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| 17:27 Uhr

Cottbus
Conference Call in Cottbus

Gut drauf in Cottbus: Conference Call mit Michael Jefry Stevens (Piano), Joe Fonda (Bass), Gebhard Ullmann (Saxofon, Bassklarinette) und Dieter Ulrich (Schlagzeug).
Gut drauf in Cottbus: Conference Call mit Michael Jefry Stevens (Piano), Joe Fonda (Bass), Gebhard Ullmann (Saxofon, Bassklarinette) und Dieter Ulrich (Schlagzeug). FOTO: Ingrid Hoberg
Cottbus. International besetzte Jazzband spielte erstmals im Obenkino. Von Ingrid Hoberg

Gebhard Ullmann (Saxofon und Bassklarinette) ist ein Musiker mit vielen Facetten  und war in der Vergangenheit in der Region auch mit den verschiedensten Formationen zu hören. Und doch freut er sich, am Montagabend, nun mit Conference Call, erstmals im Obenkino auf der Bühne zu stehen – beim vierten Konzert der aktuellen Herbst-Tour der Band.

Zum Ensemble, 1998 gegründet, gehören nicht minder umtriebige, in verschiedensten Projekten  profilierte Musiker. Der US-amerikanische Bassist Joe Fonda arbeitete unter anderem mit Anthony Braxton, Wadada Leo Smith und seit Jahren eben auch mit Michael Jefry Stevens (Piano). „Michael habe ich vor 22 Jahren beim Bagel-Kaufen in New York kennengelernt“, erinnert sich Ullmann.

Fonda stand zur Jazzwerkstatt in Peitz in diesem Jahr mit Barry Altschul und Jon Irabagon auf der Bühne. Dieter Ulrich, seit 2015 Mitglied von Conference Call, ist nicht nur ein Schlagzeuger, der unter anderem mit Ernst-Ludwig Petrowsky spielte.  Der Kunstwissenschaftler ist in der Züricher Jazzszene aktiv tätig.

Jeder der vier ist auch Komponist und steuert an diesem Abend im Obenkino eigenes Material als Improvisationsgrundlage bei. Fonda gibt den Auftakt und kündigt später verschmitzt „,Dreierlei‘ für Sie…“ an. Dabei handle es sich um eine Komposition von Ullmann, die vor 20 Jahren bei einer der ersten gemeinsamen Sessions entstand. Angestaubt kommt sie deshalb nicht daher. Im Zusammenwirken der kreativen Köpfe entsteht immer wieder ein frisches Spiel. Bei aller Profession, die Suche nach dem Neuen endet nie. Und es darf auch eine Prise Humor sein: „Die Biene“ nennt Fonda eine seiner Kompositionen. „Little Pete’s Diner“ heißt ein Stück von Stevens.

Als Zugabe verspricht Ullmann „eine schöne Melodie für den Nachhauseweg“. „Wir haben einen weiten Weg …“, heißt es da schlagfertig aus dem Publikum. Wenn das kein Beweis ist, dass den Zuhörern ein Abend mit spannender Musik im Ensemble geboten wurde.  „Das war nicht so schlecht!“, sagt Joe Fonda am Ende mit einem strahlenden Lächeln. Dazu beigetragen hat sicher auch der Kontrabass, den er in Cottbus zur Verfügung gestellt bekam. Er zeigte sich mehr als zufrieden mit dem Leih-Instrument.

Das nächste Mal Jazz im Obenkino gibt es am 14. Januar. Wie Jürgen Dulitz ankündigt, wird dann Fabiana Striffler mit Quique Sinesi (Gitarre) erwartet.  Das Duo dürfte einige Überraschungen für das Publikum bieten. Die Violinistin hat auch eine fantastische Stimme und gehört zur neuen Generation im Jazz.