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| 15:35 Uhr

Brandenburger Energietag
Die Energiewende ist nicht zuletzt eine Wärmewende

Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber lässt sich von Markus Graebig, Projektleiter des vom Bundeswirtschaftsministeriums geförderten Projekts WindNODE, beim Brandenburger Energietag an einem Modell die intelligente Vernetzung Erneuerbarer Energien erläutern.
Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber lässt sich von Markus Graebig, Projektleiter des vom Bundeswirtschaftsministeriums geförderten Projekts WindNODE, beim Brandenburger Energietag an einem Modell die intelligente Vernetzung Erneuerbarer Energien erläutern. FOTO: LR / Jan Siegel
Cottbus. Die Stromnutzung macht nur ein Fünftel des Energieverbrauchs in Deutschland aus. Wer die Wende wirklich will, muss an Wärme denken. Von Jan Siegel

Der Brandenburger Energietag ist kein Event im klassischen Sinne. Wer spektakuläre Neuigkeiten erwartet, der muss schon ganz genau hinhören. Das, was am Montag auf dem Cottbuser Campus der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg über die Bühne gegangen ist, war vor allem ein Treffen von Fachleuten und Politikern unterschiedlicher Ebenen. Das Thema auch diesmal wieder: die Energiewende.

Aber im Mittelpunkt stand diesmal nicht die Frage, wie viel Strom im Land künftig noch wie lange aus Braunkohle erzeugt werden soll, muss und darf. Die kontroversen Debatten und Argumentationslinien dazu sind gerade in der Lausitz hinlänglich bekannt.

„Die Energiewende ist mehr als die Stromwende“, sagte Brandenburgs scheidender Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD). Stromnutzung mache gerade ein Fünftel des deutschen Energiebedarfs aus. „Mehr als die Hälfte des Energieverbrauchs in Deutschland entfällt auf Wärmeanwendungen. Ohne Wärmewende kann die Energiewende also nicht gelingen.“

Trotz des Themas „Wärme“: Hitzig ging es beim Brandenburger Energietag nicht zu. Auch das engagierte Häuflein der Braunkohlekritiker von der Grünen Liga mit ihren Plakaten wurde von den meisten Beteiligten freundlich begrüßt. Wissenschaftliche Fachdiskussionen und Vorträge dominierten den Tag auf dem Cottbuser Campus.

Trotz des immensen technischen Fortschritts in den zurückliegenden drei Jahrzehnten war beim Brandenburger Energietag viel Altbekanntes zu hören. Die gute, alte Fernwärme war vor 40 Jahren Alltag in den Lausitzer Städten. Jetzt, nach einem langen Schattendasein, soll sie ein großes Comeback bekommen. Mehrere Bundesprogramme zur Förderung der Fernwärme laufen oder werden gerade vorbereitet. Sie soll mit den heutigen technischen Möglichkeiten helfen, Deutschlands Energiebilanz zu verbessern und das Weltklima zu retten. Intelligente Steuerung und Netze, die die Abwärme energieintensiver Produktionen nutzen, stehen wieder ganz hoch im Kurs.

Gerade in der Lausitz ist das technische Know-how dafür vorhanden. Nicht nur an der BTU Cottbus-Senftenberg direkt: „Wir arbeiten mit Hochdruck an Lösungen für die Energieversorgung von morgen“, sagte die zuständige Vizepräsidentin Prof. Katrin Salcher. Energieeffizienz, die Integration Erneuerbarer Energien und die dazu notwendigen Speichertechnologien sind Schwerpunkte der Forschung an der Cottbuser Uni.

Der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus Wolfgang Krüger warb mit Nachdruck dafür, dass eine Energiewende – auf welchem Feld auch immer – für Unternehmen und Privathaushalte bezahlbar bleiben muss. „Wenn diese Voraussetzung erfüllt ist, kann die Lausitzer Energiewirtschaft mit ihrem Wissen und ihrer Verknüpfung zur Wissenschaft ein wichtiges Standbein der Energiewende in Deutschland sein“, sagte Krüger.