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| 13:43 Uhr

Arbeitsmarkt in der Lausitz
Frühjahrsnachfrage belebt den Arbeitsmarkt in der Lausitz

FOTO: Monika Skolimowska / dpa
COTTBUS/BAUTZEN . Auch wenn sich der Winter nur zögerlich zurückzieht aus der Lausitz, hat sich am Arbeitsmarkt die Froststarre gelöst. Die Agenturen für Arbeit Cottbus und Bautzen haben am Gründonnerstag die aktuellen Arbeitsmarktzahlen für den Monat März vorgelegt. Es sind die besten, die seit Beginn der statistischen Erhebungen im Jahr 1991, jemals im Monat März vorgelegt wurden. Von Beate Möschl

In Südbrandenburg waren im März 22825 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 1133 weniger als im Februar. Im Vergleich zum Vorjahresmonat (März 2017) gab es 2867 Arbeitslose weniger. Die Arbeitslosenquote ging auf 7,2 Prozent zurück. Das ist der niedrigste Wert in einem März seit 1991, wie Heinz-Wilhelm Müller, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Cottbus, informiert. Mit dieser Quote liegt die Region Südbrandenburg dennoch nach wie vor über dem Durchschnitt des Landes Brandeburg (Arbeitslosenquote: 6,8 Prozent) und dem gesamtdeutschen Ergebnis. Die Bundesagentur für Arbeit vermeldet für ganz Deutschland eine Arbeitslosenquote von 5,5 Prozent. Das ist der niedrigste Wert in einem März seit der Wiedervereinigung, heißt es auch in Nürnberg.

In Südbrandenburg erreicht der Rückgang alle Altersgruppen. Auch die Zahl der Langzeiitarbeitslosen ist zurückgegangen: Um 145 Personen im Vergleich zu Februar und um 1757 im Vergleich zum März 2017. Gleichzeitig steigt die Zahl der offenen Stellen. Aktuell sind bei den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern 6125 freie Stellen gemeldet. „Das sind satte 500 mehr als vor einem Jahr. So viele offene Stellen hatten wir noch nie. Was schwierig wird, ist die Besetzung durch geeignete qualifizierte und motivierte Bewerber“, sagt Heinz-Wilhelm Müller.

Diese Schwierigkeit soll nicht nur immer wieder konstatiert werden. „Wir wollen mit neuen Vermittlungswegen das Ergebnis weiter verbessern“, kündigt Müller an. Dass die Mitarbeiter der Arbeitsagentur und der Jobcenter Cottbus, Oberspreewald-Lausitz, Elbe-Elster und Dahme-Spreewald flankiert von der guten konjunkturellen Entwicklung, bereits viel bewegen, macht er anhand weiterer statistischer Daten deutlich. So ist in den zurückliegenden fünf Jahren parallel zur Arbeitslosenquote auch die Unterbeschäftigungsquote kontinuierlich zurückgegangen. Betrug die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk Cottbus im März 2014 noch 11,2 Prozent, so lag sie im März 2016 bei 9,2 Prozent. Aktuell liegt sie bei 7,2 Prozent. Die Unterbeschäftigungsquote betrug im März 2014 noch 14 Prozent. Im März 2016 lag sie bei 11,5 Prozent. Aktuell liegt die Unterbeschäftigungsquote bei 9,5 Prozent.

Angesichts der weiter steigenden Fachkräftenachfrage rät Heinz-Wilhelm Müller Arbeitgebern dazu, sich bei der Fachkräftesuche auch unter den Älteren umzuschauen. „Wir haben als Agentur bereits selbst gute Erfahrungen damit gemacht. Ältere sind Gold wert. Ihre Erwerbsbeteiligung steigt überdurchschnittlich.“ 43,5 Prozent der im Agenturbezirk Cottbus gemeldeten Arbeitslosen sind 50 Jahre und älter. In absoluten Zahlen sind das 9930 Frauen und Männer, 420 weniger als im Februar 2018 und 1018 weniger als im März 2017. Der Anteil der über 55-Jährigen liegt bei 29,4 Prozent (6721 Personen). Das sind 221 Männer und Frauen weniger als im Vormonat und 364 weniger als vor einem Jahr, im März 2018.

In Ostsachsen sind die Vermittlungschancen ebenfalls gut und leicht gestiegen. Insgesamt wurden der Arbeitsagentur Bautzen 4370 offene, sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen gemeldet. Das ist ein Plus von 49 Stellen gegenüber Februar und von 218 Stellen im Vergleich zu März 2017, berichtet Ilona Winge-Paul, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Bautzen. Die meisten freien Stellen sind im Bereich der Zeitarbeit (920), dem verarbeitenden Gewerbe (885), dem Gesundheits- und Sozialwesen (450), dem Baugewerbe (387) sowie dem Handel und der Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (373) zu besetzen.

Im Agenturbezirk Bautzen waren Ende März 21 512 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 548 Arbeitslose (minus 2,5 Prozent) weniger als Ende Februar 2018 und 2539 Personen (minus 10,6 Prozent) weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozentpunkte auf 7,6 Prozent. Im März 2017 lag die Arbeitsosenquote bei 8,4 Prozent. Insgesamt waren im Agenturbezirk Bautzen 27 589 erwerbsfähige Männer und Frauen arbeitslos. Das ist ein Rückgang der Unterbeschäftigung von 9,4 Prozent im Vergleich zum März 2017.