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| 14:50 Uhr

Südbrandenburgs verdi-Mitglieder machen Druck auf Tarifverhandlungen für Öffentlichen Dienst
Öffentlicher Dienst trifft sich in Cottbus zum Warnstreik

Cottbus. Einschränkungen in Verwaltungen am Donnerstag

Gleich in mehreren Dienststellen wird sich am Donnerstag, einem  klassischen langen Sprechtag in den Behörden der Region Südbrandenburg,  weniger drehen als üblich. Die Vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat  flächendeckend zu Warnstreiks in den  kommunalen Verwaltungen ab Dienstbeginn aufgerufen. „Es wird flächendeckend zu Einschränkungen kommen, punktuell wird sich auch mal gar nichts tun. Behördengänge können also  ziemlich lang werden“, sagt Gewerkschaftssekretär Dirk Höntsch vom Verdi-Bezirk Cottbus.  Schwerpunkt der Warnstreikaktion im öffentlichen Dienst ist die Stadtverwaltung Cottbus.

Die Beschäftigten, die sich am Warnstreik im öffentlichen Dienst beteiligen, werden nicht einfach der Arbeit fern und zu Hause bleiben, sondern  mit einer Zentralen Demo in Cottbus ihren Forderungen   Nachdruck verleihen. Ausgehend vom Treffpunkt vor  der Knappschaft Bahn-See in Cottbus wird sich der Zug der Warnstreikenden aus Südbrandenburgs Kommunalverwaltungen am Donnerstag  gegen 10.30 Uhr in Bewegung setzen und durch die Bahnhofstraße vor das Stadthaus am Erich-Kästner-Platz ziehen. „Wir erwarten Delegationen aus allen Dienststellen der Landkreise Dahme-Spreewald, Oberspreewald-Lausitz, Elbe-Elster und Spree-Neiße und natürlich aus der Stadt Cottbus. Wir sind gut organisiert und durchsetzungsfähig“, sagt Dirk Höntsch. Cottbusverkehr bittet in diesem Zusammenhang um Verständnis für etwaige Verspätungen bei Bussen und Straßenbahnen.

Stadtsprecher Jan Gloßmann weist darauf hin, dass Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) mit der Gewerkschaft über die Absicherung von Notdiensten verhandelt hat. Rettungsdienst, Deponie sowie der ASD im Jugendamt bleiben besetzt. „Die Cottbuser sollten sich darauf einstellen, dass es an einigen Stellen zu längeren Wartezeiten kommen kann.“

Mit der Ausdehnung der Warnstreiks in die Fläche will die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi den Druck auf die dritte und vorerst letzte Verhandlungsrunde zum neuen Tarifvertrag  erhöhen. Die Verhandlungen werden am 15. und 16. April in Potsdam fortgesetzt.

Die Gewerkschaften Verdi und  DBB  Beamtenbund und Tarifunion fordern für die rund 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten von Bund und Kommunen sechs Prozent mehr Geld, mindestens aber 200 Euro im Monat für zwölf Monate. „Das heißt, es geht um echte sechs Prozent“, sagt Dirk Höntsch. In der Vergangenheit waren die Forderungen und Abschlüsse mit einer Tarifvertragslaufzeit von  24 Monaten verbunden. Das heißt, Verdi und die DBB verschärfen die Gangart.

Die Azubi-Vergütungen und die Praktikanten-Entgelte sollen laut Verdi-Forderung um 100 Euro pro Monat steigen. Gleichzeitig soll für sie die Übernahmeregelung wieder in Kraft gesetzt werden.  Zudem sollen die Regelungen des Tarifvertrags zeit- und wirkungsgleich auf die 344 000 Beamten, Richter  und Soldaten sowie 182 000 Versorgungsempfänger  übertragen werden.  

(moe)