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| 12:21 Uhr

IHK-Konjunkturbericht
Wie die Lausitzer Wirtschaft in die Zukunft blickt

Vor allem die Baubranche leidet unter einem massiven Mangel  an Fachkräften.
Vor allem die Baubranche leidet unter einem massiven Mangel an Fachkräften. FOTO: dpa / Christophe Gateau
Cottbus. Die Industrie- und Handelskammer Cottbus hat ihre Mitgliedsunternehmen nach ihrer aktuellen wirtschaftlichen Lage und ihren Erwartungen für die kommenden Monaten befragt. Vor allem auf den Baustellen wird es kritisch.

Die gewerbliche Wirtschaft in Südbrandenburg ist in den zurückliegenden Monaten weiter auf Wachstumskurs geblieben. Das ist das Ergebnis der Herbstumfrage, die die IHK-Cottbus am Donnerstagvormittag vorgestellt hat.

Eine Mehrheit der befragten Unternehmen – 54 Prozent – in Südbrandenburg bewertet ihre wirtschaftliche Lage positiv. Das ist allerdings ein leichter Rückgang im Vergleich zum Vorjahr.

Zu der guten Stimmung beigetragen haben vor allem das Baugewerbe und die Dienstleister. Die Baubrache berichtet von vollen Auftragsbüchern und die Dienstleister verzeichnen eine große Nachfrage sowohl im unternehmensnahen wie auch im privaten Bereich. Die Industrie im Süden Brandenburgs profitierte in erster Linie von den guten Geschäften auf im Inland.

Ein Wermutstropfen: Auf Grund schwächerer Exporte hat die Branche allerdings etwas an Dynamik verloren.

Zufrieden ist auch der Handel. Dem hat die nach wie vor starke Konjunktur der regionalen Wirtschaft und die anhaltend hohe Konsumbereitschaft der Verbraucher Umsatzzuwächse erneut beschert. Das gilt sowohl für den Einzel- wie auch den Großhandel. Allerdings verweisen die IHK-Statistiker darauf, dass besonders im Handel die Zuwächse sehr abhängig sind vom jeweiligen Sortiment.

Unsicherheiten für die Zukunft

Trüber sieht es bei den Zukunftserwartungen der Südbrandenburger Wirtschaft aus. Zum ersten Mal seit dem Herbst des Jahres 2016 ist der Saldo aus günstigen und ungünstigen Erwartungen wieder in den negativen Bereich gerutscht.

Der Ausblick bei Investitionen und Beschäftigungsabsichten bleibe zwar auf hohem Niveau. Allerdings sei eine zunehmende Verunsicherung in fast allen Wirtschaftsbereichen zu spüren, heißt es in der Auswertung der Konjunkturumfrage.

Hauptsächlich in der Industrie ist die Skepsis spürbar gestiegen. Dabei lässt sich nur mutmaßen, ob möglicherweise auch die Diskussion um den Strukturwandel in der Lausitz und die Debatte um den Kohleausstieg die mitentscheidenden Gründe dafür sind. Nach Einschätzung der IHK-Statistiker sind Gründe für die zunehmende Zukunftsskepsis auf jeden Fall die Zoll- und Sanktionspolitik der USA sowie steigenden Energie- und Rohstoffkosten.

Fehlende Fachkräfte auf Baustellen

Eine spezielle Lage gibt es am Bau. Viele Betriebe haben dick gefüllte Auftragsbücher. Zum Hauptproblem der Branche aber werde immer mehr der Fachkräftemangel.

Am optimistischsten sind nach Auswertung der Herbstumfrage die Händler. Viele setzen mit entsprechenden Angeboten auf ein guten Winter- und Weihnachtsgeschäft.

(si)