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| 20:00 Uhr

Cottbuser Immobilienmarkt in Bewegung
Nachfrage lässt Baupreise steigen

Bauen in Cottbus
Bauen in Cottbus FOTO: LR
Cottbus. Gutachter: Wohneigentum geht weg wie warme Semmeln – zu höheren Preisen. Mehr Nachfrage als Angebot. Finsterwalder Straße, Südeck und Branitz sind teuerstes Bauland-Pflaster. Von Beate Möschl

Der Immobilienmarkt in Cottbus ist in  Bewegung. 781 Käufe wurden im Jahr 2017 registriert. Das sind 14 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Auch der Geldumsatz ist gestiegen – auf insgesamt 150,9 Millionen Euro. Damit liegt er um die Hälfte höher als noch im Jahr 2016. Die Preise für Baugrundstücke für Ein- und Zweifamilienhäuser steigen. Auch frei stehende Ein- und Zweifamilienhäuser älterer Baujahre gehen wieder zu höheren Preisen weg. Im Markt für Eigentumswohnungen ziehen die Nachfrage nach Neubau-Objekten mit modernem Zuschnitt und die Kaufpreise an. Wer  seine vor Jahrzehnten gekaufte Eigentumswohnung weiter veräußern möchte, der kann allerdings nicht mit großem Gewinn rechnen. All das geht aus dem aktuellen Grundstücksmarktbericht für die Stadt Cottbus hervor.

Der Bericht bildet das tatsächliche Marktgeschehen des Jahres 2017 ab. Dazu werden alle Käufe anonymisiert erfasst und ausgewertet, die dem Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Stadt Cottbus übermittelt worden sind.

Die Bodenrichtwerte – das sind die durchschnittlichen Lagewerte für Grundstücke eines bestimmten Gebietes – sind um durchschnittlich sechs Prozent gestiegen, wobei 96 Prozent der Werte um ein bis 13 Euro pro Quadratmeter höher liegen als im Jahr 2016. Mit Blick auf die Zahlen sagt Hannes Tischer, stellvertretender Vorsitzender des Gutachterausschusses: „Kein Bodenrichtwert ist gesunken.“ Und er prophezeit: „Das wird sich vorerst auch nicht ändern.“ Vor allem in neuen Wohngebieten und bei neu gebauten Eigentumswohnungen mit modernem Zuschnitt, Fahrstuhl, Loggia und Parkplatz am Haus sei mit weiter steigenden Preisen zu rechnen. „Die Nachfrage ist groß. Trotz des erfreulich großen Baugeschehens in der Stadt hinken die Wohnungsbauzahlen dem Bedarf noch immer hinterher“, so Gutachter Tischer. Platz für Wohnbauprojekte habe die Stadt noch genug.

Durchschnittlich 64 Euro wurden im vergangenen Jahr in etablierten Wohnlagen pro Quadratmeter Bauland für individuellen Wohnungsbau gezahlt. In den vom Gutachterausschuss ausgewiesenen Bodenrichtwertzonen „Neue Wohngebiete“ lag der durchschnittliche Kaufpreis deutlich höher: Bei 86 Euro pro Quadratmeter. Zu den Bodenrichtwertzonen „Neue Wohngebiete“ gehören unter anderem die Finsterwalder Straße, das Südeck, der Spreebogen.

Mit 110 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche gehört die Finsterwalder Straße zum teuersten Bauland-Pflaster in der Stadt (siehe Grafik). Das war schon im Jahr 2008 so. Damals wurden dort 95 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche bezahlt. Bei den bereits etablierten Wohngebieten nimmt Branitz mit 95 Euro pro Quadratmeter Wohnbauland den Spitzenplatz ein.

„Die teuersten Wohngebiete sind nicht gleich bedeutend mit den beliebtesten“, beobachtet Gutachter Tischer. „Wer Geld in ein Eigenheim oder eine Eigentumswohnung investieren möchte, der wägt Aufwand und Nutzen kritisch ab.“ So ist anhand der Kaufvertragsabschlüsse des Jahres 2017 ein erhöhtes Kaufinteresse in den neuen Wohngebieten „Am Nordrand“ und im „Waldblick“ im Ortsteil Groß Gaglow abzulesen – einhergehend mit einem Bauland-Preisanstieg von sechs Prozent am Nordrand und zehn Prozent im Cottbuser Süden.

Bei den etablierten Wohngebieten in Cottbus sind in den Ortsteilen Branitz, Gallinchen, Kiekebusch, Dissenchen und Sielow die häufigsten Transaktionen registriert worden – und ein durchschnittlicher Bodenpreisanstieg von rund zwölf Prozent.