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| 12:12 Uhr

Studie: Energiewende muss bezahlbar sein
enviaM-Vorstand fordert Abschaffung der Stromsteuer

   Bei der Stromsteuer sollte die Politik den Stecker ziehen, fordert enviaM-Vorstandschef Dr. Stephan Lowis.
Bei der Stromsteuer sollte die Politik den Stecker ziehen, fordert enviaM-Vorstandschef Dr. Stephan Lowis. FOTO: dpa / Oliver Berg
Cottbus/Chemnitz. Die Unzufriedenheit der Ostdeutschen mit der Energiewende wächst. Ostdeutschlands größter regionaler Energiedienstleister enviaM legt mit der einzigen repräsentative Langzeitstudie zur Energiewende Ost ein Besorgnis erregendes Stimmungsbild vor und fordert die Politik zum Handeln auf. Von Beate Möschl

Circa 85 Euro Stromkosten könnte eine vierköpfige Familie pro Jahr sparen, wenn die Stromsteuer wegfallen würde. Mit diesem Beispiel eines enviaM-Haushaltsstromkunden hat der Vorstandsvorsitzende der Unternehmensgruppe enviaM, Dr. Stephan Lowis, am Donnerstag die Verantwortung der Politik bei der Energiewende deutlich gemacht. Das Beispiel gilt für einen Jahresstromverbrauch von 3500 Kilowattstunden.

Lowis sieht die Politik am Zug. Sie müsse die Bezahlbarkeit der Energiewende zur Chefsache machen und die Strompreise für Haushalte neu regeln. „Sie hat dazu alle Hebel in der Hand. Mehr als 70 Prozent des Strompreises sind staatlich festgelegt beziehungsweise reguliert. Davon entfallen allein mehr als 50 Prozent auf Steuern, Abgaben und Umlagen. Hier gilt es anzusetzen. Ein Vorschlag wäre, die Stromsteuer abzuschaffen“, so Lowis anlässlich der Vorstellung der enviaM-Studie Energiewelt Ost.

 Stephan Lowis, Vorstandsvorsitzender der Unternehmensgruppe envia Mitteldeutsche Energie AG (enviaM), Sitz in Chemnitz.
Stephan Lowis, Vorstandsvorsitzender der Unternehmensgruppe envia Mitteldeutsche Energie AG (enviaM), Sitz in Chemnitz. FOTO: EnviaM / MICHAEL SETZPFANDT

Der Studie zufolge steigt die Unzufriedenheit der Ostdeutschen mit der Umsetzung der Energiewende. 20 Prozent der Befragten lehnt die Energiewende ab (2016: 16 Prozent). „Die Abneigung ist im ländlichen Raum am stärksten. Hier sind die Folgen der Energiewende am deutlichsten spürbar“, berichtete Lowis. Nur 15 Prozent der Ostdeutschen (2016: 35 Prozent) sind mit der konkreten Umsetzung zufrieden. Gleichzeitig glauben immer weniger Bürger an den Erfolg der Energiewende. Lediglich 43 Prozent (2016: 50 Prozent) sind vom Gelingen des Vorhabens überzeugt.

Der zentrale Brennpunkt für die Ostdeutschen ist und bleibt die Bezahlbarkeit der Energiewende. Sie ist für die Bürger der wichtigste Aspekt. 62 Prozent (2016: 70 Prozent) fordern eine gerechtere Kostenverteilung. Dies gilt umso mehr mit Blick auf die Zukunft. 55 Prozent rechnen in Folge des bevorstehenden Kohleausstiegs mit weiter steigenden Strompreisen.