ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 14:25 Uhr

Ich kaufe regional
Papiertüten für die „grüne Lunge“

Sabine Wulf vom Sekretariat des Center-Managements des Cottbuser Blechen-Carrés präsentiert vor der Regenwaldausstellung die neuen Shopping-Einkaufstüten aus Papier.
Sabine Wulf vom Sekretariat des Center-Managements des Cottbuser Blechen-Carrés präsentiert vor der Regenwaldausstellung die neuen Shopping-Einkaufstüten aus Papier. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Eine Ausstellung und kostenlose Papiertüten im Blechen-Carré sollen zum Umdenken anregen. Von Josephine Japke

Im Mittelpunkt der am Montag im Cottbuser Blechen-Carré gestarteten Ausstellung „Bedrohtes Paradies - Leben im tropischen Regenwald“ stehen die Schönheit und die verschiedenen Spezies der im Regenwald beheimateten Pflanzen und Tiere. Noch bis zum 18. August soll die Ausstellung die Bedrohung des Regenwaldes und dessen Bedeutung für das ökologische Gleichgewicht der Erde verdeutlichen.

Dem Umweltschutz zuliebe wird zeitgleich eine besondere Aktion gestartet: „Jeden Tag schocken uns Bilder von regelrechten Plastik-Meeren. Um dem entgegenzuwirken, verteilen wir bis Mitte August kostenlose Papiertüten, die statt der Plastiktüten zum Shoppen genutzt werden können“, erklärt Center-Managerin Simone Herrmann und sagt weiter: „Kunden, die etwas gegen das immer größer werdende Problem von Plastikmüll in den Weltmeeren tun möchten, können so während der Ausstellung aktiv zur Plastikvermeidung beitragen.“ Die großen, verstärkten Papiertüten können kostenlos in der Parfümerie Thiemann im Erdgeschoss abgeholt werden. Für Parfümerie-Marketingleiter Otto Thiemann stand die Beteiligung an der Aktion nie zur Debatte. „Schon vor ein paar Jahren war die Verschmutzung durch Plastiktüten ein riesiges mediales Thema. Aber leider ist das nach und nach wieder aus dem Blickfeld der Menschen gerückt. Umso wichtiger ist es, dass wir das wieder in den Fokus rücken“, sagt er.

In der Parfümerie selbst werden, unabhängig von der Umweltaktion in den kommenden Wochen, schon seit langem keine Plastiktüten mehr ausgeteilt. „Die waren zwar sehr beliebt und der Aufschrei demnach groß, als wir endgültig auf sie verzichteten, aber mittlerweile werden auch unsere Papiertüten gut angenommen“, erklärt Otto Thiemann. Weil auch die in der Herstellung viel Wasser verbrauchen, sind sie zwar nicht kostenlos, für die Umwelt aber besser.

Auch nebenan bei Thalia wird nur noch auf Wunsch des Kunden eine Plastiktüte gegen Geld ausgeteilt. „Damit das nicht so selbstverständlich ist und die Leute daran erinnert werden, dass das Buch vielleicht auch noch in die Handtasche passt“, erklärt Thalia-Auszubildender Martin Hildebrandt.

Mittlerweile gebe es sogar schon einzelne Filialen, die nur noch Jutebeutel verkaufen würden, „aber so weit sind wir in Cottbus noch nicht“, sagt er. Die Aktion vom Blechen-Carré in den kommenden Wochen kostenlose Papiertüten auszuteilen, findet er toll: „Ich selbst benutze Plastiktüten nur noch für den Müll, für alles andere habe ich Beutel. Wenn es irgendwann gar keine Tüten mehr geben dürfte, würde ich das persönlich voll unterstützen.“ Vor allem bei jungen Leuten sei es mittlerweile in den Köpfen angekommen, auf Plastikmüll zu verzichten. Doch auch ältere Generationen kämen immer häufiger mit Netzen, Beuteln und Körben in den Laden. „Der Trend dahin ist zu erkennen und das ist klasse“, sagt Martin Hildebrandt.

Die Ausstellung lädt Groß und Klein ein, in einen der wenigen verbliebenen, ursprünglichen Lebensräume unseres Planeten einzutauchen. Denn obwohl nur 7 Prozent der eisfreien Landmassen von tropischen Regenwäldern bedeckt sind, finden sich hier über 70 Prozent aller bekannten Tier- und Pflanzenarten.

Aufwendig gestaltete Dioramen und originalgetreue Exponate stellen die buntesten, spannendsten Wälder der Erde in Südostasien, Afrika und Südamerika vor.

„Informationstafeln und Schaukästen erklären wie sie aufgebaut sind, warum sie etwas Besonderes, und – wenn wir nicht auf sie achten – vielleicht bald verschwunden sind“, erläutert Simone Herrmann und freut sich auf die interessante Ausstellung und hofft, dass sich viele Menschen eine kostenlose Papiertüte schnappen.