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| 11:49 Uhr

Überraschende Wende
Hoffnung für Arvato-Callcenter in Cottbus

Von der Schließung auch akut bedroht war das Arvato-Callcenter in Cottbus am Ostrower Damm.
Von der Schließung auch akut bedroht war das Arvato-Callcenter in Cottbus am Ostrower Damm. FOTO: Arvato
Cottbus. Die im Mai angekündigte Schließung der Arvato Callcenter in Cottbus, Halle und Magdeburg ist möglicherweise vom Tisch. Im Gespräch ist eine Übernahme der Center durch den Konkurrenten Capita.

Erst im Mai hatte die Bertelsmann-Tochter Avato angekündigt, sieben Standorte in Ostdeutschland dicht zu machen und fast 1000 Stellen zu streichen.

Jetzt gibt es plötzlich doch wieder Hoffnung, zumindest für die drei größten Standorte Cottbus, Halle und Magdeburg: Konkurrent Capita will sie übernehmen. Das berichtet die Leipziger Volkszeitung am Sonnabend. Die Schließung wäre dann vom Tisch.

„Wir können bestätigen, dass Arvato CRM Solutions und Capita Europe Gespräche über einen möglichen Verkauf von drei Arvato Customer Management Centern in Deutschland führen“, zitiert die Zeitung aus einem gemeinsamen Statement der beteiligten Unternehmen.

Die Mitarbeiter auch in Cottbus sind am Freitag vorab über die veränderten Aussichten informiert worden. Das bestätigten Arvato-Mitarbeiter am Sonnabend der RUNDSCHAU. Endgültig besiegelt sei der Teil-Verkauf an Capita aber noch nicht. Die Verhandlungen liefen noch.

Von der Schließung in Cottbus betroffen waren knapp 300 Mitarbeiter, die meisten davon Frauen.

Der mögliche Käufer der Callcenter in Cottbus, Halle und Magdeburg Capita wurde 2011 in London gegründet und ist schon jetzt einer der größten Callcenter-Betreiber in Europa und hat bereits Standorte in Saalfeld, Erfurt (beide Thüringen) und in der Sachsenmetropole Leipzig. In Brandenburg und Sachsen-Anhalt wäre Capita neu.

Erhalten bleibe sollen bei dem großen Arvato-Umbau auch weitere Callcenter in Chemnitz (500 Mitarbeiter) und ein zweiter Leipziger Standort. Auch ihre Schließung war im Mai angekündigt worden.

Der Medienkonzern Bertelsmann, zu dem Arvato gehört, will diese beiden sächsischen Center zusammen in ein neues Gemeinschaftsunternehmen mit dem marokkanischen Anbieter Saham einbringen, das im Januar 2019 starten soll. Das hatten Arvato und Saham bereits vor drei Wochen angekündigt.

Ursache der gesamten Umbaus der Callcenter-Landschaft, der auch in der Lausitz für viel Unsicherheit gesorgt hat, ist die Tatsache, dass sich der Markt für Dialogmarketing in Deutschland komplett neu formiert. Bertelsmann hatte im Januar die Prüfung einer Abspaltung seines CRM (Customer Relationship Management)-Geschäfts, das bei der Unternehmenstochter Arvato angesiedelt ist, angekündigt. Die Prüfung war im Sommer abgeschlossen worden. Das Ergebnis sind offenbar die jetzt bekannt gewordenen Pläne.