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| 14:19 Uhr

Interview mit Alexander Uhlig
Eigenes StartUp bietet viel Freiheit

Alexander Uhlig, Geschäftsführer und Co-Gründer des Start-Up-Unternehmens The SQLNet Company GmbH, Leipzig.
Alexander Uhlig, Geschäftsführer und Co-Gründer des Start-Up-Unternehmens The SQLNet Company GmbH, Leipzig. FOTO: LR / LR Beate Möschl
Leipzig . Geschäftsführer und Co-Gründer der SQLNet Company GmbH Leipzig will die besten digitalen Talente fördern.

Die Digitalisierung spielt eine Schlüsselrolle beim Erreichen der Klimaziele. Die Energiebranche muss sich öffnen und dabei auf Dritte setzen. Der Wettbewerb um die besten digitalen Talente ist längst entbrannt. Der führende Energiedienstleister Ostdeutschlands, EnviaM,  gehört zu den Förderern solcher Talente. Die RUNDSCHAU wollte wissen, was die  gesuchten Newcomer antreibt und fragte nach bei Alexander Uhlig, Geschäftsführer und Co-Gründer der SQLNet Company GmbH Leipzig.

Herr Uhlig, ist das nicht  langweilig, sich in Leipzig „einzuspinnen“?  Mit Ihren Talenten  und der gemeinsam mit  Co-Gründer Dr. Patrick Urbanke  entwickelten Software könnten Sie doch  lässig  auf Bali liegen und selbst  treffsicher den lukrativsten Auftrag aus dem Netz fischen, der Sie zwischen Meer, Wind und Wellen   erreicht!

Uhlig Eine hohe Lebensqualität wäre so sicher schnell zu erreichen, doch auf Kosten eines Geschäftsmodells, das nicht skaliert. Auch als Freelancer auf Bali ist man in einem arbeitnehmerähnlichen Beschäftigungsverhältnis und wird nach altbekannten Maßstäben bewertet. Viel kreativer Freiraum bleibt da nicht. Das Spannende für Patrick und mich ist jedoch, Mittel und Wege zu finden, wie wir die Arbeit von uns als Data Scientists weiter automatisieren können. Leipzig bietet mit dem SpinLab und dem Smart Infrastructur Hub genau das richtige Umfeld für uns und unser Start-Up.

In München waren Sie für VW bereits als Data-Scientist tätig, um Wissen aus Daten zu extrahieren und Prozesse zu optimieren. Was ist das  für ein Software-Programm, das Sie nun als Start-Up-Unternehmer  entwickeln und vermarkten?

Uhlig  Bei unserer Software AutoSQL handelt es sich – einfach gesagt – um einen statistischen Algorithmus, der Zusammenhänge in relationalen Unternehmensdaten versteht, die selbst  ein geduldiger Data Scientist meist nicht erkennt. Mit AutoSQL befähigen wir somit Data Scientists, wesentlich schneller noch treffsicherer Systeme für die Prognose zukünftiger Ereignisse zu entwickeln. AutoSQL ermöglicht die Entwicklungskosten dieser Predictive-Analytics-Anwendungen um bis zu 80 Prozent zu reduzieren.

Wie sind Sie  auf die Idee gekommen, sich in unendliche Zahlenreihen zu vertiefen, gab es ein Schlüsselerlebnis?

Uhlig Das mathematische Interesse war wohl schon immer da. Im letzten Jahr meines Physik-Studiums in Leipzig habe ich mich dann für die Richtung Data Science entschieden: Das ist ein interdisziplinäres Wissenschaftsfeld mit spannenden Herausforderungen. Es ist faszinierend, welches wirtschaftliche Potenzial in Daten steckt,  und welche Mehrwerte für den Menschen mit der richtigen Anwendung erschlossen werden können.

Also sind Sie mit einer Art kriminalistischer Neugier unterwegs?

Uhlig Ich würde es eher als mit Forschergeist gepaartes Unternehmertum beschreiben.

Was ist Ihr Traum vom Leben?

Uhlig Mein Traum ist es, in der Data-Science-Domain etwas von Bedeutung zu erschaffen, eine Software zu entwickeln, die von einer Vielzahl von Menschen verwendet wird, und ihnen individuell dabei hilft, ihre Ziele schneller zu erreichen.

Wie gehen  Sie  mit  Ihres  Wissen über Datensysteme  eigentlich selbst um mit IT-Kommunikation via Internet und  persönlichen Daten?

Uhlig Ich bin mir sehr bewusst, welche Daten über mich gesammelt werden, und verhalte mich entsprechend. Solange Transparenz herrscht und jeder Mensch eine Einsicht in die über ihn erhobenen Daten erlangen kann, ist das für mich in Ordnung. Die Datenschutz-Grundverordnung der Europäischen Union setzt endlich das um, was viele in der IT-Branche schon lange als fair und notwendig empfunden haben.

Sie sind 30 Jahre jung. Was schätzen Sie: Wird Ihre Generation  bis 70 arbeiten müssen und werden Sie Ihr „Heu“ schon viel eher rein haben?

Uhlig Daran denke ich noch gar nicht. Ich bin auch nicht an einem frühen und großen Unternehmens-Exit interessiert, sondern an der Freiheit,  mit einem brillanten Team in die noch unbekannten Gefilde vorzustoßen. Daher werde ich mit Sicherheit bis an mein Lebensende arbeiten und auch nur für Urlaube nach Bali fliegen.