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| 15:03 Uhr

Gascade
Vorbereitungen für neue Pipeline durch die Lausitz laufen

Klaus Tronnier, Bauleiter der Gascade Gastransport GmbH, prüft auf einem Sammelplatz die Stahlrohre für die künftige Europäische Gas-Anbindungsleitung
Klaus Tronnier, Bauleiter der Gascade Gastransport GmbH, prüft auf einem Sammelplatz die Stahlrohre für die künftige Europäische Gas-Anbindungsleitung FOTO: Patrick Pleul / dpa
Cottbus/Kassel. Noch stehen die formalen Genehmigungen für den Bau der Eugal-Gaspipeline durch Ostdeutschland aus. Doch am geplanten Streckenverlauf passiert schon viel.

Die Vorbereitungen für den Bau der Land-Gaspipeline Eugal von der Ostsee durch Ostdeutschland bis nach Tschechien schreiten voran. Die Anlieferung der Rohre, die später in den Boden kommen sollen, ist für den ersten von zwei Strängen in Mecklenburg-Vorpommern bereits abgeschlossen, in Brandenburg läuft sie und in Sachsen soll sie im Mai/Juni starten, wie der Netzbetreiber Gascade in Kassel auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.

In allen drei Bundesländern laufen demnach zugleich noch die behördlichen Planfeststellungsverfahren. Deren Abschluss ist die Voraussetzung für den Bau. Die Gascade Gastransport GmbH rechnet damit, dass die Ergebnisse im Sommer feststehen. Danach soll der Bau beginnen. Von Ende 2019 an soll vor allem russisches Erdgas bis nach Tschechien transportiert werden.

Ende 2020 soll der zweite Strang der Pipeline verfügbar sein. Die Leitung soll nur bis nach Südbrandenburg neu gebaut werden, in Sachsen soll bestehende Infrastruktur mitgenutzt werden. Laut Gascade, das ein Gemeinschaftsunternehmen von BASF und des russischen Staatskonzerns Gazprom ist, soll der Transport der Rohre für den zweiten Strang im Oktober für Mecklenburg-Vorpommern sowie Brandenburg beginnen und bis Februar 2019 dauern.

In Mecklenburg-Vorpommern laufen zwei Genehmigungsverfahren - für die Leitung und die Gasempfangsstation am Greifswalder Bodden. Beide Verfahren seien noch nicht abgeschlossen, eine mögliche Planfeststellung gegenwärtig nicht terminierbar, sagte der Leiter des für die Genehmigung zuständigen Bergamtes Stralsund, Thomas Triller.

Vor zwei Wochen fand die Erörterung für den etwa 100 Kilometer langen Trassenabschnitt vom Anlandepunkt Lubmin bis zur brandenburgischen Grenze statt. Die Erörterung habe ergeben, dass noch Überarbeitungs- und Ergänzungsbedarf bei den Antragsunterlagen bestehe, sagte Triller. Einzig die bauvorbereitenden Maßnahmen für die Erdgasempfangsstation in Lubmin seien bereits zugelassen. Dort wird das Gas aus der Trasse von der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 in die Gascade-Trasse Eugal eingeleitet.

In Brandenburg gab es am Donnerstag ein Erörterungs-Treffen mit der Republik Polen in Cottbus, wie das Landesbergamt mitteilte. Das Nachbarland ist beim Thema Umweltverträglichkeit eingebunden und hat eine Stellungnahme abgegeben.

In Brandenburg verläuft der größte Teil der geplanten Gastrasse mit rund 275 von insgesamt 480 Kilometern Länge. Bereits Mitte März hatte es den Angaben zufolge in Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald) einen Erörterungstermin gegeben, bei dem es um Stellungnahmen und Einwendungen von Bürgern und Behörden ging. Das Landesamt hatten im Vorfeld insgesamt knapp 170 Schreiben erreicht. Der nächste Schritt sei nun die Vorbereitung der abschließenden Entscheidung in dem Verfahren, hieß es. Zudem laufen noch Genehmigungsverfahren in Sachsen.

(dpa/bob)