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| 19:00 Uhr

Ich kaufe regional
Gehirnjogging im Supermarkt

Verbraucherberaterin Diana Marwitz zeigt ein Beispiel für verschiedene regionale Kennzeichnungen  an Lebensmitteln: Ein Glas Gewürzgurken, das sowohl mit der Dachmarke „Spreewald“ als auch mit dem runden, gelb-blauen Logo „g.g.A“ gekennzeichnet ist, und die Hinweise dazu im  Flyer der Verbraucherzentrale zur regionalen Kennzeichnung von Lebensmitteln.
Verbraucherberaterin Diana Marwitz zeigt ein Beispiel für verschiedene regionale Kennzeichnungen an Lebensmitteln: Ein Glas Gewürzgurken, das sowohl mit der Dachmarke „Spreewald“ als auch mit dem runden, gelb-blauen Logo „g.g.A“ gekennzeichnet ist, und die Hinweise dazu im Flyer der Verbraucherzentrale zur regionalen Kennzeichnung von Lebensmitteln. FOTO: LR / Silke Halpick
Cottbus. Wer wirklich regionale Produkte auf dem Tisch haben möchte, muss genau hinschauen beim Einkauf und beherzt nachfragen. Ein kritischer Blick aufs Etikett lohnt. Kenntnis der Region und regionaler Produzenten verschafft einen Vorteil bei der Orientierung im Einkaufsdschungel. Von Beate Möschl

Einkaufszettel, persönliches Budget und aktuelle Angebote – das sind die klassischen Orientierungshilfen beim Lebensmitteleinkauf im Supermarkt. Wer mehr will, muss sich mehr anstrengen. Vor allem beim Einkauf regionaler Produkte kann es schnell unübersichtlich werden und zu Fehlkäufen  kommen. „Regionales liegt im Trend, die Anbieter reagieren. Gefühlt sind die Märkte übervoll. Doch das macht es für den Kunden nicht leichter“, sagt Diana Marwitz vom Beratungszentrum Cottbus der Verbraucherzentrale Brandenburg. Sie ist seit 26 Jahren Verbraucherberaterin im Bereich Lebensmittel/Ernährung und bietet  unter anderem auch Einkaufstrainings an. „Es ist schwer, wirklich regionale Produkte zu bekommen“, beobachtet sie dabei immer wieder.

Begriffe wie  „Region“ oder „von hier“ oder „Das Beste aus der Region“ seien  sehr unspezifische Kennzeichnungen, die nichts über die Regionalität aussagen. „Der Begriff Region ist gesetzlich nicht definiert und wird daher unterschiedlich interpretiert und verwendet. Jeder versteht etwas anderes darunter – der eine den Großraum um seinen Wohnort, der andere den Spreewald oder den Landkreis, das Bundesland“, so Marwitz. Sie rät Verbrauchern deshalb, genau hinzuschauen. „Ein Blick auf das Etikett lohnt sich“, sagt sie und fügt an: „Zwei Kennzeichnungen gibt es, die klar definiert sind und dem Verbraucher als gute Orientierung dienen können. Das sind das gelb-rote g.U.-Logo und das gelb-blaue g.g.A.-Logo.“ Der wesentliche Unterschied zwischen beiden Zeichen ist: Bei der „geschützten Ursprungsbezeichnung“ (g.U.) muss die Erzeugung vollständig in der genannten Region erfolgen. Für die geschützte geografische Angabe (g.g.A.) genügt es, wenn ein Produktionsschritt in dem angegebenen Gebiet stattfindet. Das gelb-rote Logo ist bei deutschen Produkten bisher wenig verbreitet, beobachtet die Einkaufstrainerin. Auch Lebensmittel mit dem gelb-blauen g.g.A-Logo sind, wie Marwitz sagt, „leider nicht oft zu finden in den Regalen, vielleicht mal in der Käsetheke oder im Wurst­regal mit Allgäuer Emmentaler, Schwarzwälder Schinken oder Thüringer Rostbratwurst“. Positive Erlebnisse gibt es dazwischen dann doch. „Das Regionalfenster findet sich in der Tat jetzt häufiger, vor allem im Obst- und Gemüsebereich. Das ist zumindest ein Zeichen für mehr Transparenz und erleichtert es, regional einzukaufen.“

Wer Wert darauf legt, genauer zu wissen, woher kommt, was er in den Einkaufskorb legt, sollte sich nicht nur an der Kennzeichnung orientieren, sondern auch mal nachfragen beim Verkäufer oder der Lebensmittelkette, beim Bäcker oder beim Hersteller. „Das gilt auch in Hofläden oder auf Frischemärkten, da ist durchaus auch Zugekauftes im Sortiment“, so Marwitz. Genau hinschauen, nachfragen, abwägen und den Geschmack entscheiden lassen, rät sie und sagt: „Es ist wirklich ein Dschungel an Lebensmittelkennzeichnungen, duarch die sich der Verbraucher kämpfen muss. Wir als Verbraucherzentrale fordern mehr Transparenz und bessere Entscheidungswege für Kunden, also klarere, einheitlich definierte Label, die sich gut einprägen und zu recht Signalwirkung entwickeln.“

Das bieten Supermärkte auf Eigeninitiative an: Hinweise auf Produkte aus der Region, zum Beispiel mit dem Logo „Ein Herz für Brandenburg“. Verbraucherberaterin Diana Marwitz zeigt  beim Einkaufstraining in Guben auf den Hinweis am Warenregal als zusätzlichen Wegweise für den Verbraucher.
Das bieten Supermärkte auf Eigeninitiative an: Hinweise auf Produkte aus der Region, zum Beispiel mit dem Logo „Ein Herz für Brandenburg“. Verbraucherberaterin Diana Marwitz zeigt beim Einkaufstraining in Guben auf den Hinweis am Warenregal als zusätzlichen Wegweise für den Verbraucher. FOTO: LR / Silke Halpick