch verschärfen, einige werden wir auch gar nicht besetzen können“, sagt Richter und fügt an: „Auch Arbeitgeber müssen sich ihre Gedanken machen, wie sie Fachkräfte für ihr Unternehmen überzeugen können und halten wollen.“ Die eine oder andere Stelle sei nicht besonders gut dotiert. Oder es fehle an Betreuungsmöglichkeiten für Kinder außerhalb der üblichen Öffnungszeiten, passend zum Job beispielsweise in Gastronomie und Handel. Da seien Ideen gefragt in den Kommunen und Unternehmen vor Ort.

Die Quote der Jugendarbeitslosigkeit im Agenturbezirk Cottbus liegt aktuell bei 4,9 Prozent und damit deutlich unter dem Durchschnitt des Landes Brandenburg (7,7 Prozent) und knapp unter dem Bundesdurchschnitt (5,0 Prozent). „Darüber freuen wir uns sehr. Das ist echte Fleißarbeit“, so Marion Richter. Von der positiven Arbeitsmarktlage profitieren nicht nur junge Menschen, betont sie. Bei der Vermittlung gebe es grundsätzlich keine Alterbeschränkung. „Das verbietet der Gleichbehandlungsgrundsatz.“

Auch im Agenturbezirk Bautzen liegt der Fokus auf Vermittlung und Abbau von Jugend- und Langzeitarbeitslosigkeit. Im Februar jedoch stieg die Zahl der Arbeitslosen saisonbedingt leicht an. „Ich gehe davon aus, dass die ostsächsischen Unternehmen ab März wieder mehr Personal einstellen werden. Die Zeichen dafür stehen gut. Meine Mitarbeiter akquirierten bereits im Februar 1182 neue Arbeitsstellen. Damit sind aktuell mehr als 4300 sozialversicherungspflichtige Stellen zu besetzen – deutlich mehr als im Februar des Vorjahres“, so Thomas Berndt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bautzen. Die meisten freien Stellen gibt es im Bereich der Zeitarbeit (961), dem verarbeitenden Gewerbe (875), dem Gesundheits- und Sozialwesen (454), dem Handel und der Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (386) sowie dem Baugewerbe (332).

Im Agenturbezirk Bautzen waren Ende Februar 22 060 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 50 Arbeitslose mehr als Ende Januar 2018 und 3230 Personen (minus 12,8 Prozent) weniger als vor einem Jahr. Insgesamt waren deutlich mehr Erwerbstätige ohne Job: Die Unterbeschäftigung, die Summe aus Arbeitslosen und Teilnehmern an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, belief sich auf 28 183 Personen.