ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:37 Uhr

Start ins neue Ausbildungsjahr
Ausbildung in Gesundheitsberufen startet

Für 190 junge Leute beginnt heute die Ausbildung an der Medizinischen Schule des CTK.
Für 190 junge Leute beginnt heute die Ausbildung an der Medizinischen Schule des CTK. FOTO: CTK
Von beate Möschl. Start ins Ausbildungsjahr an der Medizinischen Schule des CTK mit neuer Ausbildungsrichtung und zusätzlichen Plätzen im Bereich Gesundheits- und Kinderkrankenpflege Von Beate Möschl

Für rund 530 junge Frauen und Männer hat am Montag das neue Ausbildungsjahr in der Medizinischen Schule des Carl-Thiem-Klinikums Cottbus (CTK) begonnen. Darunter sind 130 Neue, die sich für eine Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpfleger, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger und als Altenpfleger entschieden haben und aufgrund dank ihrer Leistungen auch an Brandenburgs größter staatlich anerkannter Medizinischer Schule angenommen wurden. Sie kommen aus der Region Cottbus sowie den Landkreisen Spree-Neiße und Elbe-Elster und werden im Auftrag des CTK und anderen Krankenhäusern der Region sowie stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen ausgebildet.

Neu in diesem Jahr ist eine einjährige Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflegehilfe. Die 18 Plätze der Klasse sind voll belegt.

Susanne Mitzscherlich, die Leiterin der Medizinischen Schule, freut sich über das volle „Schulhaus“ und das deutlich steigende Interesse an der Ausbildung in Gesundheitsberufen. Auch die in diesem Jahr erstmals angebotene zweite Ausbildungsklasse für Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger ist voll belegt.

Mit dem zusätzlichen Angebot reagiert die Schule auf die regional und bundesweit steigende Nachfrage nach Fachkräften in diesem Bereich. Susanne Mitzscherlich verweist auf eine Vorgabe des Gemeinsamen Bundesausschusses (GB-A) des Gesundheitswesens, der die Vorschriften zur Betreuung von Frühgeborenen verschärft hat. Das betrifft auch das Perinatalzentrum Level 1 des CTK. „Der Bedarf an ambulanter Pflege und Versorgung für Kinder, einschließlich Intensivpflege hat sich in den vergangenen Jahren erhöht und steigt weiter“, so Mitzscherlich.

In der Region investiert der Regionalverband Südbrandenburg des Landesverbandes Berlin/Brandenburg der Johanniter-Unfall-Hilfe in ein stationäres Kinderhospiz zur palliativen und intensiv-medizinischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen in Burg, mitten im Spreewald. In Cottbus hat die Reha-Vita GmbH mit allen beteiligten Baupartnern gerade das Richtfest für das erste ambulante Kindergesundheitszentrum im Land Brandenburg gefeiert. Im Mai 2019 soll das Zentrum feierlich eröffnet werden.

„Die Arbeitsmarktlage ist gut, sie wird von Jahr zu Jahr besser. Und die Patienten werden nicht weniger. Jede ausgebildete Fachkraft findet in der Region oder bundesweit Arbeit“, schildert Susanne Mitzscherlich. Die Umsetzung der Reform der Pflegeberufe zu einer generalistischen Pflegeausbildung verfolgt die erfahrene Fachfrau aufmerksam. Nach Beschlussfassung der Ausbildungsprüfungsverordnung Pflege durch den Bundesrat sind aktuell die Länder gefordert, die Vorgaben des neuen Pflegeberufsgesetzes in eine länderspezifische Ausbildungsverordnung zu gießen.

Mit dem neuen Gesetz wird ab 2020 eine generalistische Berufsausbildung mit dem Berufsabschluss „Pflegefachfrau“ oder „Pflegefachmann“ eingeführt, erläutert Mitzscherlich. Den Absolventen werden dann in allen drei Ausbildungsjahren gemeinsame Lerninhalte über die Pflege in jedem Lebensalter vermittelt. Im dritten Jahr können die Azubis auch zwischen Vertiefungsangeboten in der geriatrischen und der pädiatrischen Versorgung wählen.

Die Medizinischen Schulen müssen die von den Ländern zu erarbeitende Ausbildungsverordnung umsetzen. „Wir erhoffen uns, dass die verschiedenen Aspekte und Schwerpunkte der heutigen Berufsbilder in die neue Ausbildung einfließen. Wir müssen ein sehr gutes Konzept entwickeln, um allen Anforderungen in der beruflichen Praxis gerecht zu werden“, macht die Leiterin der Medizinischen Schule des CTK deutlich. Die Änderung in der Pflegeausbildung sei nicht per se nachteilig, wenn die Ausbildungskonzepte gut gemacht sind, so Susanne Mitzscherlich. „Die Ausbildung ist immer erst der Anfang. Wenn unsere Absolventen nach der bisherigen Kinderkrankenpflegeausbildung in die Kinder-Intensivpflege oder in den OP gehen, müssen sie sich auch erst einarbeiten und noch einiges dazu lernen.“ Bei der beruflichen Perspektive sieht die Schulleiterin sogar Verbesserungen: „Die Einsatzmöglichkeiten für die Absolventen sind dann breiter gefächert. Altenpfleger dürfen bisher nur in der ambulanten oder stationären Pflege arbeiten. Ihnen steht perspektivisch eine breite Palette von Einsatzmöglichkeiten offen. So wie heute bereits den Gesundheits- und Krankenpflegern.“

 Aktuell werden an der Medizinischen Schule in Cottbus über alle drei Ausbildungsjahre hinweg rund 300 Pflegefachkräfte ausgebildet. Die Spezialisierungen werden beibehalten bis 2019. Neben Pflegefachkräften bildet die Medizinische Schule Cottbus auch Fachkräfte in den Berufen Medizinisch-Technische Laboratoriumsassistenz und Medizinisch-technische Radiologieassistenz aus sowie Physiotherapeuten und Hebammen/Entbindungspfleger.

Bereits am vergangenen Freitag haben 70 Absolventen des Jahrgangs 2015 ihre Zeugnisse bekommen. 28 von ihnen bleiben am Carl-Thiem-Klinikum und starten heute ins Berufsleben. Auch die meisten anderen bleiben in der direkten oder weiteren Umgebung.