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| 13:10 Uhr

Ifo-Forscher warnt vor Mangel an Unternehmensnachfolgern
Ostdeutsche Wirtschaft steht vor einem zweiten Strukturwandel

Für kleine Betriebe in Ostdeutschland wir die Suche nach einem Nachfolger zunehmend zum problem.
Für kleine Betriebe in Ostdeutschland wir die Suche nach einem Nachfolger zunehmend zum problem. FOTO: dpa / Uwe Anspach
Dresden. Die Wirtschaft in Ostdeutschalnd ist tief gespalten. Hoch profitable Firmen auf der einen, gerade so überlebende Betriebe auf der anderen Seite. So gehe es nicht weiter, warnt ein Experte.

Die ostdeutsche Wirtschaft steht nach Ansicht des Dresdner Forschers Joachim Ragnitz vor einem zweiten Strukturwandel. Am Freitag forderte der Vize-Chef des Dresdner Ifo-Institutes die Politik auf, sich darauf einzustellen. „Ansonsten könnte es passieren, dass der bislang gut verlaufende Aufholprozess in den nächsten Jahren ein abruptes Ende findet“, sagte Ragnitz zum 29. Jahrestages des Mauerfalls.Der Wissenschaftler verwies darauf, dass viele kleine Unternehmen im Osten Besitzer haben, die kurz vor dem Ruhestand stehen und deswegen keine Risiken mehr eingehen wollen. Es werde schwer werden, für alle Betriebe einen Nachfolger zu finden. „Die Politik wäre gut beraten, sich hierauf einzustellen und mehr dafür zu tun, erfolgreiche Firmen mit Wachstumsambitionen zu unterstützen“, so Ragnitz.

Das Problem seien vor allem kleine Unternehmen, die sich gerade so über Wasser halten können. „Kennzeichnend für die ostdeutsche Wirtschaft ist heute eine massive Spaltung zwischen hoch wettbewerbsfähigen Firmen einerseits und Betrieben andererseits, die nur knapp über die Runden kommen.“

Die Top-Perfomermer seien auf wenige lukrative Standorte konzentriert. Der Rest finde sich in der Flcähe. „Die vielen kleinen Firmen sind häufig aus der Not des Übergangs von der Staats- zur Marktwirtschaft geboren. Sie haben sich auf Märkte spezialisiert, die ein Auskommen erlauben, weisen aber nur geringe Wachstumsambitionen auf“, so Ragnitz. Diese Masse der ostdeutschen Betriebe gelte es im Auge zu haben.

(dpa/bob)