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| 13:42 Uhr

Stillstand im Tagebau Jänschwalde
Die Pumpen müssen weiter laufen

 Die Böschungen im Tagebau wurden in den zurückliegenden Tagen auf den Sicherheitsbetrieb vorbereitet.  Foto: dpa/Pleul
Die Böschungen im Tagebau wurden in den zurückliegenden Tagen auf den Sicherheitsbetrieb vorbereitet. Foto: dpa/Pleul FOTO: dpa / Patrick Pleul
Jänschwalde. Wie der Sicherheitsbetrieb im Leag-Tagebau Jänschwalde jetzt aussieht Von Jan Siegel

Seit Sonntag bewegt sich im Tagebau Jänschwalde (Spree-Neiße) kaum noch etwas. Einzig die Grundwasserpumpen drehen weiter auf Hochtouren, damit das Grundwasser nicht steigt und die knapp 100 Meter tiefe Gruben nicht flutet. Betreten darf den Tagebau jetzt nur noch ein begrenzter Kreis von Fachleuten. Sie kümmern sich um die Pumpen und überwachen ein dichtes Netz von Messpegeln.

Die Pegel sind die neuralgischen Punkte. Mit ihnen wird nicht nur der Grundwasserstand rund um die Uhr akribisch überwacht. Gleichzeitig sollen sie technisch Auskunft geben, ob der Berg nicht unkontrolliert in Bewegung gerät.

Die Leag-Bergleute sind am Montagfrüh an den Tagesanlagen bei einer Belegschaftsversammlung über das weitere Vorgehen informiert worden. Das übernahmen Personalvorstand Jörg Waniek und Bergbauvorstand Uwe Grosser. Im Tagebau sind nach Angaben der Leag rund 700 Mitarbeiter beschäftigt.

Sie hatten den Sicherheitsbetrieb in den zurückliegenden Tagen vorbereitet. Wer mit fachmännischen Blick in den Tagebau schaut, dem fällt auf, dass auf der Abraumseite der Förderbrücke F 60 der sogenannte Stützkörper breiter und mächtiger ist als beim laufenden Betrieb. Auf der anderen Seite der Brücke, wo sonst der Abraum über dem Kohleflöz aufgenommen wird, ist die Böschung deutlich flacher geschnitten worden. Das soll den Druck der stehenden 30 000-Tonnen-Brücke besser verteilen und helfen, unkontrollierte Rutschungen zu verhindern.

 Flache Böschungen und mächtige Dämme. Wenn die 30 000 Tonnen schwere Förderbrücke stillsteht, kann es gefährlich werden.  Foto: dpa/Pleul
Flache Böschungen und mächtige Dämme. Wenn die 30 000 Tonnen schwere Förderbrücke stillsteht, kann es gefährlich werden. Foto: dpa/Pleul FOTO: dpa / Patrick Pleul

Während sich eine Rumpfmannschaft um die Sicherheit im Tagebau Jänschwalde kümmert und ein Teil Überstunden von Arbeitszeitkonten abbaut, muss etwa die Hälfte der Mitarbeiter auch in anderen Tagebauen helfen. Ein Großteil der benötigen Rohbraunkohle für den Betrieb des Kraftwerkes Jänschwalde soll in den nächsten Wochen mit der Kohlebahn aus dem Tagebau Welzow-Süd herangefahren werden.

Im Kraftwerk selbst laufen bereits die Vorbereitungen zur Stillegung eines zweiten Kraftwerksblocks zum 30. September. Der 500-MW-Block E geht, wie bereits der Block F, dann in die sogenannte „Sicherheitsbereitschaft“.

Der Sicherheitsbetrieb im Tagebau Jänschwalde soll nach dem Willen der Leag spätestens Ende November wieder in den Normalbetrieb übergehen. Bis dahin muss die spezielle FFH-Umweltprüfung durch das Landesbergamt aber erst erfolgreich abgeschlossen sein.

 Am 30. September geht ein zweiter 500-MW-Block im Kraftwerk Jänschwalde planmäßig in die sogenannte Sicherheitsreserve.  Foto: dpa/Pleul
Am 30. September geht ein zweiter 500-MW-Block im Kraftwerk Jänschwalde planmäßig in die sogenannte Sicherheitsreserve. Foto: dpa/Pleul FOTO: dpa / Patrick Pleul