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| 16:23 Uhr

Bahnverkehr in der Lausitz
Sechs Jahre warten auf zweites Gleis nach Lübbenau

 Der Lange Weg zum zweiten Gleis zwischen Cottbus und Lübbenau
Der Lange Weg zum zweiten Gleis zwischen Cottbus und Lübbenau FOTO: Frank Hilbert
Cottbus/Lübbenau. Obwohl die Planungen für den zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke zwischen Cottbus und Lübbenau längst begonnen haben, soll es immer noch mehr als sechs Jahre dauern, ehe die Züge dort zuverlässig rollen. Warum dauert das so lange? Von Jan Siegel

Bis Ende des Jahres 2027 müssen sich die Bahnpendler zwischen Cottbus und Berlin noch gedulden, ehe die Strecke durchgängig auch zweigleisig befahren werden kann. Erst dann soll das zweite Gleis auch zwischen Cottbus und Lübbenau liegen. Viele Lausitzer fragen sich, warum dauert das so lange? Die RUNDSCHAU hat deshalb den jetzt anvisierten Zeitplan zusammengestellt.

Bahnübergang in Kolkwitz soll verschwinden

Bis Ende August sollen die Fragen rund um die Finanzierung einer Bahn-Unter- oder Überführung auf der Landesstraße 49 zwischen Cottbus und Kolkwitz abgeschlossen sein. Weil es sich um eine Landesstraße handelt, müssen sich Land und Bahn die Kosten für den neuen Übergang teilen. Der straßengleiche Bahnübergang soll dort verschwinden.

 Bis neue Gleise gelegt werden können, gehen einige Jahre ins Land.
Bis neue Gleise gelegt werden können, gehen einige Jahre ins Land. FOTO: dpa / Lukas Schulze

Gleichzeitig könnte eine leichte Verlegung der Strecke eine bessere Anbindung des Technologie- und Industrieparks (Tip) an die Autobahn A15 gewährleisten. Dazu muss die Stadt Cottbus jetzt zügig noch ein paar planerische Ansagen machen und ihre Vorstellungen äußern. Dazu gehört auch die Frage, ob die Möglichkeit einer Straßenbahnanbindung von Kolkwitz in Zukunft eingeplant werden soll.

Entwurf der Planungen steht bis Dezember 2020

Ende des Jahres 2020 soll die Entwurfsplanung für den zweigleisigen Ausbau der Strecke zwischen Cottbus und Lübbenau abgeschlossen sein. Auf ihrer Grundlage werden die Unterlagen für das folgende Genehmigungsverfahren (Planfeststellung) zusammengestellt.

 Der nördliche teil der Bahnstrecke zwischen Cottbus und Berlin ist um das Jahr 2010 grundlegend ertüchtigt und ausgebaut worden.
Der nördliche teil der Bahnstrecke zwischen Cottbus und Berlin ist um das Jahr 2010 grundlegend ertüchtigt und ausgebaut worden. FOTO: Patrick Pleul

Unterlagen für die Planungen werden bis Mai 2021 eingereicht

Im Mai 2021 sollen bei den regionalen Planungsbehörden die Planungsunterlagen eingereicht werden. Die Unterlagen werden geprüft. Außerdem haben Anlieger und auch die Träger öffentlicher Belange Einsicht in die Pläne und können auch Kritikpunkte äußern. Ab diesem Zeitpunkt bestehen zeitlich gewisse Unsicherheiten, weil noch nicht absehbar ist, ob und welche Widerstände es gegen den Ausbau gibt.

Planrecht für das zweite Gleis bis Ende 2023

Im Herbst des Jahres 2023 sollen alle Hinweise von Anliegern und der Träger öffentlicher Belange in die Unterlagen eingearbeitet sein. Ziel ist es, das Ende 2023 Planrecht für den Streckenabschnitt zwischen Cottbus und Lübbenau besteht.

Ab Januar 2024 laufen erste Ausschreibungen

 Ein Bautrupp der Bahn bei Gleisbauarbeiten
Ein Bautrupp der Bahn bei Gleisbauarbeiten FOTO: dpa / Roland Weihrauch

Im Jahr 2024 werden die folgenden Baumaßnahmen konkret geplant und es laufen die Ausschreibungen für die Firmen, die den Streckenausbau stemmen sollen

Baubeginn für das zweite Gleis für April 2025 geplant

Im Frühjahr 2025 sollen die Bauarbeiten voraussichtlich noch bei laufendem Betrieb beginnen. Bisher ist eine Bauzeit von knapp zwei Jahren eingeplant. Diese hängt auch ein bisschen davon ab, ob die Strecke während der Bauzeit länger komplett gesperrt wird, oder ob auf Teilabschnitten gebaut werden muss.

Geht es nach der Bahn ist eine Vollsperrung am effizientesten. Das hängt aber nicht nur ab vom Personenverkehr, schließlich kann die Lausitz nicht komplett von der Hauptstadtregion abgekoppelt werden. Eine Rolle spielt auch der Güterverkehr und die Kapazität einer möglichen Umleitung über Calau.

Ab Dezember 2027 rollt der Bahnverkehr zweigleisig

Für den Fahrplanwechsel im Dezember 2027 ist nach den derzeitigen Plänen die Inbetriebnahme der vollständig zweigleisigen Verbindung zwischen Cottbus und Berlin geplant.

Bahnhof Königs Wusterhausen bleibt Engstelle

Gleichzeitig mit dem Streckenausbau in der Lausitz muss auch der Bahnhof in Königs Wusterhausen „aufgebohrt“ werden. Dort gibt es eine zweite Engstelle, weil neben der S-Bahn im Bahnhof KW nur ein durchgängiges Bahngleis zur Verfügung steht. Als erster Schritt ist geplant, in Königs Wusterhausen ein Wendegleis einzubauen. Dort können Züge ausweichen oder abgestellt werden, ohne den Durchgangsverkehr zu behindern.

Langfristig aber müssen Bahn- und S-Bahn-Verkehr in Königs Wusterhausen aber komplett entzerrt werden. Dafür aber ist bisher kein Zeitrahmen bekannt.

 Der Bahnübergang zwischen Cottbus und Kolkwitz wurde im im Sommer 2016 neu hergerichtet. Beim Bau des zweiten Gleises nach Lübbenau soll er trotzdem ganz verschwinden.
Der Bahnübergang zwischen Cottbus und Kolkwitz wurde im im Sommer 2016 neu hergerichtet. Beim Bau des zweiten Gleises nach Lübbenau soll er trotzdem ganz verschwinden. FOTO: Annett Igel-Allzeit