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| 14:25 Uhr

Frühjahrsumfrage im Südbrandenburger Handwerk
Die Stimmung ist so gut wie das Wetter — mit Wolken am Himmel

COTTBUS . Das Konjunkturhoch im Handwerk erweist sich als beständig. Am stärksten brummt das Ausbaugewerbe. Höchste Nachfrage nach Fachkräften und Azubis im Nahrungsmittelhandwerk. Von Beate Möschl

Passend zur sommerlichen Frühjahrslaune charakterisiert Knut Deutscher die aktuelle Stimmungslage im Südbrandenburger Handwerk: „Die ist genauso gut wie das Wetter, dennoch plagen uns einige Sorgen“, so der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Cottbus am Mittwoch bei der Vorstellung der Ergebnisse aus der Frühjahrskonjunkturumfrage im Südbrandenburger Handwerk.

Die Kammer ist Interessenvertreter für 9809 Mitgliedsbetriebe im Kammerbezirk Cottbus. Von traditionell 2000 zur Geschäftslage befragten Unternehmen gaben circa 300 Einblick. Ergebnis: Die Konjunktur im Handwerk bleibt auf Kurs. Die Zufriedenheitswerte der Unternehmen bewegen sich auf Vorjahresniveau. Damals wurden Rekordwerte vermeldet. Es läuft weitgehend rund — abhängig vom jeweiligen Gewerk und der Betriebsgröße gibt es jedoch Unterschiede.

Sorgen bereiten unisono der Nachwuchs- und Fachkräftemangel sowie unsichere Rahmenbedingungen wie Fahrverbote, neue Umweltauflagen und hohe Energiepreise.

92,1 Prozent der Betriebe beurteilen ihre Geschäftslage mit gut oder zufriedenstellend (2017: 93,1 Prozent). „Getrieben wird die positive Stimmung von den Unternehmen des Ausbau- und Bauhauptgewerbes. Hier spricht jeweils fast die Hälfte von gut laufenden Geschäften. Von der guten Binnenkonjunktur profitieren den Angaben zufolge alle Betriebsgrößen – der Ein-Mann-Betrieb ebenso wie ein Unternehmen mit 50 und mehr Beschäftigten“, berichtet Manja Bonin, Leiterin Unternehmensberatung der Handwerkskammer Cottbus.

In vielen Unternehmen sind die Auftragsbücher sehr gut gefüllt. Jedes Dritte verzeichnete steigende Auftragseingänge (2017: 15 Prozent). Die Folge: Die Unternehmen sind im Schnitt über zwei Monate ausgebucht, Kunden müssen sich auf längere Wartezeiten einstellen. „Hier treffen die hohe Nachfrage und der Fach- und Nachwuchsmangel aufeinander. Fast alle Gewerke suchen Mitarbeiter, finden diese aber nur schwer“, so Manja Bonin. Mitunter dauere es Monate, bis eine Stelle wiederbesetzt wird.

9,8 Prozent der Unternehmen wollen neue Mitarbeiter einstellen. In der Fachkräftebörse der Handwerkskammer sind mehr als 270 Stellenangebote inseriert. Die Ausbildungsbörse hält aktuell knapp 400 freie Lehrstellen bereit.

Die Erwartungen für die kommenden Wochen und Monate sind den Angaben zufolge positiv. 96,7 Prozent der Unternehmen rechnen mit stabilen beziehungsweise wachsenden Geschäften. Mehr als jeder fünfte Betrieb will steigende Verkaufspreise am Markt durchsetzen sowie die Zahl der Aufträge und die Umsätze steigern.

3,3 Prozent der Handwerksbetriebe, insbesondere aus dem Nahrungsmittelhandwerk und dem Handwerk für personenbezogene Dienstleistungen erwarten eine rückläufige Geschäftsentwicklung.