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| 15:32 Uhr

Cottbus
Die Stimmung auf dem Bau glänzt

Die Stimmung im Baugewerbe könnte besser nicht sein. Die IHK Cottbus spricht von einem Rekordniveau der Geschäftslage.
Die Stimmung im Baugewerbe könnte besser nicht sein. Die IHK Cottbus spricht von einem Rekordniveau der Geschäftslage. FOTO: dpa / Paul Zinken
Cottbus. Die Geschäftslage der südbrandenburgischen Wirtschaft ist prima. Sorgen gibt es in den Betrieben trotzdem. Vor allem der Fachkräftemangel wird zum Problem. Von Daniel Schauff

Der südbrandenburgischen Wirtschaft geht es gut – sehr gut sogar. „Eine so lange Hochphase wie im Frühjahr 2018 ist fast einmalig“, sagt Wolfgang Krüger, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus. Die Zahlen aus der aktuellsten Konjunkturumfrage belegen das. 61 Prozent der Unternehmen bewerten ihre Geschäftslage als gut, nur vier Prozent als schlecht. Zum Vergleich: Ein Jahr zuvor hatten 53 Prozent der Unternehmen ihre Lage als gut bezeichnet, sechs Prozent als schlecht. Auch der Blick in die Zukunft ist bei vielen offenbar ein rosiger: Bei 22 Prozent der Unternehmen sind die Geschäftserwartungen gut, 67 Prozent gehen davon aus, dass sie ihre Geschäftsergebnisse halten können, elf Prozent sind skeptisch. 41 Prozent der Unternehmen wollen ihre Ausgaben für Investitionen erhöhen, 20 Prozent der Betriebe planen Neueinstellungen, geht aus den Umfrageergebnissen der IHK Cottbus hervor.

Auf einem Rekordniveau bewegt sich die Geschäftslage im Baugewerbe – satte 70 Prozent der Betriebe bewerten ihre Geschäftslage als gut, nur fünf Prozent als schlecht. Immerhin gut ein Viertel – 26 Prozent der Betriebe – erwartet weiteren Aufwind.

Bei der Industrie ist die Stimmung im Vergleich zum vergangenen Jahr ähnlich positiv – weit mehr als die Hälfte (57 Prozent) der Betriebe hält ihre Geschäftslage für gut, 40 Prozent für befriedigend, nur drei Prozent für ungünstig.

Eine sichtbare Verbesserung der Stimmung herrscht im Handel – insgesamt 94 Prozent der Händler halten ihre Geschäftslage für befriedigend oder gut. Der Handel, sagt Krüger, sei lange Sorgenkind gewesen, vor allem aufgrund der befürchteten Konkurrenz durch die Online-Versandhändler. Mittlerweile hätten sich viele Händler neuen Vertriebs- und Werbewegen gegenüber aufgeschlossen. Skeptisch bleiben sie, was die eigene Entwicklung angeht. 19 Prozent bewerten ihre Geschäftserwartungen als ungünstig.

Unter den Dienstleistern wiederum herrscht gute Stimmung. Ihre Lage schätzen 67 Prozent der Dienstleister als gut an, 29 Prozent als befriedigend. Vor allem unternehmensnahe Dienstleister berichteten von guten Geschäften, geht aus der IHK-Umfrage hervor. Die Nachfrage im privaten Sektor – etwa bei den Gesundheitsleistungen, der Sicherheit und der Bildung – habe ebenfalls zugenommen. „Die Erwartungen der Dienstleister signalisieren, dass sich der positive Trend, wenn auch etwas gedämpfter als bisher, fortsetzen wird“, heißt es weiter in der Zusammenfassung der Umfrage.

Alles prächtig also in der Lausitzer Wirtschaft? Leider nein, sagt Krüger. Der Wind werde rauer. „Die Unternehmen stoßen an Kapazitätsgrenzen, und die politischen Rahmenbedingungen sind schwierig.“ Der Protektionismus greife global immer weiter um sich. Krüger nennt US-Präsident Trump und seine Pläne, Strafzölle einzuführen. Eine Maßnahme, sagt Krüger, die ganz direkt auf die deutsche Autoindustrie abziele. Krüger appelliert an die Politik. Der aktuelle konjunkturelle Rückenwind werde zu wenig genutzt, um den Standort Deutschland zukunftsfähig aufzustellen, sagt er. Die Rahmenbedingungen für Investitionen, die Ausgestaltung der Steuern oder auch die Bürokratie seien belastend für die Unternehmen. Dazu kommen die Energie- und Rohstoffpreise, die Arbeitskosten und der Fachkräftemangel. 66 Prozent der befragten Betriebe sorgt sich, keine qualifizierten Mitarbeiter zu finden.