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| 17:58 Uhr

Sana Herzzentrum
Mehr Platz fürs Herz

Grundstein für erweiterten OP-Trakt im Sana Herzzentrum FOTO: Von Michael Helbig
Cottbus. Der Grundstein ist gelegt – das Sana Herzzentrum vergrößert sich für 3,6 Millionen Euro. Von Daniel Schauff

Manchmal, sagt Sadik Tastan, müsse man dem Herzen auf die Sprünge helfen. Und das geht nun mal nicht immer nur mit Liebe. Im Sana Herzzentrum hilft man medizinisch – auf hohem Niveau, wie Geschäftsführer Tastan betont. Das Cottbuser Herzzentrum sei eins der leistungsstärksten im Osten Deutschlands, in manchen Bereichen sogar weltweit führend.

Die Zahlen, die das Herzzentrum liefert, bestätigen das: Rund 4000 Patienten werden demnach jährlich behandelt, seit 1995 seien rund 60 000 Patienten behandelt worden, allein 30 000 davon am offenen Herzen. Kaum zu glauben, wenn man bedenkt, dass die erste Operation im Herzzentrum vor 22 Jahren noch in einem OP-Container erfolgt sei, wie Sven Zöltsch sagt. Er hat die Projektsteuerung für einen neuen Anbau am Herzzentrum übernommen.

Der Ausbau soll dabei helfen, den Vorsprung des Herzzentrums noch weiter auszubauen. 3,6 Millionen Euro für Bau und Ausstattung lässt sich das Herzzentrum den neuen Anbau kosten, in dem neben dem 77 Quadratmeter großen Hybrid-Saal ein Katheter­schaltraum, ein Sterilgutlager und ein Aufenthaltsraum fürs Personal untergebracht sein wird. Ein Drittel der Summe kommt aus den Fördertöpfen des Landes Brandenburg. „Mit der Fertigstellung wird es uns möglich sein, neue hoch komplexe Eingriffe durchzuführen und zugleich die Patientenversorgung noch stärker interdisziplinär zu verzahnen“, erklärt Tastan. „Besonders Patienten mit komplexen kathetergestützten Eingriffen oder in komplizierten Notfällen werden von dem neuen Hybrid-Saal profitieren, da die jeweils benötigte Technik sofort verfügbar ist“, fügt Chefarzt und Ärztlicher Direktor Professor Dr. Dirk Fritzsche hinzu. Der erste Eingriff, sagt der Geschäftsführer, könnte im Juni 2018 erfolgen – sofern die Arbeiten nach Plan verliefen.

An denen sind zum großen Teil Firmen aus der Region beteiligt. Allein neun kommen aus Cottbus selbst, vier weitere aus Spree-Neiße. Ein erstes Zwischenfazit während der offiziellen Grundsteinlegung am Mittwoch – fast genau zwei Monate nach dem ersten symbolischen Spatenstich im September – fällt aus Tastans Sicht schon einmal positiv aus. „Wer hätte das gedacht?“, sagt er beim Blick auf die erkennbaren Außenmauern des Anbaus.

Professor Dr. Dirk Fritzsche bringt die Zeitkapsel unter den Boden des Ausbaus am Sana Herzzentrum.
Professor Dr. Dirk Fritzsche bringt die Zeitkapsel unter den Boden des Ausbaus am Sana Herzzentrum. FOTO: Michael Helbig

„Wer hätte das gedacht?“, würden möglicherweise auch die sagen, die die Zeitkapsel, die traditionell zur Grundsteinlegung eingemauert wird, irgendwann finden. Neben einem Satz Geldmünzen und einer aktuellen LAUSITZER RUNDSCHAU enthält die auch die Liste mit Namen der Vertreter des Herzzentrums, eine Liste der am Bau beteiligten Firmen sowie eine aktuelle Mitarbeiterzeitung. Zunächst aber überwiegt die Hoffnung, dass die Grundfesten des neuen Anbaus nicht so schnell wieder freiliegen werden, sodass die Zeitkapsel zutage tritt. „Das Werk, es zeugt von Tüchtigkeit, der Bau, er trotzt der Ewigkeit“, sagt Architekt Hansgeorg Richter, als er nach Tastan, Fritzsche, dem Chefarzt der Kardiologie, Dr. Axel Harnath, und dem Technischen Leiter des Herzzentrums, Daniel Zech, die Zeitkapsel mit Hammerschlägen unter die Erde bringt.