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| 16:38 Uhr

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Lausitzer Wirtschaft besorgt über Diesel-Urteil

Fahrverbote in den Städten würden Unternehmen Lieferung und Transport erschweren.
Fahrverbote in den Städten würden Unternehmen Lieferung und Transport erschweren. FOTO: Martin Gerten / dpa
Cottbus/Berlin. Es ist ein wegweisendes Urteil: Städte können grundsätzlich Fahrverbote für schmutzige Diesel verhängen, damit die Luft sauberer wird, urteilt das Bundesverwaltungsgericht. In der Lausitzer Wirtschaft weckt das Sorgen.

Für Unternehmen könne das Urteil zu einer Belastung werden, findet etwa Wolfgang Krüger, Hauptgeschäftsführer der IHK Cottbus. „Auch wenn keine südbrandenburgische Stadt auf der Liste des Bundesumweltamtes mit möglichen Dieselfahrverboten auftaucht, sind die regionalen Unternehmen auf freien Zugang in die Ballungszentren angewiesen.“ Er appelliert an die Kommunen, alle verkehrsplanerischen und organisatorischen Alternativen auszuschöpfen, um Diesel-Fahrverbote auszuschließen. „Unternehmen sind ohne eine belastbare Verkehrsinfrastruktur, auf der Güter schnell und zuverlässig transportiert werden, nicht wettbewerbsfähig“, so Krüger.

Christian Amsinck, Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB) mahnt ebenfalls zu Augenmaß: „Diesel-Fahrverbote können nur das letzte Mittel sein. Vorher sollten alle Maßnahmen ausgeschöpft werden, den Verkehr flüssiger zu gestalten und so die Umweltbelastung an den bekannten Hotspots zu reduzieren.“ Zudem würden die aktuellen Fuhrparks größtenteils entwertet. Der wirtschaftliche Schaden wäre immens. „Ausnahmeregelungen für den Wirtschaftsverkehr sind darum das Gebot der Stunde“, so Amsinck.

„Wenn Handwerker mit ihrer Fahrzeugflotte nicht mehr in die Innenstädte fahren dürfen, kommt das einer Enteignung gleich“, klagt Peter Dreißig, Präsident der Handwerkskammer Cottbus (HWK), an. „Die Handwerker in unserem Kammerbezirk haben sich beim Kauf ihrer Dieselfahrzeuge darauf verlassen, dass diese Fahrzeuge den gültigen Abgasnormen entsprechen. Durch die Manipulation einiger Hersteller droht den Fahrzeugen nun ein riesiger Wertverlust.“ Von den Herstellern erwartet Dreißig dringend eine technische Nachrüstung. „Die Hersteller sind diejenigen, die hier Abhilfe schaffen müssen. Es kann nicht sein, dass der Handwerker, der auf den sparsamen Diesel gesetzt hat, für seine Kaufentscheidung bestraft wird", so Peter Dreißig weiter.

(bob)