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| 17:02 Uhr

Ich kaufe regional: Cottbuser Wochenmärkte
„Weil es diese frischen Produkte gibt“

Wochenmarkt auf dem Cottbuser Stadthallenvorplatz.
Wochenmarkt auf dem Cottbuser Stadthallenvorplatz. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Kunden, die regionale Erzeugnisse kaufen wollen, schätzen das Angebot auf den Cottbuser Wochenmärkten. Von Nils Ohl

„Brandenburger Gewürz-Kräuter“, „Lausitzer Bienenhonig“, „Landfleischer“ – die Schilder  auf dem Cottbuser Wochenmarkt vor der Stadthalle in Cottbus zeigen, worauf es vielen Kunden offenbar ankommt: auf regionale Produkte von guter Qualität.

„Vom Prinzip her haben wir auf verschiedenen Plätzen im Stadtgebiet jeden Tag einen Markt“, erklärt der Cottbuser Marktmeister Sven Markusch. Sein Kollege Frank Humpack ergänzt: „Mittwoch und Samstag sind dabei die stärksten Tage“. Da findet jeweils der Wochenmarkt auf dem Stadthallenvorplatz statt, wobei der Samstagsmarkt, der eigentlich am Oberkirchplatz verortet ist, ein reiner Frischemarkt für Lebensmittel und Pflanzen ist.

Doch mit der bloßen Existenz der Wochenmärkte ist ja nicht garantiert, dass dort regionale Produkte verkauft werden. „Prinzipiell muss jeder Händler einen Antrag stellen und das beabsichtigte Angebot schildern“, erklärt Humpack. Aufgepasst werde, dass die Warenmischung stimmt und beispielsweise nicht nur Spargelhändler zum Zuge kommen. Die Regionalität sei vor allem durch zwei Dinge gewahrt: Zum einen stehen genügend regionale Anbieter zur Verfügung. „Wir haben eine große Vielfalt von rund 120 bis 130 Stammhändlern“, so Markusch. Zum anderen ist es für Kaufleute aus der Ferne wenig praktikabel, die Märkte mit ihren Öffnungszeiten von 8 bis 17 Uhr plus Anfahrts- und Aufbauzeiten zu bedienen. „Im Ergebnis kommen 90 Prozent unserer Händler aus dem 50-Kilometer-Umkreis“, sagt Humpack. Zwar gibt es auch die Ungarische Salami oder den Käse aus Österreich „Aber die Händler sind von hier, und arbeiten mit lokalen Produzenten zusammen“, so Humpack.

So wie Julia Herold. Sie betreibt gemeinsam mit Ehemann Tony den „Premium-Alpaka“-Stand mit Mode und Naturkosmetik aus Alpakawolle. Die beiden Cottbuser haben sich im Oktober erstmals für den Cottbuser Wochenmarkt entschieden. „Wir sind bisher auf Märkten in Berlin gewesen und wollen jetzt unsere Region ausprobieren“, erzählt Julia Herold. „Berlin war zu viel Fahrzeit und hier sind wir in der Nähe zu unserer Familie“, schiebt sie hinterher. Die Schwiegereltern betreiben einen Alpakahof in Schenkendöbern. „Einen Teil der Waren wie Kindermützen oder Socken stellen wir so selbst her“, erklärt Herold. „Und die großen Sachen beziehen wir aus Peru“. Besonders gefragt seien Natur-Seifen aus Alpaka-Fasern, Socken, Wintersachen und Kuscheltiere aus Alpakawolle.

Anders als Familie Herold ist Torsten Tantius mit seinen Original Spreewälder Erzeugnissen schon ein alter Hase auf dem hiesigen Markt. Seit fast zwei Jahrzehnten baut er hier seinen Stand auf. „Cottbus liegt vor der Haustür. Ich habe wenig Fahrtkosten“, lautet seine pragmatische Begründung. Sauerkraut, Gewürzgurken, Meerrettich, Leinöl, Eier – über den Tisch geht, was der Spreewald so hergibt. Regionalität steht an oberster Stelle „Ich fahre am Montag immer die Hersteller im Spreewald ab und hole meine Ware“, sagt er. Ein Konzept, das ankommt.

Die beiden Cottbuser Roberto Demuth und Annette Schwarz besuchen den Wochenmarkt regelmäßig als Kunden . „Weil es diese frischen, regionalen Produkte gibt“, erklärt Demuth. Schwarz ergänzt: „Für mich ist das Wichtigste die Unterstützung der heimischen Wirtschaft“. Eine andere Kundin findet: „Das Markttreiben ist einfach nett. Man kommt raus. Und man bekommt etwas anderes als im normalen Discounter“.

Zufriedene Kunden sind die Basis, damit die Märkte ihre zweite Funktion erfüllen können: die Innenstadt zu beleben. Ein besonderes Instrument dafür sind Spezialmärkte, wie das anstehende „Schlachtefest“ am 19. Oktober auf dem Stadthallenvorplatz, wo alles „rund um die Wurst“ angeboten wird. „Wir halten dafür Verbindung mit dem Stadtmarketing, vor allem um die Märkte mit anderen Veranstaltungen wie den Töpfermarkt oder den Weihnachtsmarkt abzustimmen“, betont Marktmeister Humpack.

„Die Wochenmärkte sind klasse. Wir nutzen sie deshalb auch für die Tourismuswerbung“, sagt Gabi Grube, Geschäftsführerin des Cottbuser Marketing-Verbandes. Das nächste große Ziel ist die Rückkehr des Samstag-Marktes auf den Oberkirchplatz. Der Platz wird saniert und soll im Juni 2019 zum Stadtfest eingeweiht werden.

Weitere Infos:

http://www.cottbuser-wochenmarkt.de/wochenmärkte/

Torsten Tantius mit seinen Original Spreewälder Erzeugnissen ist seit Jahren "Stamm-Händler" auf den Märkten in Cottbus.
Torsten Tantius mit seinen Original Spreewälder Erzeugnissen ist seit Jahren "Stamm-Händler" auf den Märkten in Cottbus. FOTO: LR / Nils Ohl