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| 10:47 Uhr

Es geht um Wertschöpfung von 1,4 Milliarden Euro pro Jahr
Vorstand der Handwerkskammer Cottbus fordert Taten zum Strukturwandel

Ersatzneubau und  Neugestaltung der Gesundheitskita Spreewald-Lutki in Burg (Spree-Neiße). Im Bauhaupt- und Ausbaugewerbe brummt das Geschäft. Doch zufrieden stimmen kann die gute Herbst-Konjunktur das Südbrandenburger Handwerk nicht. Erwartet werden Hilfen und Zeit für die Bewältigung des Strukturwandels in der Lausitz nach der Kohle.
Ersatzneubau und Neugestaltung der Gesundheitskita Spreewald-Lutki in Burg (Spree-Neiße). Im Bauhaupt- und Ausbaugewerbe brummt das Geschäft. Doch zufrieden stimmen kann die gute Herbst-Konjunktur das Südbrandenburger Handwerk nicht. Erwartet werden Hilfen und Zeit für die Bewältigung des Strukturwandels in der Lausitz nach der Kohle. FOTO: Handwerkskammer Cottbus
Cottbus . „Zutiefst beunruhigt“ äußern sich Mitglieder des Vorstandes der Handwerkskammer Cottbus über die bisherigen Fortschritte zum Strukturwandel in der Lausitz. Nachdem bereits zu Wochenbeginn am Rande der Präsentation der Herbst-Konjunkturumfrage im Südbrandenburger Handwerk der Vorwurf der Untätigkeit der Politik laut geworden ist, appelliert der Vorstand der Handwerkskammer an die Landes- und die Bundesregierung, spürbar aktiv zu werden.

„Es muss Schluss sein mit den Worten. Wir erwarten Taten der Landes- und Bundesregierung, die spürbar werden", fordert Peter Dreißig, Präsident der Handwerkskammer Cottbus. „Die Verunsicherung im Handwerk wächst mit jeder Woche. Es geht darum, eine jährliche Wertschöpfung von 1,4 Milliarden Euro zu ersetzen. Mit der Tatenlosigkeit wird die Lebensqualität der Menschen in dieser Region erneut mit Füßen getreten", so der Bäckermeister aus Guben.

Eine Sonderumfrage unter Handwerkern der Kammerbezirke Cottbus und Dresden hatte ergeben, dass 64 Prozent ebendiese Lebensqualität in der Lausitzregion als gut beurteilen. Die Umfrage ergab allerdings auch, dass mehr als 60 Prozent der befragten Unternehmen sorgenvoll in die Zukunft blicken. „Sorgen bereiten den Betrieben vor allem der Nachwuchs- und Fachkräftemangel. Gerade im Baugewerbe sucht jedes Unternehmen im Durchschnitt vier Fachkräfte, zwei Hilfskräfte und einen Auszubildenden“, erläutert Knut Deutscher, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Cottbus.

Im Zuge des Braunkohleausstiegs befürchten die Handwerksbetriebe außerdem den Verlust von Kaufkraft, die zunehmende Abwanderung und Abwerbung von Fachkräften aus der Region und eine steigende Steuer- und Abgabenlast.

Auf den gemeinsamen Appell des Kammervorstandes haben sich acht Mitglieder des Gremiums in dieser Woche während der regulären Vorstandssitzung verständigt, darunter waren neben Präsident Peter Dreißig und Vize-Präsidentin Corina Reifenstein der Vizepräsident der Arbeitnehmerseite, Kraftfahrzeugtechnikermeister Karsten Drews aus Kiekebusch, Schmiedemeister Andreas Jurisch aus Klein Gaglow, Elektroinstallateurmeister Gerald Krüger aus Bestensee, Kraftfahrzeugmeister Jürgen Mahl aus Doberlug-Kirchhain, Friseurin Bettina Dajka aus Cottbus sowie Raumausstatter René Barthel, Cottbus.