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Verunsicherung
Dieselskandal verunsichert Cottbus

Torsten Hommel, Servicetechniker im Autohaus Schulze, beim Check eines Dieselfahrzeugs. Aufklärungsarbeit dem Kunden gegenüber sei wichtig.
Torsten Hommel, Servicetechniker im Autohaus Schulze, beim Check eines Dieselfahrzeugs. Aufklärungsarbeit dem Kunden gegenüber sei wichtig. FOTO: R. Hofmann
Cottbus. Hubert Wilk vom Autohaus Wilk in Cottbus spürt die Verunsicherung bei seinen Kunden, wenn es um das Thema Dieselskandal geht. "Die Nachfrage nach Diesel-Fahrzeugen ist rapide gen Null gegangen", sagt der Geschäftsführer, der in seinem Autohaus die Marken Opel und Nissan vertreibt. Rüdiger Hofmann

"Und diejenigen, die derzeit einen Diesel fahren, überlegen, ob sie auf einen Benziner wechseln", so Wilk. Die Kunden kämen verärgert und mit ganz unterschiedlichen Fragen: Muss ich zum Software-Update? Verliert der Diesel an Wert? Sind Besitzer eines Fahrzeuges mit der Euro-6-Norm aus dem Schneider? Was ist auf der steuerlichen Seite zu beachten? Hubert Wilk hat eine Empfehlung: "Man sollte nicht auf die Interviews der selbst ernannten Autopäpste hören." Es sei auch viel Panikmache seitens der Politik dabei.

Ronald Schiementz vom Autohaus Frank Piater in Cottbus bemerkt ebenfalls eine gewisse Hysterie. "Das Thema brennt aktuell", sagt der Verkäufer. Auch bei ihm häufen sich die Anfragen nach einem Wechsel zum Benziner. Für die in seinem Autohaus angebotenen Marken Hyundai und Mazda würden dafür auch Wechselprämien angeboten.

"Persönlich empfinde ich den gesamten Sachverhalt an den Haaren herbeigezogen", sagt Schiementz. Ein Diesel würde weniger Kohlendioxid ausstoßen und sei damit sauberer als ein Benziner. Kunden seien vorsichtiger geworden, wenn es um den Kauf eines gebrauchten Dieselfahrzeugs geht. "Aber diejenigen, die ein neues Auto kaufen wollen, die kaufen es auch." Er empfehle in diesem Fall, keine überhasteten Aktionen zu tätigen und bezüglich der Dieselproblematik erst einmal abzuwarten. Wer weiß, welche politischen Entscheidungen nach der Bundestagswahl im September getroffen werden.

Matthias Ullmann, Filialleiter von der BMW Wernecke GmbH in Cottbus, verweist auf die aktuellen Firmenaussagen zum Thema. "Fahrzeuge der BMW Group werden nicht manipuliert und entsprechen den jeweiligen gesetzlichen Anforderungen. Dies gilt auch für Diesel-Fahrzeuge", so die Pressestelle. Den Vorwurf, dass aufgrund zu kleiner Ad blue-Behälter (Stickoxid reduzierende Harnstoffeinspritzung) eine nicht ausreichende Abgasreinigung in Euro-6-Diesel-Fahrzeugen der BMW Group erfolgt, weist das Unternehmen entschieden zurück. "Im Gegensatz zu anderen Herstellern kommt in Diesel-Fahrzeugen der BMW Group eine Kombination von mehreren Komponenten zur Abgasreinigung zum Einsatz. Soweit diese durch Harnstoffeinspritzung mit Ad blue erfolgt, ist in den Fahrzeugen zusätzlich ein Stickoxid-Speicher-Katalysator verbaut", teilt das Unternehmen mit. Dadurch würden alle gesetzlichen Emissionsanforderungen erfüllt und es erübrige sich für die Euro-6-Diesel-Pkw der BMW Group ein Rückruf oder eine Nachrüstung.

"Der Diesel-Motor wird trotz der aktuellen Debatte eines der wichtigsten Instrumente bleiben, um die Klimaziele zu erreichen", sagt Matthias Schulze, Geschäftsführer vom Autohaus Schulze.